Gehört das Christentum zu Deutschland?


BIn der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt.

Egon Bahr

Hatte ich ja schon öfter hier drin, zuletzt am Montag im Gespräch mit Norbert. Das ist keine philosophische Betrachtung, die Bahr da anstellt, sondern die eines sehr erfahrenen, sehr realistischen Politikers. Er sagt nicht, so sollte es sein oder so sollte es nicht sein, er sagt, so ist es. Die alten Taoisten und Ch’an-Meister sagten auch: So ist es. Sie waren nicht an irgendwelchen Ideologien interessiert. Nicht an Menschenrechten, nicht an Demokratie, nicht an Religion, nicht an Freiheit, nicht an Anarchie, nicht an Humanismus und was es sonst noch für schöne Blablas gibt.

Taoismus – was soll denn das für’n Quatsch sein? Gehört der Islam zu Deutschland? Mit derart abstrusen Fragen sollen wir uns beschäftigen, anstatt mit den Dingen, wie sie sind. Ich könnte wirklich genauso die Frage stellen, ob das Christentum zu Deutschland gehört. Wir sollen wieder in der Lage sein, die Bilder in unseren christlichen Kirchen zu verstehen, meint Mutti Merkel. Hat die noch alle Tassen im Schrank? Vielleicht sollen wir morgen wieder an den Klapperstorch glauben. Wir sollen wieder glauben, ja. Wir sollen dem Islam das christliche Abendland entgegenstellen, in dem wir unsere Wurzeln haben.

Haben wir? Einst wurde dieses Land mit Feuer und Schwert vom Christentum „überzeugt“. Ich kann nicht sehen, dass wir unsere Wurzeln im Christentum hätten. Aber das, was hier einmal heimisch war und eng verbunden mit der Landschaft mit seinen ausgedehnten Wäldern, wurde brutal von den Römern vernichtet mit einer Religion, die nicht einmal ihre eigene war, sondern die der Israelis. Aber eine Religion, die ihre Anhänger auffordert, ihre Feinde zu lieben, dem Staat brav seine Steuern zu zahlen und dergleichen mehr, schafft willige Staatsdiener.

THatten beispielsweise die Kelten überhaupt so etwas wie eine Religion? Sie haben nichts Schriftliches hinterlassen, was auf eine Religion, wie wir sie verstehen, schließen ließe. Ihre Druiden waren eher Wissenschaftler, Berater, Heiler, Schamanen, Künstler, Dichter, Sänger, … als das, was sich uns heute als Priester präsentiert. War das, was wir heute Taoismus nennen, eine Religion? Wenn ich all diese wundervollen Menschen lese, die wir dem Begriff Taoismus zuordnen – ich kann nichts finden, was mich auch nur im Entferntesten an das erinnert, was wir hier für einen Zirkus abziehen und es Religion nennen.

Ich muss grad wieder an Windsbach denken. Wir hatten eine Gemeinschaftsdusche und durften/mussten einmal in der Woche duschen. Mit Badehose versteht sich. Und was sich da in der Badehose befand – befand sich da überhaupt etwas? Also kurz: Unser Reinigungsritual hatte sich auf die Körperregionen außerhalb der Badehose zu beschränken. Irgendwann wagte ein Vikar, der gerade aus der russischen Kriegsgefangenschaft entlassen worden war, den Aufstand. Er hatte im Lager erfahren, wohin fehlende Hygienie führen konnte, also sagte er uns, wir sollten mit der Seife ruhig auch in die Badehose gehen und dort „alles“ sauber machen. Das war für mich so ein kleines Beispiel von praktischem Religionsunterricht.

Heute lese ich das von einem von uns hoch bezahlten Bischof/Militärbischof:

Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck hat die Deutschen aufgefordert, sich an Asylbewerber anzupassen. „So wie die Flüchtlinge ihre Lebensgewohnheiten ändern müssen, werden auch wir es tun müssen“, sagte Overbeck am Sonntag in Bochum. „Unser Wohlstand und die Weise, in Frieden zu leben, werden sich ändern“, betonte der Essener Bischof.

Zudem müssten die Bürger Abstand „vom gewohnten Wohlstand“ nehmen und bescheidener werden. Deutschland müsse zu einer „Gesellschaft des Teilens“ werden, sagte Overbeck, der auch Militärbischof der Bundeswehr ist, in seiner Predigt. Durch die Flüchtlingsströme würden die „gewohnten Grenzen unseres Miteinanders gesprengt“.

Für Angst und Unsicherheit bestehe jedoch kein Grund. „Alle, die kommen, sind unsere Schwestern und Brüder, weil sie von Gott her willkommen sind. Sie beschenken uns, wie wir sie.“ Aus diesem Grund dürften Asylsuchende auch nicht „auf Grenzen, Zäune, Schlepper und Lager stoßen“.

