Linji: Was fehlt denn jetzt genau?

P Schüler des Weges, die Leute sagen: „Es gibt einen Übungsweg, es gibt ein Dharma zu erkennen.“ Welches Dharma würdet ihr erkennen und welchen Weg praktizieren? Was fehlt denn genau jetzt in euren Aktivitäten? Was muss denn da in Ordnung gebracht werden?

Junge, unreife Schüler verstehen diesen wichtigen Punkt nicht, glauben an wilde Fuchsgeister und hören sich deren täuschende Lehrreden an. Sie lassen es zu, dass andere von Aberglauben gefesselt werden und behaupten: „Prinzip und Übung stimmen überein. Man muss sich sorgfältig um die drei Karmas kümmern. Schließlich wird man Buddhaschaft erlangen.“ Die auf diese Weise predigen, sind so zahlreich wie die dünnen Tropfen des Frühlingsregens.

Ein Weiser sagte: „Wenn du einen herausragenden Menschen des Weges auf dem Weg triffst, dann darfst du nicht einmal das Wort „Weg“ erwähnen. Darum heißt es auch: „Wenn jemand den Weg praktizieren will, funktioniert der Weg nicht. Myriaden von Täuschungen treten dann in einen Wettstreit miteinander. Wenn aber das Schwert der Weisheit zur Hand ist, dann bleibt nichts übrig. Selbst vor dem Erscheinen des Lichtes ist die Dunkelheit bereits erleuchtet.“ Ein anderer Weiser sagte: „Der Alltagsgeist ist der Weg.“

aus: Linji Yixuan. „Linji Yulu“B„Welches Dharma würdet ihr erkennen und welchen Weg praktizieren? Was fehlt denn genau jetzt in euren Aktivitäten? Was muss denn da in Ordnung gebracht werden?“ Ratet mal, was Pu der Bär auf diese Fragen antworten würde! (Nobert, einsagen gildet nicht!) Mir gefallen diese Ch’an-Meister so außerordentlich gut, weil sie noch ganz den Stallgeruch der ollen Taoisten am Leib haben. Sie haben keinen Bock, sich an irgendwelchen buddhistisch-scholastizistischen Spitzfindigkeiten zu beteiligen, und solltest du es dennoch wagen, könnte es passieren, dass sie dir eine überbraten, um deinen schlauen Kopf wieder auf seinen weisen Popo zu stellen. Wie sonst solltest du den süßen Honig dieses Augenblicks genießen können? Mein besonderer Freund Ikkyû Sôjun beklagt sich mehrfach darüber, wie wenig seine sog. Gefährten von der Nicht-Besonderheit eines Linji verstanden haben.

Aber da mussten nicht erst ein paar Jahrhunderte vergehen und das chinesische Ch’an zum japanischen Zen mutieren, auch Linji selbst macht sich über die Fuchsgeister lustig und ihr Gequatsche von wegen „Prinzip und Übung stimmen überein. Man muss sich sorgfältig um die drei Karmas kümmern. Schließlich wird man Buddhaschaft erlangen.“ Und was sagt Pu dazu? Ich vermute mal: „Aahhh, dieser Honig schmeckt köstlich!“ Falls er das überhaupt sagt und nicht zu beschäftigt damit ist, den Honig von seiner Tatze abzuschlabbern.

„Ein Weiser sagte: ‚Wenn du einen herausragenden Menschen des Weges auf dem Weg triffst, dann darfst du nicht einmal das Wort ‚Weg‘ erwähnen.“ Und Pu murmelt nur: „Was’n für’n Weg?“S

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7 Antworten zu Linji: Was fehlt denn jetzt genau?

  1. Eno Silla schreibt:

    Heute findet sich auf der Webseite des Unterstützerkreises um Ralph Boes, der so langsam verhungert, dieser Einblick in die absurde Welt:
    „Ach ja, für die, die von der sich bereichernden Armutsindustrie noch nicht mitbekommen haben:
    der Veranstalter dieses Wahnwitzes hat das Lachen – die „Reaktivierungs“-Verdonnerten die Entwürdigung durch Androhung von Sanktionen = Bestrafung durch Androhung von Existenzentzug!
    Der „Plastikkaufmannsladen“-Organisator bekommt pro Monat pro Kopf 800,00 – beim Beitrag wurden 45 Menschen zum Spielen genötigt >> 36.000 € im Monat für den Maßnahmeträger. Läuft doch!“

    http://www.wir-sind-boes.de/newsticker-2.html

    Was fehlt denn genau jetzt in euren Aktivitäten? Was muss denn da in Ordnung gebracht werden?
    Genau, lieber Puuh, da ist überhaupt kein Honig drin, den du genüßlich wegschlabbern könntest!

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    • Nitya schreibt:

      Lieber Eno,

      also hier schreibt jetzt der fiese Nitya und nicht der honigschlabbernde Pu.
      Und dem fiel dieses Zitat auf „Wir sind Boes“ ins Auge:
      „Darf das Lebensrecht eines Menschen von seinem staatlichen „Wohlverhalten“ abhängen?“ Dass das Ganze eine einzige Schweinerei ist, darüber brauchen wir uns sicher nicht verständigen.

