Jed McKenna: nur kleine Affen, und hässliche noch dazu

 AIch sage, alles ist ein Wunder. Wir sind keine arglosen Zuschauer oder hilflosen Opfer, wir sind Mitglieder des Universums, Erschaffer unserer Realität im Traumzustand. Der Übergang zum Menschlichen Erwachsenenstadium ist unsere Geburt in diese Realität. Es ist nicht nur die nächste Stufe von dem, was wir jetzt sind, es ist eine völlig andere Beziehung zu dem, was uns umgibt, unserem Umfeld, unserem Universum, eine wahrhaft integrierte, cokreative Beziehung. Wir erweisen uns einen schrecklichen Bärendienst, wenn wir versuchen, auf unsere Lebensumstände positiv, optimistisch und gut gelaunt zu reagieren. Was wir jetzt sind, als was wir uns selbst begreifen, hat auch bei sehr optimistischer Einschätzung mit dem, was wir wirklich sind, nicht die geringste Ähnlichkeit. Die ganze Sache ist echt viel cooler, als irgendjemand es sich vorgestellt hat. Gemessen an unserem Potenzial sind wir nur kleine Affen, und hässliche Affen noch dazu.

aus: Jed McKenna, „Spirituelle Dissonanz“

Au weia, ja. Der Typ hat vollkommen recht: „Es ist nicht nur die nächste Stufe von dem, was wir jetzt sind, es ist eine völlig andere Beziehung zu dem, was uns umgibt, unserem Umfeld, unserem Universum, eine wahrhaft integrierte, cokreative Beziehung.“ Diese ganze Flickschusterei ist ja wirklich ganz nett, aber – ach herrje ja – völlig für die Katz.

KStatt „Gegrüßet seist du Maria, voll der Gnade. Der Herr ist mit dir. … Bei den nächsten drei Perlen beten wir um die drei göttlichen Tugenden ‚Glaube, Hoffnung und Liebe‘. …“ murmeln wir heute „KAN JI ZAI BO SATSU GYOU SHIN HAN NYA HA RA MI TA JI SHOU KEN GO UN KAI KUU DO IS SAI KU YAKU SHA RI SHI …“ und fühlen uns hinterher auch wieder richtig in Ordnung und auf jeden Fall besser als die mit ihrem doofen „Ave Maria“. Jed McKenna sagt: „Wir erweisen uns einen schrecklichen Bärendienst, wenn wir versuchen, auf unsere Lebensumstände positiv, optimistisch und gut gelaunt zu reagieren.“ Mit all dem Kram richten wir uns nur auf unserem ach so kuscheligen Status quo ein und hassen im Grunde die kleinste Veränderung. Aber nun geht es ja nicht drum, es uns kuschelig zu machen, ja nicht einmal darum, mühselig die nächste Stufe unseres kümmerlichen Daseins zu erklimmen, sondern darum, aufzuhören, kleine, hässliche Affen darzustellen und endlich unser volles Potenzial zu leben, indem wir in eine völlig andere Beziehung, eine wahrhaft integrierte, cokreative Beziehung zu dem, was uns umgibt, kommen, zu unserem Umfeld, unserem Universum. Sagt der Jed McKenna. Und? Hat er recht? Ich seh schon das müde Abwinken. Jetzt soll ich schon wieder was! Jetzt bin ich schon wieder verkehrt. Bleibt mir bloß alle von der Pelle!

LAls Kind habe ich oft und lange am Lech die sog. hemimetabole Metamorphose der Libellenlarven bis hin zu ihrem Erwachsenenstadium als fertige Libellen verfolgt. Ich dachte zuerst, dass die leeren Hüllen tote Larven wären, aber sie waren nur die Hinterlassenschaften dieser tollkühnen Geschöpfe, die ihre alte Behausung hinter sich gelassen hatten, um in die Weite des Himmels zu fliegen. Irgendwie seh ich die Menschheit genau an diesem Punkt kurz vor dem Schlüpfen. Verpasst sie den Sprung in die Freiheit, wird sie an allem, woran sie sich so hartnäckig klammert, wohl elend zugrunde gehen.

„Wir sind Mitglieder des Universums, Erschaffer unserer Realität im Traumzustand. Der Übergang zum Menschlichen Erwachsenenstadium ist unsere Geburt in diese Realität.“ Traumzustand hin oder her – wär doch hübsch, wenn die Geburt in diese Realität nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen würde.

M

 

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5 Antworten zu Jed McKenna: nur kleine Affen, und hässliche noch dazu

  1. thomram schreibt:

    Ja.
    Wunder oder nicht Wunder? Vor 22 Monaten habe ich mal was Obergscheites dazu geschrieben.🙂
    http://bumibahagia.com/2014/10/27/wunder-essay-2/

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  2. Eno Silla schreibt:

    Das mit den Wundern, hat´s mir gerade auch irgendwie angetan. Ich sitze hier und würde gern was schreiben, das zum Thema passt, aber – welch ein Wunder – es will nichts kommen und einige Male habe ich das Geschriebene wieder verworfen. Soll also nicht sein!
    Heute las ich als Erstes die Zen-Wahrheit des Tages, die will ich noch mit euch teilen:
    „Auch wenn unsere Worte richtig sind, auch wenn unsere Gedanken genau
    sind, entsprechen sie nicht der Wahrheit.“
    Sosan
    Das hat mir gefallen, ein sehr schöner Satz. Nichts entspricht der Wahrheit, das ist sehr befreiend, da muss ich auf nichts mehr bestehen und kann mich doch erfreuen an solchen Formulierungen.
    Ja, Mr. McKenna hat recht: „Alles ist ein Wunder!“ Das scheint mir so offensichtlich!
    Und das Gute ist, es ist keine Wahrheit, ist keine Wahrheit, ist keine Wahrheit, ist keine Wahrheit.. . . . . . . .

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  3. Wolf Schneider schreibt:

    Ich fühle mit den Libellenlarven :-)))

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  4. fredo0 schreibt:

    mal ein wenig wort(bedeutungs)akrobatik … ( man möge mir dies hobby verzeihen🙂 )

    wenn man wunder mit „sich wundern“ in verbindung setzt , bedeutet es ja ein nicht wissen , jedoch aufmerkend staunen …
    und ein be-wundern gibt diesem staunen eine gewisse dauer …

    wunder(n) bleibt also stets im rein (neutralen) „bemerken“ .
    findet ein wollendes eingreifen statt , verfliegt das wunder und wird zum er-eignis ( zum „eigenen“ geschehen ) …
    der „wunderer“ bleibt also in der „neutralen“ akzeptanz , ohne sich dem geschehen im geringsten zu entziehen , oder es be-greifend zum „eigenen“ er-eignis zu machen …
    und da sich dieses „wundern“ stets als ein von augenblick zu augenblick darstellt , entsteht ein fluss des wunder(n)s …

    wie wundervoll …😀

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