Karl Renz: du bist mit und ohne Erfahrung des Bewusstseins

K

Der Raum ist davon erfüllt,
aber es wird von nichts durchdrungen;
Es ist innerhalb und außerhalb;
Es ist unsichtbar, fortwährend und grenzenlos.

aus: Dattatreya, „Avadhuta Gita, 2,14“

Du bist sogar trotz des Gewahrseins. Trotz Shivas Licht – du bist das, was-du-bist. Das kannst du Parabrahman nennen – den absoluten Träumer – der mit und ohne Traum ist. Der Traum beginnt mit Bewusstsein und Raum und allem, was durch diesen Raum zutage tritt. Aber trotz alledem bist du – mit und ohne die Erfahrung des Bewusstseins. Du bist diese Omnipräsenz, die die Abwesenheit oder Anwesenheit von allem ist, was ist. Diese Omnipräsenz ist das Absolute, weil es darin kein Zweites gibt.

Das kannst du als Wirklichkeit bezeichnen, die anfängt sich selbst als den Verwirklicher zu verwirklichen, als Gewahrsein. Sie wird zu einem Erschaffer, der erschafft, was erschaffen werden kann. Das kannst du niemals wissen, aber du bist DAS. Das ist nichts, was du durch Gewahrsein erreichen kannst. Wie kannst du DAS durch Gewahrsein erreichen, was bereits ohne Gewahrsein ist? Was für eine Idee!

aus: Karl Renz, „Worry And Be Happy“

„Der Traum beginnt mit Bewusstsein und Raum und allem, was durch diesen Raum zutage tritt. Aber trotz alledem bist du – mit und ohne die Erfahrung des Bewusstseins.“ sagt der Karl. Woher weiß der Kerl denn das, wenn er über etwas spricht, das kein Bewusstsein bezeugen kann, weil es gerade mal wieder abwesend ist? Nehmen wir den traumlosen Tiefschlaf. Woher weiß ich, dass ich auch da bin? Weil ich am nächsten Morgen beim Aufwachen feststelle, dass ich noch immer so im Großen und Ganzen der zu sein scheine, der ich vor dem Einschlafen war? Das ist ein logischer Schluss, aber keinerlei Beweis – oder? Karl fragt: „Wie kannst du DAS durch Gewahrsein erreichen, was bereits ohne Gewahrsein ist? Was für eine Idee!“ Woher weiß er das? Oh, da gibt es jetzt bestimmt ganz viele Aussagen großer Meister, die das bestätigen, was der Karl da sagt. Aber woher kann ich wissen, ob das so ist? Kann es nur geglaubt werden?

Dattatreya sagt: „Der Raum ist davon erfüllt, aber es wird von nichts durchdrungen; es ist innerhalb und außerhalb; es ist unsichtbar, fortwährend und grenzenlos.“ Auch das kann nicht bewiesen werden, da es nicht nur unsichtbar ist, sondern auch unhörbar, untastbar, unschmeckbar, unriechbar, … und doch ist es ganz unbezweifelbar da. Aber auch das weiß ich nur, wenn Bewusstsein anwesend ist.

Noch einmal dieser bekannte Satz von Buddha: „Glaubt mir kein einziges Wort von dem was ich sage, nur weil ich Buddha, eine Autorität für Euch bin. Zweifelt es ruhig an, aber haltet es einfach für möglich, probiert es dann aus und seht, erfahrt alles selbst!“ Wie kann hier etwas ausprobiert werden, ohne die Anwesenheit von Bewusstsein? Karl: „Das kannst du als Wirklichkeit bezeichnen, die anfängt sich selbst als den Verwirklicher zu verwirklichen, als Gewahrsein. Sie wird zu einem Erschaffer, der erschafft, was erschaffen werden kann. Das kannst du niemals wissen, aber du bist DAS.“ Das kannst du niemals wissen – und woher weiß es dann der Karl? Ist das einfach nur eine Behauptung, die ich glauben soll?N

 

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8 Antworten zu Karl Renz: du bist mit und ohne Erfahrung des Bewusstseins

