Ich will nicht herrschen, aber auch beherrscht nicht werden!“

 

AKürzlich habe ich mal wieder läuten gehört, dass die kürzlich erwähnte bescheuerte Lady wieder zugeschlagen habe. Sie hat ja Recht, wenn sie ihr Verhalten durch Prof. Callidari als autistisch beschreiben lässt. Mir würden ja auch noch ein paar andere Diagnosen einfallen, aber was soll’s? Ich muss ja nicht meine eigenen Projektionen auskotzen, wie sie das immer so gern tut. Allerdings möchte ich doch etwas zu dem weit verbreiteten Missverständnis bezüglich des Begriffs „Anarchie“ sagen. Insofern zerfließe ich ja schon fast vor Dankbarkeit, dass sie mir das richtige Stichwort geliefert hat. Ich greife das Kernstück ihrer absonderlichen Absonderungen heraus:

„Das Chaos, der Anarchismus aber ist weiblich. Sieht man nämlich mal genau hin, was er [das soll ich sein] tut, wenn sich nur ein wenig unliebsames Anarchisches, d.h. WEIBLICH-göttliches Chaos in seinem Blog ankündigt, wird man erkennen, dass er immer noch der Alten Zwangsordnung des Alten Adam anhaftet. Nicht allein das: Seine faschistoiden Säuberungsaktionen hinsichtlich unliebsamer Meinungsabweichler erinnern mehr an die Zuchtrute eines verängstigten Diktators …“


Ist Anarchie überhaupt mit Chaos gleichzusetzen und wenn ja: Ist Chaos, ist Arnarchie weiblich? Nun, im Sinne Laotses würde ich dem durchaus etwas abgewinnen können. Im Sinne Laotses, versteht sich. Ansonsten versteht jeder unter Anarchie und Chaos etwas anderes. Eine Begriffsklärung wäre also als Grundlage für ein Gespräch in diesem Fall wirklich sehr empfehlenswert. Aber an Gesprächen ist die Lady nun mal grundsätzlich nicht interessiert. Sie bezeichnet sich darum auch folgerichtig als „ALLEINs-Unterhalter.“

Aber zu ihrem Vorwurf, ich würde „faschistoide Säuberungsaktionen hinsichtlich unliebsamer Meinungsabweichler durchführen“. Nun, ich gestehe freimütig ein, dass ich die Lady mit Genuss aus meinem Blog rausgeschmissen hätte, so sie denn jemals darin aufgetaucht wäre. Allerdings nicht wegen irgendwelcher unliebsamen Meinungsabweichungen, sondern weil sie – als Kinder hätten wir sie vermutlich „brunsblöd“ genannt oder „olle Giftkröte“.
0Soll ein Anarchist ein Vollidiot sein? Nach Auffassung der besagten Lady offensichtlich ja. Wenn er irgendetwas dagegen unternimmt, dass sein Blog völlig zweckentfremdet wird, fürchtet er aus ihrer Sicht „WEIBLICH-göttliches Chaos“. Na von diesem WEIBLICH-göttlichen Chaos werden wir im Zuge der Völkerwanderung in Zukunft wohl noch viel zu spüren bekommen, von all diesen wundervollen WEIBLICH-göttlichen Flüchtlingen, die da in unser Land strömen und strömen werden. Wir erinnern uns, was Anarchie bedeutet:

M

Anarchie

Immer geschmäht, verflucht – verstanden nie,
Bist du das Schreckbild dieser Zeit geworden …
Auflösung aller Ordnung, rufen sie,
Seist du und Kampf und nimmerendend Morden.
O laß sie schrei’n! – Ihnen, die nie begehrt,
Die Wahrheit hinter einem Wort zu finden,
Ist auch des Wortes rechter Sinn verwehrt.
Sie werden Blinde bleiben unter Blinden.
Du aber, Wort, so klar, so stark, so rein,
Das alles sagt, wonach ich ruhlos trachte,
Ich gebe dich der Zukunft! – Sie ist dein,
Wenn jeder endlich zu sich selbst erwachte.
Kommt sie im Sonnenblick? – Im Sturmgebrüll?
Ich weiß es nicht … doch sie erscheint auf Erden!
„Ich bin ein Anarchist!“ – „Warum?“ – „Ich will
Nicht herrschen, aber auch beherrscht nicht werden!“

