Jed McKenna: Dieser simple Akt ist der Schlüssel zu allem.


S Was meint ihr, wie Brett ihren Krebs besiegt hat? Durch Chemo? Durch alternative Medizin? Die Macht des Gebets? Positives Denken? Eine mexikanische Klinik? Eine Visualisierungstechnik?

Sie hörte auf zu kämpfen. Sie hörte auf, Widerstand zu leisten. Alles, wogegen sie sich so viele Jahre gestemmt hatte, begann sie jetzt zuzulassen. Sie wusste, sie war besiegt, sie wusste, sie hatte nichts zu verlieren. Sie fand in der Kirche oder in der Medizin nicht die Unterstützung, die sie brauchte, also hörte sie einfach auf zu kämpfen.

Ich weiß, das klingt kontra-intuitiv, wie aufgeben, wie Schwäche, aber wenn ich sage, sie hörte auf zu kämpfen, dann meine ich damit, dass sie aufhörte, ihre gesamte Energie ihren Schutzmauern zuzuführen. Dieser simple Akt ist der Schlüssel zu allem. Er ist der Übergangspunkt von abgetrennt zu integriert, von der Kindheit zum Erwachsensein. Ego bedeutet Blockade, Hingabe bedeutet Fluss. Hingabe ist die Grundlage und der Vorläufer von Wachstum. Hingabe ist von essentieller Notwendigkeit. Es gibt keine Abkürzung oder Notlösung, keinen Ersatz- oder Alternativweg. Ihr könnt sie vortäuschen, und viele tun das, aber damit betrügt ihr euch nur selbst. Innerhalb der Egobeschränkungen ist kein Wachstum möglich, nur die Illusion von Wachstum. Vor der Hingabe steht das Ego. Das mickrige, unwissende, abgetrennte Selbst. Sobald wir uns von jener schädlichen und künstlichen Mickrigkeit befreit haben, gelangen wir zur Harmonisierung, peng, einfach so. Es mag Tage, Monate oder Jahre dauern, bis die vielfältigen Aspekte unseres Lebens diese Korrektur mitvollzogen haben, doch schon die allererste Wirkung ist so dramatisch und deutlich wahrnehmbar, als würde man aus einem dunklen, stinkenden Kanalloch an die klare Luft und ins blendende Sonnenlicht hinausklettern. Bevor das geschieht, sind wir einfach nur dumme, ichbezogene, rattenähnliche, kleine Wesen, nach diesem Übergang jedoch, wenn wir nicht mehr von einem vermeintlichen Getrenntsein ausgehen, gehören wir der gleichen Dimension an wie der Ozean des Seins, in den wir eingehen.

aus: Jed McKenna, „Spirituelle Dissonanz“R„Sie hörte auf zu kämpfen. Sie hörte auf, Widerstand zu leisten. Alles, wogegen sie sich so viele Jahre gestemmt hatte, begann sie jetzt zuzulassen.“ sagt Jed McKenna und ich sage: Na, dann hör doch einfach mal auf zu kämpfen! Und schieb die Frage hinterher: Wer ist denn da, der mit dem Kämpfen aufhören könnte?

Osho hat mal etwas sehr Schönes zu diesem Thema gesagt, dass sehr dabei helfen kann, das richtig zu verstehen. Er sagte:

Wenn der Kampf kommt, was wirst du tun? Lass los, lass den Kampf da sein. Das ist eine sehr feine Sache, dass du das Kämpfen sein lässt, auf welcher Ebene du auch immer zu kämpfen beginnst. Verstehst du mich? Wenn ich sage: „Lass das Kämpfen sein“, dann fang nicht an, es sein zu lassen; denn dann lässt du es nicht sein, dann hast du einen neuen Kampf gegen den Kampf angezettelt.

Präziser kann man es kaum auf den Punkt bringen: Wenn du anfängst, es sein zu lassen, genau damit lässt du es nicht sein. Aber wie soll das denn dann überhaupt gehen, das Kämpfen sein zu lassen. Ramesh Balsekar hat mal gesagt: „Verstehen ist alles.“ Mit „Verstehen“ meint Ramesh hier vermutlich jenes intuitive Erfassen, das Mahakyshyapa widerfuhr, als er das Blümelein in Buddhas Hand sah. Mit intellektuellem Verstehen ist hier nicht viel anzufangen, das würde schon wieder aufs Kämpfen hinauslaufen.BDie auf dieser Website vorzufindenden Aussagen werden ohne jede Gewährleistung zur Verfügung gestellt. Der Versuch, sie zu befolgen, erfolgt auf eigenes Risiko des Nutzers. Hier wird keine Alternative zur Beratung durch einen Arzt oder Apotheker angeboten. Wer also Rat zu spezifischen Gesundheitsproblemen sucht, wende sich an einen Arzt oder Apotheker.L

 

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5 Antworten zu Jed McKenna: Dieser simple Akt ist der Schlüssel zu allem.