  1. fredo0 schreibt:

    es ist ja das „spezielle / einzigartige“ in diesem AHA … das da nix gewusst werden kann/muss …
    ES erklärt sich (von) selbst sich „selbst“…

    es verbleibt im „betroffenen“ zwar im „danach“ eine art „wissen“ … aber nur eine art wissen … keines wie es bis dahin vertraut war … kein das da ist so und so … so nicht …. sondern … , da das AHA ja überlebt wurde … ( ich muss zugeben zu meiner persönlichen verblüffung ) … verbleibt in diesem „überleben“ eine spezielle , durchaus neue qualität … ich nenne sie unbezweifelbarkeit aus unmittelbarkeit … da … war … plötzlich und unveranlasst … UNMITTELBARKEIT selber … das was Karlchen ( und ich auch gelegentlich gerne ) ABSOLUT nenne … kein gewaltiges ereigniss … oft wohl fast „einschleichend“ … eigentlich ein schlichtes übrigbleiben … der plötzlich bemerkte grundton … das was zu „spüren“ ist , für herrn nitya … und und wie es der vielen nie ganz treffenden bezeichnungen mehr gibt für dieses unwörterbare simple … das aber in seiner totalen PRÄSENZ ( =DA ) alles beiläufige zusätzliche verschwinden lässt …
    da ist nur noch DA … in all seiner friedlichen a u s g e b r e i t e t h e i t … nix sonst … nix sonst … nix sonst … und da es ja überlebt wurde … was könnte ich (selbst) dann anderes sein , wie dieses DA ? … dies wird durch das simple auftauchen ( im übrigbleiben ) des DA zu einer gewissheit … da anderes definitiv „falsch“ wurde … dieses DA ist WAHR …

    und nun ?

    tja … da ist ein völlig „normales“ leben , mit allen ereignissen von gefühlen und gedanken , von not und freude , und und … in all seiner dynamischen fortentwicklung …. und doch …. geradezu seltsam das …. diese unvergessbare , unbezweifelbare GEWISSHEIT verbleibt … in jedem moment … nicht immer „gedanklich bemerkt“ , doch gewissermassen „existenziell unvergessbar und damit unbezweifelbar“ geworden … erfolgt eine art innere anlehnung an diesen OFFENEN MOMENT ( eine weitere unpassende vokabel ) ensteht das , was ich die „nabelschnur zum EIGENTLICHEN“ nenne … es wird diese Unbezweifelbarkeit erinnert … dieses phänomen in einer dualen welt , die eigentlichen seinen gesetzen widerspricht … da ist etwas seiner vergänglichkeit und veränderung enthoben … weil es halt kein „es“ ist … sondern schlicht das EINE ( ohne ein zweites ) … zwar nie gedanklich oder vorstellungsmäßig in seiner formlosigkeit und leere zu erfassen , aber doch …………………………………. jetzt …. unbezweifelbar …

    seltsam das … und auch die ursache dieser seltsam widersprüchlichen worte eines dattatreya oder eines renz … man kann es als ES nicht „umworten“ , da es kein „es“ ist … und doch … ist seine totalität die fürderhin bemerkte unbezweifelbare „füllung“ alles im leben folgenden …

    es verbleibt im fürderhin geworteten gerade deshalb keinerlei gewissheit mehr , da sich das eigentlich unwörterbare der SIMPLIZITÄT auch als teil dieser merkwürdigen Gewissheit ergibt …

    was verbleibt ? … ein merkwürdiges stammeln , aus staunen befruchtet , dass keinen zweifel mehr kennt , und doch nix mehr sicher zu sagen weiß …

    tja …🙂

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    • Nitya schreibt:

      Aaaber, werter Herr Fredo, es ist bewusst, sonst könntest du es nicht beschreiben – beschreiben des Unbeschreiblichen ist ja nun wirklich das falsche Wort, aber ich hab kein besseres. Nur – du weißt es, du weißt es ohne etwas Gewusstes. Und das kann nur bewusst sein, sonst wüsstest du nicht einmal das.

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      • fredo0 schreibt:

        dem ist so …
        doch es ist nicht bewusst …
        sondern es ist BEWUSSTSEIN …
        ich bin nix anderes …
        doch „ich“ , der ich hier worte , tauche darin nur auf … und kann nur stammeln …

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      • Nitya schreibt:

        bewusst – Bewusstsein – wie auch immer – ohne das, wurde einfach das Licht ausgeknipst und es bleibt nicht einmal mehr nichts übrig.

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  2. fredo0 schreibt:

    all diese worte der „wissenden“ die du ja so gerne ( und fein ) zitierst ,
    und denen du so konsequent skeptisch und doch vergnügt „forschend“ auf den zahn fühlst ,
    scheinen mir nicht mehr zu sein als duftsignale …
    duftsignale für das in allen schlafende Eigentliche , sich doch selbst zu „schütteln“ …
    und in seiner schlichten KLARHEIT „erscheinend“ kurz zu verbleiben …
    sei es auch nur für einen einzigen , dann „geleerten“ , MOMENT …
    beantwortet er dann doch alle fragen … ohne eine antwort , die noch nötig wäre …
    es hat sich alles beantwortet in diesem abgeschüttelten ..

    was gibt es dann noch mehr für mich zu sagen ?
    ( bin grade etwas weniger redseelig , wie sonst …🙂 )

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  3. fredo0 schreibt:

    noch ein wenig … schweigen …

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