Jos Slabbert: das Tao suchen


SDas Tao
nähert sich jenen,
die aufgehört haben,
das Tao zu suchen.

aus: Jos Slabbert, „Das Tao ist das Tao“

dao ( das was IST ) fa ziran ( zeigt sich stets in dem was gerade da ist ) …

sagte gestern Meister Fredo

Was ist gerade da? Ich bin immer noch verschnupft, habe eine einzige Matschbirne, schlucke seit gestern ein Antibiotikum, hab Null Bock, irgendwas Gescheites abzusondern. Wozu auch? Alle Erklärungen sind eh für den Arsch. Friss Vogel oder stirb, heißt die Devise. Das, was IST, zeigt sich nun mal nur in dem, was gerade da ist, und nicht in dem, was nach den Vorstellungen von wem auch immer gerade da sein sollte. Wo soll sich schon das Dao finden lassen, wenn nicht in dem, was sich gerade zeigt? Aber ist denn das Dao wirklich da zu finden?

Eben habe ich einen gewaltigen Nieser (mindestens 150 km/h) in mein Taschentuch vom Stapel gelassen. Ob ich jetzt mal in meinem Taschentuch suche, ob da das Dao zu finden ist? Könnte doch sein, dass ich es ausgeniest habe? Hähä. Das Dao ist nicht zu finden. So ist das halt mit den Begriffen. Kaum hat jemand einen Begriff erfunden, schon glaubt alle Welt, da gäbe es sowas wie ein Dao! Wo ist denn nur das Dao abgeblieben? Wieso kann ich mal wieder nichts finden? Bin ich so ein Versager? … Ich weiß nicht, warum das für den einen überhaupt kein Problem ist und für den anderen ein Riesen-Ding. Wenn ich’s wüsste, wäre ich vielleicht Dao-Lehrer geworden. „Schlagt auf, Seite 38, den zweiten Absatz von ‚Das Sosein der Soheit‘!“

Ich fürchte, mit dem Antibiotikum bin ich noch blöder als ich es sowieso schon bin und werde euch besser von weiterem überflüssigen Gequassel verschonen. Aber vielleicht konnte ich ja jemanden mit meinem Gequake vom Unsinn des Suchens befreien. Nit möööglich – aber wer weiß das schon?

 

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3 Antworten zu Jos Slabbert: das Tao suchen

  1. Eno Silla schreibt:

    Das Tao
    nähert sich jenen,
    die aufgehört haben,
    das Tao zu suchen.

    Es ist sicherlich so, wie Jos Slabbert sagt.
    Allerdings wenn diese „jenen“ nun aufhören zu suchen,
    wenn sie sowas hören,
    weil sich hoffen, dass das Tao sich ihnen nähert,
    dann beissen sie sich wieder so fürchterlich schmerzhaft
    in den eigenen Schwanz, das mir schon bei der Vorstellung die Tränen kommen…

    Das Tao
    nähert sich weder jenen,
    die das Tao suchen, noch jenen,
    die aufgehört haben, das Tao zu suchen.

    So würde es der Eno
    jetzt gerade mal ausdrücken, ohne dabei allzufest zuzubeißen (und alle anderen Aussagen des Tetralemmas mit gedacht, die Jos Slabbert und ich noch ausgelassen haben).

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  2. fredo0 schreibt:

    ich nenne dieses „sich nähern“ die aufkommende ahnende gewissheit …
    oder etwas frecher … „man weiß von nix , das aber in gewissheit“ …
    schafft ne art kuscheliges einsinken in dieses stets immer wieder neu kuriose szenario des „momentan gerade“ …

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