      Da gibt es jedoch ein „Aber“: Byron Katie würde jetzt fragen:“Was glaubst du eigentlich, in welcher Welt du lebst?“ Glaubst du etwa an das Märchen von Gerechtigkeit? Oder Menschlichkeit? Dann wirst du nicht nur unter den Verhältnissen leiden, sondern auch noch unter deinen unerfüllten Forderungen an die Welt.

      „Darf das Lebensrecht eines Menschen von seinem staatlichen „Wohlverhalten“ abhängen?“ Darf das Lebensrecht eines schiffbrüchigen Menschen davon abhängen, dass er sich in seiner Kindheit so wohl verhalten hat, wenigstens den Freischwimmer gemacht zu haben? Darf das Lebensrecht eines Menschen im Dschungel davon abhängen, dass er mal ein Überlebenstraining erfolgreich absolviert hat?

      Die Beispiele sind doof. Was ich sagen will: Es gibt kein Überlebensrecht – außer auf dem Papier. Es gibt überhaupt kein Recht.

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      • Eno Silla schreibt:

        Lieber Nitya,

        „Die Beispiele sind doof. Was ich sagen will: Es gibt kein Überlebensrecht – außer auf dem Papier. Es gibt überhaupt kein Recht.“

        die Beispiele sind doof, da hast du recht. Hier ist einfach ein Fühlen, ein Mitfühlen, auch aus eigener Betroffenheit, ich hab den ganzen Kram mitgemacht, der da von R. B. beschrieben wird und es hat mich krank werden lassen, dass die Krankheit dann wiederum ein Schutzschild war, dass sie mich in gewisser Weise befreit hat von Drangsalierung ist auch wieder so was aus der absurden Welt. Es erinnert mich an diesen berühmten Krishnamurtisatz. Also dieses Krankwerden ist eigentlich Gesundheit. Natürlich hast du recht (also gibt es zumindest recht haben?🙂 ), es gibt kein Recht, auf überhaupt nichts gibt es ein Recht, das wird überaus deutlich, wo wir auch hinschauen, wird uns diese Wahrheit präsentiert und dennoch… Weil das so ist, deswegen sage ich, setzen wir uns ein, jede(r) so wie er/sie kann und mag (und Ralph Boes auf eine sehr krasse Weise):
        Für dieses Recht, dass es nicht geben kann! Für ein würdiges Dasein, für das Leben und Lebendigkeit. Immer mit dem Wissen, dass dies auch gleichzeitig das Gegenteil transportiert in einer dualen Welt…

        Herzliche Grüße
        Eno

        Ohne die Liebe
        ist jedes Opfer Last,
        jede Musik nur Geräusch,
        und jeder Tanz macht Mühe.

        Rumi, Das Lied der Liebe

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  2. Nitya schreibt:

    „…dass die Krankheit dann wiederum ein Schutzschild war, dass sie mich in gewisser Weise befreit hat von Drangsalierung ist auch wieder so was aus der absurden Welt.“

    Lieber Eno,

    so doof meine Beispiele waren, entspricht deine Krankheit doch in gewisser Weise dem Freischwimmer bzw. dem Überlebenstraining aus meinen Beispielen. Wenn es kein Recht gibt, und es gibt kein Recht, bleibt dir doch gar nichts anderes übrig, als in dieser absurden Welt auch auf absurde Weise um dein Überleben zu kämpfen. Auch R.B. kämpft auf seine Weise für sein Ziel.

    Die Liebe, von der Rumi spricht, kann natürlich nicht eingefordert werden und niemand kann einen einklagbaren Rechtsansprucxh auf sie erheben; sie kann sich in all dieser Rechtlosigkeit nur verschenken, falls sie sich verschenken will. Und wenn sie sich verschenken will, dann muss sie sich verschenken. Auch da gibt es keine Wahl.

    Herzlichst
    Nitya

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    • Eno Silla schreibt:

      Lieber Nitya,
      da bleibt mir nur noch, wie auch du es gerne tust, mit diesem kleinen Einwurf zu erwidern:
      Es gibt keine Wahl
      Es gibt eine Wahl
      Weder gibt es eine Wahl, noch gibt es keine Wahl
      Es gibt sowohl eine Wahl als auch keine Wahl…
      All dies und selbst das nicht!

      Ich grüße dich ganz herzlich
      Eno

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      • Nitya schreibt:

        Lieber Eno,

        das müsste man eigentlich hier jeden Morgen als Erstes veröffentlichen. Das gerät ständig in Vergessenheit.

        Das Vergessen wird vergessen.
        Das Vergessen wird nicht vergessen.
        Das Vegessen wird sowohl vergessen wie es nicht vergessen wirdl.
        Weder wird das Vegessen vergessen noch wird es nicht vergessen.

        Jetzt hab ich doch glatt mein Essen vergessen.
        Also ganz real.😉

        Herzlichst
        Nitya

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