Jed McKenna: Warum seid ihr hier? Und was wollt ihr?

 D„So will ich jetzt mit Hilfe des Dalai Lama die Frage beantworten, die ich euch gestellt habe. Die Frage lautet: Warum seid ihr hier? Und was wollt ihr?“ – Ich ziehe ein Stück Papier aus der Gesäßtasche, falte es auseinander und lese eins der Zitate vor, die ich auf das Blatt gekritzelt habe. „Letzten Endes“, sagt der Dalai Lama, „ist das, worauf jeder Mensch hofft, einfach nur Seelenfrieden.“ Ich falte das Papier wieder zusammen und stecke es weg. „Ist jemand anderer Meinung?“ – Keiner. …

„Wenn ich persönlich diesen Gedanken vom Seelenfrieden denke, schüttelt es mich vor Ekel. Für mich ist es nur die vornehme Art zu sagen, dass die Leute weiterhin ihr wiedergekäutes Futter mampfen und vor sich hindümpeln wollen, mit gesenktem Kopf, umringt von Herdengenossen, bewusstlos, unbeteiligt, unlebendig. Für Leute wie mich oder Brett ist der Seelenfrieden der Feind. Er ist das Schlimmste, was es auf der Welt gibt. Er ist die Kuh, er ist der Gefängnisinsasse, er ist das haarlose, fötale Ding, das immer noch in der Matrix steckt. Ich meine, Seelenfrieden“ – ich forme meine Finger zu einem Revolver und jage mir eine Kugel durch den Kopf. „Wozu denn?“

aus: Jed McKenna, „Spirituelle Dissonanz“

Und weil heute Sonntag ist:

FJesus sagt: Die Menschen denken vielleicht, ich sei gekommen, Frieden auf die Welt zu werfen und wissen nicht, dass ich gekommen bin, um Zwietracht auf die Erde zu werfen, Feuer, Schwert und Krieg. Denn fünf werden in einem Haus sein, drei werden gegen zwei sein und zwei gegen drei, der Vater gegen den Sohn, der Sohn gegen den Vater. Und sie werden einsam dastehen.

(Thomas-Evangelium, 16)

Gott ist Tag und Nacht, Winter und Sommer, Krieg und Frieden, Überfluss und Mangel.

Heraklit

Frieden ist nur die halbe Miete. So wie der Tag zur Nacht gehört, der Winter zum Sommer, der Überfluss zum Mangel, so gehört der Krieg zum Frieden. Jed McKenna sagt: „Wenn ich persönlich diesen Gedanken vom Seelenfrieden denke, schüttelt es mich vor Ekel. Für mich ist es nur die vornehme Art zu sagen, dass die Leute weiterhin ihr wiedergekäutes Futter mampfen und vor sich hindümpeln wollen, mit gesenktem Kopf, umringt von Herdengenossen, bewusstlos, unbeteiligt, unlebendig.“

Am 16.06.2005 sagte Angela Merkel zum 60-jährigen Bestehen der CDU u.a.:

Politik ohne Angst, Politik mit Mut – das ist heute erneut gefragt. Denn wir haben wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft auf alle Ewigkeit. Unsere Werte müssen sich im Zeitalter von Globalisierung und Wissensgesellschaft behaupten. Und wenn sie sich behaupten sollen, dann müssen wir bereit sein, die Weichen richtig zu stellen. Auch da sind wieder Widerstände zu überwinden.

Merkel hätte auch Frieden sagen können statt Demokratie und soziale Marktwirtschaft, und ich hätte ihr in jedem Fall in diesem Punkt Recht gegeben. Wir haben wahrlich auf nichts einen Rechtsanspruch. Wenn wir nicht für unsere Belange kämpfen, werden sie uns abhandenkommen, und wenn wir für sie kämpfen, vielleicht auch. Wer nicht bereit ist, für seine Belange zu kämpfen, macht sich zum greinenden Opfer, das nur sein „wiedergekäutes Futter mampfen und vor sich hindümpeln will, mit gesenktem Kopf, umringt von Herdengenossen, bewusstlos, unbeteiligt, unlebendig.“

„Gott ist Tag und Nacht, Winter und Sommer, Krieg und Frieden, Überfluss und Mangel.“ Das was jenseits von jeder Polarität ist, hat nicht das Geringste mit Seelenfrieden zu tun.

W

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4 Antworten zu Jed McKenna: Warum seid ihr hier? Und was wollt ihr?

  1. Nitya schreibt:

    Ausschnitt Lafontaine:

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  2. Nitya schreibt:

    Immer noch sehr aktuell:

    Gefällt mir

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