aus: John Henry Mackay, „Sturm“

„… aber auch beherrscht nicht werden!“ Das wird ja gern vergessen von den FEMINiSTISCH-göttlichen Macho-Jägerinnen, jedenfalls so lange es um die schlimmen Finger des Macho-Geschlechtes geht. Preisfrage: Beherrsche ich einen Besucher, wenn ich ihn aus Gründen, die ich in meinem Blog beschrieben habe, nicht mehr in meinen Blog lasse, oder werde ich beherrscht werden, wenn ich genau das nicht tue? Weht da etwa ein zwanghaft-kommunistischer Wind von „wir sollten“ herüber? Anarchie hat nicht das Geringste mit Kommunismus zu tun. Sollte ich jeden in mein nicht vorhandenes Wohnzimmer lassen, damit er dort ungestört sein Unwesen treiben kann? Wenn die Lady einen Garten hätte, den sie täglich hegen und pflegen würde, ob sie sich wohl sehr freuen würde, wenn jeden Tag ein Trupp Skinheads mit ihren Rangerboots über ihre zarten Pflänzchen latschen würde? „Links, zwo, drei, vier, …“ Ob sie wohl diesen Ausbruch von WEIBLICH-göttlichem Chaos mit Frohlocken begrüßen würde, anstatt irgendwelche faschistoiden Säuberungsaktionen hinsichtlich der unliebsamen Meinungsabweichler in Erwägung zu ziehen? Also echt, so viel Schafscheiß auf einem Haufen hab ich schon lange nicht mehr gelesen.

Anarchie hat nichts mit Bombenwerfen und Revolution zu tun. Anarchie und Frieden sind untrennbar eins. Frieden allerdings nicht im Sinn von Gandhi oder Jesus mit seiner linken Wange. Ein Anarchist tut, was jede Katze tut: Er übernimmt Verantwortung für sich. Er sorgt für sich. Und wenn ihm jemand komisch kommt, muss der sich nicht wundern, wenn er wie eine Katze reagiert. Ein Blick in „Der Einzige und sein Eigentum“ von Max Stirner wäre hilfreich. Ich habe allerdings fast schon die Gewissheit, dass die Lady längst ihrem Altersstarrsinn und ihrer Altersbosheit völlig ausgeliefert ist.

So, das war’s. Noch eine Bitte: Verschont mich bitte mit gut gemeinten Hinweisen auf diesen dämlichen Blog! Dafür ist mir echt meine Zeit zu schade.

(Nachtrag: Ich habe ein unkommentiertes Video gefunden, an dessen Kommentar  Marianne gestern Anstoß zu nehmen beliebte. Ich habe heute die unkommentierte Version reingesetzt. Bleiben also nur noch Merkels Aussagen.)

F

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10 Antworten zu Ich will nicht herrschen, aber auch beherrscht nicht werden!“

  1. Lustig, lieber Nitya, diese Leute, die einen auf beleidigte Leberwurst machen, wenn sie aus einem Blog gekickt werden. Da darf ich mir auch so manches anhören😉

    Was diese professionell Betroffenen aber zu vergessen scheinen (und deswegen zu Höchstform auflaufen, mit Forderungen, „ich habe aber ein Recht drauf“ und dergleichem Zeug mehr), ist die folgende schlichte Tatsache:

    Mein Haus, meine Regeln.

    Wenn du dich nicht benimmst, so wie in MEINEM Haus MEINE Regeln es vorschreiben, fliegst du. Ganz einfach, ganz banal, ganz menschlich, ganz NORMAL.

    Daumen hoch für dich, lieber Nitya. Mach weiter so, und kick ass, take names😉

    Norbert

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    • Nitya schreibt:

      Lieber Norbert,

      es soll ja da bei den Krokodilen dieses barbarische Recht des Stärkeren geben. „Wem gehört diese leckere Antilope? Na mir – oder willst du sie mir streitig machen? Komm nur her, dann mach ich dich platt.“ Das gefiel den schwächeren Krokodilen oder wer da sonst noch scharf auf die Antilope war, nicht die Bohne. Also setzten sie sich zusammen und beratschlagten, wie sie trotz ihrer Schwäche an die Antilope kommen könnten. Und da fiel ihnen einiges ein. Eine zu schaffende Verfassung, gleiche Rechte für alle oder Mitgefühl für die Schwachen oder so etwas wie eine soziale Marktwirtschaft oder demokratische Prinzipien oder Gottwohlgefälligkeit und noch viel mehr.

