Osho: Jesus führte in die Welt der Tora das Tao ein.


O
Tora ist ein hebräisches Wort, aber ich mag es, weil es klanglich zu Tao passt. Tao bedeutet Liebe, Tora bedeutet Gesetz. In dem Wort „Tarot“ steckt das Wort „Tora“. Tarot leitet sich von den beiden Wörtern Tora rota her, was „das Rad des Gesetzes“ bedeutet – das sich drehende Rad des Gesetzes. Ein Gesetz muss zwangsläufig strikt sein, und ein Gesetz muss zwangsläufig engmaschig sein. Ein Gesetz muss bis ins Kleinste definiert sein; wenn es undefiniert bleibt, taugt es nichts.

JDas ist der Punkt, wo Jesus in der Geschichte der Juden ins Spiel kam: Er führte in die Welt der Tora das Tao ein. Natürlich provozierte er damit seine Kreuzigung – das lag auf der Hand, denn die Tora kann Tao nicht dulden. Das Gesetz und die auf das Gesetz pochende Haltung kann die Liebe nicht zulassen, denn wenn die Liebe kommt, zerbricht jedes Gesetz. Die Liebe ist so uferlos, ozeanisch! – und wenn sie in die enge Welt des Gesetzes eindringt, dann fällt das Gesetz zusammen. Die Juden konnten Jesus nur deshalb nicht zulassen, weil er ein völlig anderes Klima mitbrachte, das mit der jüdischen Haltung nicht zu vereinbaren war.

KJesus ist undefinierbar. Moses ist sehr wohl definierbar. Moses würde sofort zu Konfuzius stehen, aber nicht zu Laotse. Die Zehn Gebote sind das Fundament einer gesetzeshörigen Haltung.

aus: Osho, „The Pathless Path“MNicht nur die Juden hatten ihr Problem mit Jesus. Auch die Christen und die Muslims haben dieses Problem. Die christlichen Mystiker mussten um ihr Leben bangen und die Sufis im Islam ebenso. Und es geht immer um dasselbe Thema: Das Begrenzte kann die Grenzenlosigkeit nicht ertragen, das Kontrollierbare nicht das Unkontrollierbare, das Gesetz nicht die Liebe, das Denken nicht das Undenkbare, der kleine Geist nicht den großen Geist. Genau darum geht es in Wilhelm Reichs letztem Buch „Christusmord“. Dieser Christusmord geschieht unentwegt und es ist kein Ende abzusehen. Was die IS da gerade veranstaltet, ist ja nur ein Beispiel von unzähligen Beispielen. Man hört, dass etwa jemand wie Pierre Vogel junge Menschen anzieht, die sich danach sehnen zu erfahren, was richtig und was falsch sei und was sie tun und lassen müssen. Genau das lässt andere erschauern. Sie fürchten nichts mehr als diese geistige Enge. Osho hat einmal gesagt: „Wenn ein Stein eine Rose trifft, ist es immer die Rose, die zerstört wird.“ Das mag man bedauern, aber es scheint so etwas wie ein Gesetz zu sein. Und die Steine sind stets in der absoluten Überzahl.LManche sprechen ja vom großen Bewusstseinssprung, der kurz bevorstehe. Wenn ich die alten Meister lese, wenn ich den Wahnsinn der gegenwärtigen Welt sehe, scheint es mir, als ob eher das Gegenteil der Fall wäre. Es sieht so aus, als ob die menschlichen Gene immer mehr degenerieren. Aber das wurde bestimmt schon oft so gesehen. Die gegenwärtige Zeit scheint immer die schlimmste zu sein. Wahrscheinlich hat sich nie etwas geändert, außer den technischen Möglichkeiten seinen Wahnsinn auszutoben.

 

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4 Antworten zu Osho: Jesus führte in die Welt der Tora das Tao ein.

  1. Dieter schreibt:

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