Huang-po: Weise ist, wer im Unmittelbaren verweilt.


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Wenn ihr eure Gedanken jetzt darauf richtet, den Geist zu suchen, indem ihr den Lehren anderer zuhört, und ihr dieses Ziel allein durch Lernen zu erreichen hofft, wann werdet ihr dann jemals Erfolg haben? Einige unter den Alten hatten einen scharfen Verstand. Kaum hatten sie die Lehre gehört, beeilten sie sich auch schon, alle Gelehrtheit abzutun. So werden sie „die Weisen“ genannt, „die durch Aufgeben des Lernens zum Verweilen im Unmittelbaren gelangten.“ In unseren Tagen wollen die Menschen sich nur mit Wissen und Schlussfolgerungen vollstopfen und suchen überall nach Buchwissen. Dies nennen sie „Dharma Praxis“. Sie wissen nicht, dass so viel Wissen und Schlussfolgerungen genau den entgegengesetzten Erfolg haben und nur Hindernisse aufrichten. Wenn du nur Wissensmengen anhäufst, gleichst du einem Kind, das durch zu viel Essen von Süßigkeiten Verdauungsstörungen bekommt. Alle, die den Weg entsprechend den Drei Fahrzeugen studieren, gleichen solchen Kindern. Man könnte sie Menschen nennen, die unter Verdauungsstörungen leiden. Werden sogenanntes Wissen und Schlussfolgerungen nicht verdaut, dann werden sie zu Giften, denn sie gehören nur zur Ebene des Samsāra. Im Absoluten gibt es nichts dergleichen. Darum heißt es: „In der Waffenkammer meines Herrn gibt es kein Schwert der Soheit.“ Alle Begriffe, die du in der Vergangenheit gebildet hast, müssen abgetan und durch Leere ersetzt werden. Wo der Dualismus aufhört, dort ist die Leere, die der Schoß des Tathāgatas ist. Der Ausdruck „Schoß des Tathagatas“ besagt, dass dort nicht eine Haaresbreite von irgendetwas existieren kann. …

Nur wer jede Spur von empirischem Wissen abtut und aufhört, sich auf irgendetwas zu verlassen, kann ein vollkommen befriedeter Mensch werden.

aus: Huang-po: „Der Geist des Ch’an“

Die Seite links auf dem Bild oben scheint die „Dharma Praxis“ eindeutig intensiver betrieben zu haben als die Seite rechts auf dem Bild; jedenfalls ist sie ihr in der Furz-Schlacht haushoch überlegen.

Huang-po macht sehr deutlich, worum es wirklich geht: „Einige unter den Alten hatten einen scharfen Verstand. Kaum hatten sie die Lehre gehört, beeilten sie sich auch schon, alle Gelehrtheit abzutun. So werden sie die Weisen genannt, die durch Aufgeben des Lernens zum Verweilen im Unmittelbaren gelangten.“ Das ist der Meisterschlüssel, auf den Huang-po verweist: Weise ist, wer im Unmittelbaren verweilt.

Muss ich dazu auch nur ein einziges Buch gelesen haben? Brauche ich dafür einen Ashram oder einen erhabenen spirituellen Lehrer? Muss ich dafür irgendwelche Lebensregeln befolgen, irgendwelche heiligen Lieder singen oder irgendwelche Übungen machen? Nichts davon ist nötig. Wer Lust dazu hat, darf das alles betreiben; allerdings sollte er sich darüber im Klaren sein, dass es dabei leicht zu mehr oder weniger heftigen Verdauungsstörungen kommen kann, sollte er das ernst nehmen. Die Religionen sind vermutlich schon seit Jahrtausenden dafür verantwortlich, dass der Methangehalt der Atmosphäre und damit die Klimaerwärmung zunehmen.

Huang-po sagt: „Nur wer jede Spur von empirischem Wissen abtut und aufhört, sich auf irgendetwas zu verlassen, kann ein vollkommen befriedeter Mensch werden.“ Er tut jede Spur von empirischem Wissen ab, indem er im Unmittelbaren verweilt. Dort hört jeder Dualismus auf, „dort ist die Leere, die der Schoß des Tathāgatas ist.“

Na also, verweile einfach im Unmittelbaren! Z.B. ……….JETZT !!!

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2 Antworten zu Huang-po: Weise ist, wer im Unmittelbaren verweilt.

  1. klaus bublitz schreibt:

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