Huang-po: Ein intellektueller Weg, Buddha zu vertreiben.

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Bodhi-Geist ist nicht etwas, das erreicht werden kann. Könntest du dich in diesem Augenblick davon überzeugen, dass er unerreichbar ist und tatsächlich überhaupt nichts jemals erlangt werden kann, dann hättest du den Bodhi-Geist. Da Bodhi-Geist kein Zustand ist, kann man ihn nicht erreichen. …

Wenn du wirklich erkannt hast, dass alle Lebewesen eins mit Bodhi sind, dann wirst du nicht mehr denken, Bodhi sei zu erreichen. Du magst von anderen über dieses „Erreichen des Bodhi-Geistes“ gehört haben, doch ist dies ein intellektueller Weg, Buddha zu vertreiben. Auf diesem wirst du nur scheinbar Buddhaschaft erlangen. Würdest du auch Äonen um Äonen auf diesem Weg ausharren, du würdest nur den Sambhogakāya und Nirmānakāya erreichen. Was aber hätte dies mit deinem ursprünglichen und wirklichen Buddha-Wesen zu tun? Darum steht geschrieben: „Den Buddha außerhalb von dir in einer Gestalt zu suchen, hat nichts mit dir zu tun.“

aus: Huang-po, „Der Geist des Ch’an“ – und sein Dharma-Erbe Linji sagte dazu:

Übende des Weges, wenn ihr meine Sicht aufgreift, dann schneidet ihr die Köpfe des Sambhogakāya und Nirmānakāya-Buddha ab, und dann ist jemand, der die Übung der zehnten Stufe vervollkommnet hat, nur ein Tagelöhner, die Erleuchtung der Gleichheit und die Erleuchtung der Tiefgründigkeit sind wie jemand, der mit einem Halseisen gefesselt ist, Arhats und Pratyeka-Buddhas sind wie ein Latrinegraben, Bōdhi und Nirvāna sind wie ein Eselspflock. Warum ist das so? Weil ihr die Leerheit der drei Weltzeitalter nicht realisiert, habt ihr solche Hindernisse.

BKann man den Bodhi-Geist überhaupt vertreiben? Huang-po sagt: „Da Bodhi-Geist kein Zustand ist, kann man ihn nicht erreichen.“ Man kann ihn nicht erreichen und man kann ihn aus demselben Grund auch nicht vertreiben. Es ist immer noch dasselbe Bild, das mir dazu einfällt: Wenn ich in den Himmel schaue, sehe ich Wolken oder ich sehe keine. Kleine Schäfchenwolken, ein bedeckter Himmel, dunkle Gewitterwolken, was auch immer – wechselnde Zustände. Und über den Wolken und ohne die Wolken …

Der Himmel ist kein Zustand. Er ist immer da, ob wolkenverhangen oder wolkenlos. Wie könnte man den Himmel vertreiben? Über den Wolken – grenzenlose Freiheit.
Wir sind eins, sagt die ARD. Huang-po sagt: „Wenn du wirklich erkannt hast, dass alle Lebewesen eins mit Bodhi sind, dann wirst du nicht mehr denken, Bodhi sei zu erreichen.“ Was haben sie sich doch alle Mühe gegeben, die ollen Ch’an-Meister, dies den „Schülern des Weges“ zu verklickern: „Bodhi ist nicht zu erreichen.“ Aber bis heute fummeln die „Schüler des Weges“ an irgendwelchen Bedingungen herum und machen sich wichtig mit ihren angeblichen Kenntnissen. Ich sitze mit meinem Arsch auf meinem Stuhl – wie sollte ich je diesen Platz erreichen können? Ja Himmelherrgottsakrament, ist das so schwer zu verstehen?

EHier sitze ich
und kann mich nicht erreichen.
Gott helfe mir.
Amen

 

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12 Antworten zu Huang-po: Ein intellektueller Weg, Buddha zu vertreiben.

  1. Paulette schreibt:

    Hallo lieber Nitya,

    du schriebst:

    „Ich sitze mit meinem Arsch auf meinem Stuhl – wie sollte ich je diesen Platz erreichen können? Ja Himmelherrgottsakrament, ist das so schwer zu verstehen?“

    Nein, das ist gar nicht schwer zu verstehen. Es ist total einfach und auch logisch was du da sagst.
    Nur hat es nichts mit dem zu tun wonach gesucht wird.

    Wie schon in den letzten Tagen mal erwähnt ist das wonach gesucht wird, nicht mit dem Verstand und auch nicht mit der Vernunft zu finden.

    Denn dazu braucht es Wahrnehmung.

    Wenn du auf einem Stuhl sitzt und davon nichts weißt, weil du es nicht wahrgenommen hast, dann kann es hilfreich sein mittels Wahrnehmung zu erforschen worauf der Verstand und die Vernunft nicht antworten können.
    Der Verstand wird dir zwar sagen, dass du auf einem Stuhl sitzt, die Vernunft kann dann fragen ( Byron Katie mäßig😀 ) ist das wahr, dass ich auf einem Stuhl sitze und dann wäre es toll, wenn die Wahrnehmung deines Popos, der Sitzhöcker, der Beine, wie auch immer, eine Info an den Verstand senden würden – jaaaaaa – jipppiiiiiihhh – wir sitzen auf einem Stuhl.