      „In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt.“ sagte Egon Bahr. Hat er nicht Recht? Gilt nicht immer noch das Recht des Stärkeren? Recht und Moral sind nur Waffen, mit denen den Starken ihre Antilope abgenommen werden soll. Das leisten nicht nur Staat und Kirche, sondern alle Schwachen. Starke nehmen sich, was sie haben wollen oder verhandeln.

      Wenn wir so weiter machen, kriegen wir gleich eine dicke Nazi-Keule auf den Kopf. Da hilft nur eins:

      Ich bin ein Nazi.

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      • Lieber Nitya, Bahr hat recht, ich hab sein Zitat auch schon des Öfteren verwendet🙂

        Hahaha, mir gefällt dein vorauseilender Gehorsam, du hast dich gewissermaßen selbst denunziert.🙂

        Aber wo du recht hast, hast du recht. Wenn es mit der politischen Korrektheit dann soweit geht, dass manche Leute nicht einmal mehr geradeaus denken können, dann wird’s Zeit, einfach mal richtig zu sagen, was Sache ist.🙂

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  2. Marianne schreibt:

    Lieber Nitya,

    solche menschlichen Phänomene (giftige Kritiker-Stimmen) können uns nur beherrschen, wenn wir sie für wahr nehmen …
    Mir wäre gar nicht aufgefallen, dass es sie gibt, wenn du sie nicht immer mal wieder erwähnt hättest.
    Vielleicht passt hier aber auch das Sprichwort „viel Feind, viel Ehr“ …😉

    Herzlich
    Marianne

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    • Nitya schreibt:

      Liebe Marianne,

      solche Phänomene wie der Einbrecher, von dem ich mal erzählt habe, der gerade dabei war, mit einem Stemmeisen meine Terrassentür aufzuhebeln, können uns nur beherrschen, wenn wir sie für wahrnehmen? Hab ich dich da richtig verstanden?

      Du hast eine seltsame Art der Realitätsverleugnung. Jetzt könnten wir ein tiefschürfendes Gespräch darüber führen, was Realität überhaupt sei. Aber da bin ich erst mal völlig unphilosophisch. Ein Einbrecher ist ein Einbrecher und erfordert eine möglichst angemessene Reaktion meinerseits. Also mit Gebrüll auf ihn. Hinterher können wir dann beim Kaminfeuer und einem guten Rotwein gerne darüber philosophieren, ob es ihn überhaupt gegeben hat. Mich wundert nicht, dass du dich nicht für Politik interessierst.

      Aber ich verzeihe dir großmütig.
      Herzlichst
      Nitya

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      • Marianne schreibt:

        solche Phänomene wie der Einbrecher, von dem ich mal erzählt habe, der gerade dabei war, mit einem Stemmeisen meine Terrassentür aufzuhebeln, können uns nur beherrschen, wenn wir sie für wahrnehmen? Hab ich dich da richtig verstanden?

        Nein, hast du nicht. Dieses „Phänomen“ halte ich für eine reale Bedrohung und ich freue mich, dass du ihn offenbar gut abwehren konntest …🙂

        Und … es gibt so viele hausgemachte „Dämonen“, die wir als Bedrohung von außen wahrnehmen, obwohl sie (nur) Projektionen eigener Ängste sind. Mit denen versuche ich, anders umzugehen.

        Eine Blogschreiberin, die alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel nutzt, sich einem Austausch und Dialog zu verweigern, würde ich persönlich nicht als reale Bedrohung erkennen. „Pieksen“ würde mich das nur, wenn ich mich einer Beschäftigung mit ihr nicht entziehen könnte.

        Du hast eine seltsame Art der Realitätsverleugnung.

        Verleugnen tue ich solche Phänomene nicht – ich beobachte nur sehr genau meine (automatische) Reaktivität und agiere sie gegebenenfalls bewusst nicht aus …

        Jetzt könnten wir ein tiefschürfendes Gespräch darüber führen, was Realität überhaupt sei. Aber da bin ich erst mal völlig unphilosophisch. Ein Einbrecher ist ein Einbrecher und erfordert eine möglichst angemessene Reaktion meinerseits. Also mit Gebrüll auf ihn. Hinterher können wir dann beim Kaminfeuer und einem guten Rotwein gerne darüber philosophieren, ob es ihn überhaupt gegeben hat. Mich wundert nicht, dass du dich nicht für Politik interessierst. .