Deutschland und Europa müssten zeigen, „dass wir nicht für Abschottung und Selbstbehauptung stehen, sondern Räume der Freundschaft für Menschen auf der Suche nach Sicherheit, Verlässlichkeit, Rechtsstaatlichkeit und Wohlstand schaffen wollen und werden“. In seiner Predigt wandte sich der Bischof auch an die Bürger, die sich wegen des Asylansturms sorgen. Diese müssten lernen, was es heißt, offen zu sein“.

Bereits Anfang September hatte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, gefordert, Deutschland dürfe keine „Insel des Wohlstands werden“.

Quelle

Ich krieg echt die Krise, wenn ich das lese.


Am Montagabend war mal wieder Hamed Abdel-Samad auf 3sat in der Kulturzeit zu sehen. Oben seht ihr das Video, in dem gezeigt wird, wie er dazu aufruft, das Leben des Mohammed einmal nüchtern zu betrachten, so ganz ohne den Heiligenschein, mit dem man ihn umgeben hat. Und man würde sehen, dass Gewalt dem Islam immanent sei. Er bekam postwendend jede Menge Morddrohungen für diese Aussage. Gehört der Islam zu Deutschland?  Wenn ich das frage, bekommt die Frage, ob das Christentum und darüber hinaus das Judentum zu Deutschland gehören durchaus ihre Berechtigung. Und ich kann sie ausweiten auf: Wieso nur zu Deutschland? Und wieso nur die drei abrahamitischen Religionen? Die Frage ist doch: Wie gingen und gehen Religionen mit ihren Häretikern und den Ungläubigen um? Wir – also auch die un- oder andersgläubigen Steuerzahler – bezahlen den Bischöfen ihre Gehälter. Da wird ja wohl auch die Frage erlaubt sein, ob wir hier Verrückte oder gar Kriminelle alimentieren? Religion sei Privatsache? Schön wär’s! Religion ist ein Politikum ersten Ranges. Die Rede des Bischof hätte genauso Mutti Merkel halten können. Aber wer interessiert sich schon für Politik? Lasst uns lieber ein Gläschen trinken, ein bisschen schunkeln und mitsingen: “ Wir sind alle kleine Sünderlein, ’s war immer so, ’s war immer so. Der Herrgott wird es uns bestimmt verzeih’n, ’s war immer, immer so. …“ Es lebe die deutsche Leitkultur! (Gehört die eigentlich zu Deutschland? Wirklich?)

 

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4 Antworten zu Gehört das Christentum zu Deutschland?

  1. Nitya schreibt:

    Gerade bei „Mystik aktuell“ entdeckt und, weil’s so schön passt, stell ich’s hier auch rein:

    Die hin zur Kaaba pilgern gehn,
    Wenn nun an ihrem Ziel sie stehn,

    In einem Thale ohne Saat
    Ein altes Haus von Stein sie sehn.

    Sie gingen hin, um Gott zu schaun;
    Und nun ums Haus im Kreis sich drehn.

    Wann sie sich lange so gedreht,
    So hören sie die Stimme wehn:

    Was, Thoren, ruft ihr an den Stein?
    Wer wird vom Steine Brot erflehn?

    Wenn ihr den Tempel Gottes sucht,
    In eurem Herzen tragt ihr den.

    Wohl dem, der bei sich selbst kehrt ein,
    Statt pilgernd Wüsten durch zu gehn.

    Jelal-ad-Din Rumi (1207-1273) in der Übersetzung von Friedrich Rückert

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  2. LOB schreibt:

    Hat dies auf LOB's Metier rebloggt und kommentierte:
    Die Politik ist nichts, wenn sie nicht moralisch bzw. religiös ist.

    Die aktuelle Situation in Mitteleuropa zeigt mehr und mehr, wenn wir hinsehen, was ist und wenn wir hören, wie es sein soll.

    Es werden Parallelen gezogen zur Bibel / dem Neuen Testament, um das Politische zu untermauern. Eine Gesellschaft ist nur so tolerant, wie sie mit ihren Kritikern umgeht.

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  3. Ha! Und wieder mal bin ich absolut deiner Meinung, lieber Nitya. Interessanterweise reagieren die Gutmenschen/Gutleser bei mir im Blog genauso wie hier und momentan überall: Sie schweigen einfach, wenn das Thema brisanter wird. Refjutschies welkam, aber wehe, wenn sie mal mit den Schattenseiten (und da gibt es so sehr viele) konfrontiert werden…

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    • Nitya schreibt:

      Lieber Norbert,

      die sog. Schattenseiten sind das Salz in der Suppe des Lebens.

      Alexis Sorbas: „Leben heisst den Gürtel enger schnallen und nach Schwierigkeiten Ausschau halten!“

      Herzlichen Gruß
      Nitya

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