    Es ist also, den von dir so verschmähten Spiris, keine Frage der Verstandeserleuchtung, auch keine Frage der Vernunft, sondern eine Frage der eigenen Wahrnehmung von:

    Ich bin Buddha und weiß es, verstehe es und (!) ich nehme es wahr.

    Wenn ich dich nocheinmal zitieren darf:

    „Ja Himmelherrgottsakrament, ist das so schwer zu verstehen?“😀

    ganz lieben Gruß in den Tag

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  2. fredo0 schreibt:

    es ist wie als jugendlicher …
    hauptsache wo anders … nur nicht zuhause …😀

    oder aber …
    einst ergab es sich in fredoos leben , dass er dann auch zu füßen eines „davorne saß“ , was er jahrzentelang gemieden hatte , wie der berühmte teufel das weihwasser , und er nach wenigen sätzen wusste , es mag von anderen „davornesitzern“ andere erklärungen und hinweise geben , aber näher „dran“ als diese hier , werden sie nicht sein können . dessen war er sich völlig gewiss . danach saß er einfach nur zufrieden wie ein sattes baby auf seinem bereits damals recht gut gepolstertem hintern … in all den jahren danach wunderte er sich nur mit welcher intensität fast alle anderen besucher da frage um frage präsentierten … und das oft auch mit jahrelanger ausdauer ( man kannte sich ja nach einiger zeit🙂 ) er selber hatte zwar (noch) keine antwort , aber auch keine fragen (mehr) … doch so ganz langsam , sich quasi von hinten einschleichend , entstand ein merkwürdiges gefühl … war er womöglich weniger wert , weil er gar keine fragen hatte ? … und so begann er krampfhaft nach wenigstens einer zu suchen , um nicht als sucher-light unterzugehen in dieser besuchergemeinschaft … es dauerte trotzdem einige tage bis er eine fand , und die dann auch präsentierte , zwar mit einer gewissen scheu , da des fragen ungewohnt , aber doch recht entschlossen : „wenn ES doch unser aller eigentliche natur ist , warum lässt uns dann das geschick erst in der verwirrung versinken , welchen nutzen hätte das denn , und ohne nutzen scheint mir doch nichts zu geschehen ?“ …
    die antwort war erst ein schlichtes , süffisant belächeltes „warum denn nicht ?“ das dann doch weitergeführt wurde mit : „womöglich , weil ES so unspektakulär normal ist , dass wir ES als ES gar nicht würdigen könnten , wenn wir zuvor nicht in Verwirrung ordentlich Abstand gewonnen hätten“ .

    vielleicht bedarf es da auch erst einmal einer verglorifizierung des bodhi-geistes bevor dessen völlige normalität überhaupt „bemerkt“ werden kann ….

    möglicherweise …

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  3. Eno Silla schreibt:

    Ach ja, kennt ihr das, dieses Nasruddin Gefühl,
    dass irgendwie jeder recht hat?
    Ich höre was Menschen sagen und es denkt in mir sehr oft:
    ja, der oder die hat irgendwie recht.
    Und wenn ihr mir sagen würdet: „Aber Eno, es können doch nicht alle recht haben!“, dann würde ich sagen: „Ja, ihr habt recht!“ Das ist dieses seltsame Nasruddin Gefühl…
    Nur gelegentlich sage ich „NEIN“, wenn mir irgendetwas aggressiv erscheint, gewaltätig wird, dann ist da sehr oft der Impuls ganz schnell zu verschwinden…
    Also was ich sagen will, ihr alle hier im Blog, ihr habt recht! Ja, das behaupte ich mit Fug und Recht.
    Und nun sagt mir, dass ich nicht recht habe!

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    • Nitya schreibt:

      Lieber Eno,

      du hast nicht recht.

      Nasruddin sagt nicht, dass beide Parteien recht haben.
      Er sagt nach Anhörung der ersten Partei: Da hast du recht.
      Er sagt nach Anhörung der zweiten Partei: Da hast du recht.
      Und zum Vorwurf, dass doch nicht beide Parteien recht haben könnten: Da hast du recht.

      Er sagt also: Aus der Sicht der ersten Partei hat diese recht.
      Aus der Sicht der zweiten Partei hat diese recht.
      Aber aus einer dritten Sicht können unmöglich beide recht haben.

      Anders gesagt:
      Wenn die erste Partei ihrer Sicht glaubt,
      muss sie glauben im recht zu sein.
      Dasselbe gilt für die zweite Partei.
      Das heißt aber nicht, dass sie beide recht haben.

      Deshalb sage ich zu dir:
      Wenn du sagst: „Ihr alle hier im Blog, ihr habt recht!“,
      hast du nicht recht.

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