        Ich denke, dass ich beim „Brüllen“ durchaus noch etwas von dir lernen kann.😉
        Und … Politik ist wirklich nicht „mein Ding“

        Liebe Grüße
        Marianne

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      • Nitya schreibt:

        Liebe Marianne,

        unpolitisch zu sein ist ausgesprochen politisch relevant. Ist dir das wirklich nicht klar?

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      • Marianne schreibt:

        unpolitisch zu sein ist ausgesprochen politisch relevant. Ist dir das wirklich nicht klar?

        Lieber Nitya,

        kann man überhaupt unpolitisch sein? Ich bin mir eigentlich nur sicher, dass ich keiner Partei angehören möchte und dass Politikerin für mich kein Beruf wäre, mit dem ich mein Geld verdienen will.
        Wenn ich euch hier so mitlese, beginne ich zu verstehen, dass eine rein psychologische und humanitäre Betrachtungsweise (die mir nahe liegt) in der Flüchtlingsfrage einseitig ist und zu kurz greift …
        Falls du weitere Bretter vor meinem Hirn zu erkennen glaubst, kannst du sie mir gerne herunter reißen …
        Mit herzlichem Gruß
        Marianne

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      • Nitya schreibt:

        Liebe Marianne,

        ich hatte das hier schon mal erwähnt, das ein Häufchen Therapeuten von Wolfgang Schmidbauer irgendwo in den Bergen genau zu diesem Thema zu einem Meinungsaustausch gebeten wurde. Die Frage, um die es also ging, war: Sind wir, die Therapeuten, nicht genauso neurotisch und durchgeknallt wie unsere Klienten, wenn draußen die Welt vor die Hunde geht und wir uns um unsere Neuröschen oder die der anderen kümmern? Du kannst es dir ja mal ganz drastisch vorstellen. Du lebst 1945 in Hiroshima und die Amis fliegen mit ihrer Bombe auf die Stadt zu. Du bist gerade in einer Sitzung mit einer jungen Frau, die sich von ihrem Ehemann zu wenig beachtet fühlt. Du fragst sie danach, ob sie sich schon in ihrer Kindheit zu wenig beachtet gefühlt hat, in der Schule … und BUMM!

        Ich wollte nie in eine Partei gehen. Damals beim Misstrauensvotum gegen Willy Brandt bin ich in die SPD gegangen, wurde nach einem halben Jahr Ortsvereinsvorsitzender, kurz darauf Stimmkreisvorsitzender, um unseren Kandidaten Dieter Lattmann, Vorsitzender des Schriftstellerverbandes, in den Bundestag zu kriegen und vor allem möglichst viele Stimmen für Willy Brandt zusammenzukriegen. Als Brandt zurücktrat, gab ich meine Ämter zurück und verließ bald darauf wieder die SPD. Ich war nicht an einer Parteikarriere interessiert und der kurze Einblick in die Parteistruktur lässt mich noch heute schaudern.

        Simone Weil sagte über die politischen Parteien:

        1. Eine politische Partei ist eine Maschine zur Fabrikation kollektiver Leidenschaft.
        2. Eine politische Partei ist eine Organisation, die so konstruiert wird, dass sie kollektiven Druck auf das Denken jedes Menschen ausübt, der ihr angehört.
        3. Der erste und genau genommen einzige Zweck jeder politischen Partei ist ihr eigenes Wachstum, und dies ohne Grenze.

        Ich kann ihr nur zustimmen. Mit Politik hat das auch was zu tun, ja, mit pervertierter Politik. Für mich ist ein politischer Mensch in erster Linie ein Mensch, der in seiner unmittelbaren Umgebung ganz praktisch die Dinge anpackt, die zu zu erledigen sind. Der Frau Holle-Test im Märchen. Nicht politisch sein, bedeutet, sich den Herausforderungen des Lebens zu verweigern und irgendein Gedankenkonstrukt der Realität vorzuziehen. Auch das ist in seiner Verweigerung der Teilhabe am politischen Leben politisch.

        Herzlichst
        Nitya

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      • Marianne schreibt:

        Danke!🙂

        Gefällt mir

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