Bankei: Alle haben einen ungeborenen Buddha-Geist.

BEure Augen sehen und unterscheiden Rot- und Weißtöne und andere Farben, und eure Nase weiß, was gut riecht und was nicht. Und obgleich ihr nicht im Vornhinein wissen könntet, was es hier zu sehen, zu hören und zu riechen geben wird, erkennt ihr diese Eindrücke doch ganz unvorbedacht, sobald ihr sie empfangt. Das ist so, weil ihr im Ungeborenen seht und hört.

Dass ihr so hören und sehen könnt, ohne erst den Gedanken dazu fassen zu müssen, beweist, dass der innewohnende Buddha-Geist ungeboren ist und ihm eine wunderbar erleuchtende Weisheit eignet. Das Ungeborene tritt darin in Erscheinung, dass der Gedanke „Ich möchte sehen“ oder „Ich möchte hören“ nicht geboren wird. Wenn ein Hund heult, mögen auch zehn Millionen Menschen im Chor sagen, es sei der Ruf einer Krähe – ihr würdet es wohl doch nicht glauben. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass es gelingen könnte, euch dergleichen weiszumachen. Das liegt an der wunderbaren Wachheit und Ungeborenheit eures Buddha-Geistes. Weshalb sage ich, es liegt im Ungeborenen, dass ihr so sehen und hören könnt? Weil der Geist keinen Gedanken, keine Absicht zu sehen oder zu hören gebiert. Deshalb ist er un-geboren. Und da er ungeboren ist, ist er auch unsterblich. Was nicht geboren wurde, kann unmöglich vergehen. Das meinte ich, wenn ich sage, dass alle Menschen einen ungeborenen Buddha-Geist haben.

aus: Bankei, „Die Zen-Lehre vom Ungeborenen“EBankei liebt’s ja ganz einfach: „Dass ihr hören und sehen könnt, ohne erst den Gedanken dazu fassen zu müssen, beweist, dass der innewohnende Buddha-Geist ungeboren ist und ihm eine wunderbar erleuchtende Weisheit eignet.“ Dass sie hören und sehen können, ohne erst den Gedanken dazu fassen zu müssen, trifft auch auf die Eichhörnchen zu. Auch in ihnen lebt also der innewohnende Buddha-Geist. Und wenn Bankei abschließend sagt, dass alle Menschen einen ungeborenen Buddha-Geist haben, dann muss das auch auf die Eichhörnchen zutreffen und den Rest aller Lebensformen.

An anderer Stelle sagt Bankei: „Wenn ihr den ungeborenen Buddha-Geist wegen eines verstorbenen Elternteils oder Kindes in Verblendung verwandelt, so lebt ihr innerlich als Tier. Das gilt schon für euer jetziges Leben, doch nach eurem Tod werdet ihr ganz dem Tierdasein verfallen, in welchem Eltern und Kinder mit Zähnen und Klauen gegeneinander kämpfen.“ Also das sagt der berühmte Zen-Meister Bankei Eitaku. Wer bin ich zu sagen: Was redet dieser Kerl eigentlich für einen Stuss? Also, erstens haben wir alle den ungeborenen Buddha-Geist. Der Beweis dafür ist, dass wir Töne und Farben unterscheiden können. Nachdem dies auch die Tiere können, müssen auch sie Buddha-Geist haben. Zweitens können wir den ungeborenen Buddha-Geist in Verblendung verwandeln. Gelingt uns dies, müssen wir innerlich als Tier leben, die nach Adam Riese wiederum einen Buddha-Geist haben. Ich lass mal die düsteren Prophezeiungen für die Zeit nach dem Tod eines in Verblendung Gefallenen weg. Was soll ich denn zu all dem sagen außer: Was für ein Stuss!

Sollte ich Meister Bankei grob-fahrlässig Unrecht getan haben, bitte ich freundlichst um Aufklärung für meinen nichtswürdigen Buddha-Geist.

S

 

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