Hui-Hai: Suche es, und du verlierst es.

 

H
Ein Buddha ist einer, der nicht sucht. Suche dies, und du wendest dich ab. Das Prinzip ist das des Nicht-Suchens. Suche es, und du verlierst es. Wenn du aber am Nicht-Suchen hängst, ist das genau wie Suchen; hängst du am Nicht-Tun, ist das wie Tun.

Hui-Hai (720-814)K„Ein Buddha ist einer, der nicht sucht. Suche dies, und du wendest dich ab.“ Hui Hai spricht hier nicht vom Objekt der Suche. Es geht ihm offensichtlich um die Suche an sich. Man könnte sagen, es geht um jegliche Karotte als Symbol für das, was wir haben wollen. „Sucher“ wird in spirituellen Kreisen gern verstanden als „spirituelle Sucher“, Leute, die auf der Suche nach dem Nirvana, der Erleuchtung oder sonst irgendso’nem heiligen Kram sind. Hui Hai geht es also um das Suchen selbst. Auch der Trunkenbold hinter’m Tresen ist in diesem Sinn ein Sucher und darf sich auf die gleiche Stufe stellen wie der edle spirituelle Sucher. Dieser wird sich natürlich heftig zur Wehr setzen, wenn man ihn auf eine Stufe mit dem Trunkenbold stellen will.TSuche – was auch immer und „du wendest dich ab“. Wovon wendest du dich ab? Na von dem, was ist. Du wendest dich dem zu, was nicht ist, von dem du aber hoffst, dass es einmal sein wird. Und wenn du dich von dem abwendest, was ist, hast du dieses HIER verloren und damit bist du selbst verloren.

„Aahhh, so läuft der Hase!“ sagst du vielleicht, schlau wie du bist. „Dann suche ich eben nicht mehr.“ Und du haust dir jedes Mal auf die Finger, wenn du dich dabei ertappst, dass du irgendetwas suchen willst, was nicht ist. Du kommst leicht angetrunken nach Hause und findest deinen Haustürschlüssel nicht am gewohnten Platz. Am liebsten würdest du jetzt alle deine Taschen durchwühlen und den verdammten Schlüssel suchen. „Halt!“ sagst du. „Ich bin ein Nicht-Sucher. Dann werde ich die Nacht halt vor der Haustür verbringen.“

Nicht-Sucher sind genauso bescheuert wie Sucher, sagt Hui Hai sinngemäß. Hübscher Name übrigens: „Hui Hai“. Ach ja, er ergänzt seine weise Rede sicherheitshalber noch mit: „Hängst du am Nicht-Tun, ist das wie Tun.“ Also, alles klar: Du darfst nicht suchen und nicht nicht suchen, du darfst nicht tun und nicht nicht tun. Was darfst du eigentlich noch?

Du – überhaupt nichts.B

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