  1. froeschin schreibt:

    Sehe ich nun „Krankheit als Chance“? Unsere immer gerne angeführten Zahnschmerzen („da gehe ich dann schließlich doch lieber zum Zahnarzt!“) willkommen heißen? Ich muss zugeben, als ich letztens im TV Westerwelle in einer Talkshow kurz anzappte, saß da auch eine Frau, die Krebs hatte und darüber sprach, als hätte sie den Leibhaftigen im Körper, da wurde ich ganz hippelig. Aber ginge es mir da nicht ganz ähnlich. Würde ich etwa den Krebs Krebs sein lassen und mich „ihm hingeben“? Würde ich das Kämpfen lassen? Und ist nicht auch die Idee „ich lasse das Kämpfen sein, dann habe ich den Kampf gewonnen.“ auch ein Kampf – nur mit anderen Mitteln? Da ja auch hier ein Ergebnis folgen soll. Und wenn ich auch dieses Ergebnis „wegmeditiere“???

    Dieses „Alles sein lassen“ ist eigentlich ganz einfach. Lässt den Körper (und den Geist) entspannen. Eigentlich nichts zu tun – und wenn „zum Zahnarztgehen“ auftaucht, gehe ich zum Zahnarzt – oder nicht.

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    • Nitya schreibt:

      Hallo Fröschin, schön, dass es dich auch noch gibt!

      “Krankheit als Chance” – eine Chance für wen? Du kennst den Spruch: „Wenn ich hungrig bin, esse ich, wenn ich müde bin, schlafe ich.“ Wenn ich Krebs habe – ich hab gerade mal wieder eine kleine Krebsstelle an der Nase -, gehe ich zum Hautarzt und lass es mir wegschnedien. Und dann passiert, was passiert und ich kann das Ergebnis nur so annehmen, wie es ist. Mach ich ja gerade auch. Die Stelle wurde mir ja schon mal weggeschnitten. Nun ist das Krebslein wieder aufgetaucht und ich tue, was mir gerade sinnvoll erscheint. Bekämpfe ich gerade den Krebs? Ich spüre keinerlei Kämpfen in mir. Und die Idee zu gewinnen, ist auch nicht da.

      Jed McKenna schreibt: „Sie wusste, sie [Brett] war besiegt, sie wusste, sie hatte nichts zu verlieren.“ So wie dieser Satz bei mir ankommt, war es so, dass Brett alles Menschmögliche schon gemacht hatte und es hatte nicht geholfen. Als sie sah, dass sie nichts mehr zu verlieren hatte, hörte sie auf zu kämpfen. Aber das sind alles keine Empfehlungen, das war halt bei ihr so. Als ich meinen Schlaganfall hatte, ging ich erst mal ins Bett und guckte, was passieren wollte. Aber ich würde das keinem anderen empfehlen. Rückblickend kannn ich sagen, es war das Beste, was ich tun/nicht-tun konnte, aber jeder Mensch bei Verstand wird dir sagen: Der Kerl muss verrückt sein!

      Herzlichst
      Nitya

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  2. fredo0 schreibt:

    es ist eine kniffelige sache , diese anweisung „lass sein“ …

    das knifflige ist die anweisung … egal ob von außen angewiesen oder vom eigenen inneren „richtig finden“ .

    mir war da eine spezielle form der inneren umverteilung der aufmerksamkeit stets sehr hilfreich.

    ich habe mich aus dem „wollenden“ dadurch „herausgezogen“ , indem ich (nur noch) die neugier auf den prozess „gewollt“ habe , aber nicht mehr ein resultat …
    also , egal wohin es geht ( auf grund der anweisung ) , habe ich mein interesse (in wahrnehmung) auf das wie es „geht“ geschoben und nicht mehr auf das wohin es geht …

    war da anweisung , durch wen oder was auch immer , bezog sich mein hauptinteresse auf den dadurch ausgelösten prozess ( genauer gesagt auf dessen jedesmal neue skurilität/originalität ) und weniger ( oder gar nicht ) auf das dadurch zu erreichende .
    das dies , egal wie auch immer , wieder nur durchgangsstation sein würde , war mir unleugbar geworden , also verlagerte sich mein interesse auf die ungeheure fantasie des lebens immer wieder neue , oft verblüffende ver-wandlungs-prozesse zu erzeugen …

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    • Nitya schreibt:

      Also wenn ich aufs Klo muss, dann ist meine Neugier weniger auf den Prozess des Gehens/Laufens gerichtet, aber sehr aufdas Resultat, nämlich auf das erfolgreiche Erreichen des stillen Örtchens. Also ich hab damit nicht das kleinste spirituelle Problem.

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