Osho: Alle Philosophie ist der Feind der Wahrheit.

 

ODie Philosophie ist der Feind der Wahrheit. Und wenn ich „Philosophie“ sage, meine ich alle Philosophie, einschließlich meine, weil die Philosophie einen Schleier aus Worten webt und man dann die Wirklichkeit nicht mehr als das erkennen kann, was sie ist. Sie verzerrt die Wirklichkeit, sie maskiert die Wirklichkeit, sie versteckt die Wirklichkeit, sie verdeckt die Wirklichkeit.

Die Wahrheit ist nackt, die Wahrheit ist überall, die Wahrheit ist innen wie außen; und die einzigen Hindernisse sind die Wörter, die Theorien, die Theologien, die man euch eingeimpft hat. Sie erlauben euch nicht zu sehen, was ist, sie stellen sich in den Weg, sie machen voreingenommen. Jegliche Philosophie ist ein Vorurteil, und die Begriffe sind allesamt keine Brücken – kein Begriff ist eine Brücke -, sondern sie sind Barrieren.

Eines Tages irgendwann erreicht ein authentischer Wahrheitssucher jenen Augenblick der Erkenntnis, da er sich erschöpft fühlt und müde – von all diesem Unsinn, der sich im Namen des Denkens abspielt. Das Wort Gott ist nicht Gott. Wie lange kannst du mit dem bloßen Wort herumspielen? Das Wort Speise ist keine Speise. Wie lange kannst du dich mit dem Wort Speise abspeisen lassen und hungrig bleiben?

aus: Osho, „The Pathless Path“

„Alle Philosophie ist der Feind der Wahrheit.“ sagt der Philosophieprofessor Chandra Mohan Jain alias Osho und sagt damit dasselbe wie Seng-ts’an und viele andere. Die „Philosophia perennis“ ist im Grunde vollkommen wortlos und absolut still. DAS hat nix mit Philosophie zu tun, nix mit Denken, nix mit Bescheid-Wissen, nix mit Diskutieren, nix mit Rumplappern, … von all dem schwillt einem bloß der Kopf an.

SUnd es hat auch nix mit dem Hintern-Platt-Sitzen zu tun. Es hat überhaupt mit rein gar nix irgendetwas zu tun. Wenn es tatsächlich mit irgendetwas zu tun hätte, dann wohl eher mit dem Wegfallen aller Bemühungen und aller Vorstellungen.

Und genau das ist ja das Kreuz, dass man damit so gar nix anfangen kann. Völlig sinn- und nutzlos. „Brotlose Kunst“ hätte das mein Vater genannt und mir jede Unterstützung verweigert. Das hat schon sein Vater so gehandhabt, dabei wollte er eigentlich ganz harmlos nur Musiker werden oder Maler. Nein, es musste schon ein sog. Brotstudium sein. Und dieses Verhalten steht ja nun wirklich für unsere ganze Gesellschaft. Alles muss Sinn und Nutzen haben. Und wenn’s nur der Vorteil der Entspannung ist, der beim Meditieren herausspringen soll. Oder man errichtet irgendwelche Religionen um dieses Allerheiligste herum, baut Tempel und Kirchen, studiert heilige Bücher, kann innerhalb der Organisation etwas werden und aufsteigen und schon hat man wieder seinen Sinn und Nutzen. Man kann einen Doktor machen oder seinen Professor und sehr geschwollen daherreden – über nix. Das muss man ja erst mal können. Gott sei Dank gibt es die vielen Schäfchen, die sich nichts sehnlicher wünschen, als dass ihnen jemand dieses Nichts erklärt, das natürlich nicht Nichts heißt, sondern irgendeinen heiligen Namen hat.LBuddha soll eine Lotusblume hochgehalten haben. Ehrlich gesagt ist mir das schon wieder viel zu heilig. Elwoods Gänseblümchen gefällt mir da sehr viel besser.

BKeine Philosophie, kein platter Hintern, nur ein Gänseblümchen. – Das ist es auch schon.

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12 Antworten zu Osho: Alle Philosophie ist der Feind der Wahrheit.

  1. Eno Silla schreibt:

    Ich hab mal irgendwo gelesen:
    „Warum wird die Wahrheit so oft vergewaltigt? Weil sie nackt ist!“
    und Wei Wu Wei´s Satz gefällt mir auch sehr gut:
    “Wahrheit ist das, was in einer Dimension jenseits der Reichweite von Gedanken liegt.”
    Wird es da nicht ganz deutlich, trotz aller Worte (auf die auch ich überhaupt nicht verzichten mag, denn sie machen auch oft Spaß) diese Dimension, die vollkommen unberührt von all dem Gehampel alles durchstrahlt…

    Dieser fette Wurm (ca. 8 cm lang und Fingerdick war das Tierchen) lief mir am Sonntag über den Weg. Es ist die Raupe eines Nachtfalters des Mittleren Weinschwärmers:

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    • Nitya schreibt:

      “Wahrheit ist das, was in einer Dimension jenseits der Reichweite von Gedanken liegt.”

      Lieber Eno, das hat der Wei Wu Wei mal wieder schön gesagt. Mit Worten natürlich, wie denn sonst. Worte sind halt nur Fingerzeige. In diesem Fall zeigen sie auf das, was nicht gesagt werden kann.

      Die Raupe eines Nachtfalters des Mittleren Weinschwärmers ist die Raupe eines Nachtfalters des Mittleren Weinschwärmers ist die Raupe eines Nachtfalters des Mittleren Weinschwärmers – auch ohne das gesagt worden ist,

      Herzlichst
      Nitya

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      • Eno Silla schreibt:

        Lieber Nitya,
        Worte sind schon wunderbar. Wie sollten wir sonst miteinander kommunizieren? Naja, Pheromone sind auch eine Möglichkeit😉, aber das ist nicht mehr so mein Ding.
        Worte erzeugten in mir auch nur dann Übelkeit, wenn ich mich an ihnen überfressen habe, zuviel diskutiert habe oder sie zu ernst nahm… Sie sind sehr gute Etikettierungen der Phänomene, die wir in diesem Lebenstraum wahrnehmen. Die Etikettierung „Mittlerer Weinschwärmer“ hat, über die Suche in unseren Archiven, mich zu einem Bild geführt, das in mir eine Vorstellung davon erzeugt hat, wie diese Raupe sich möglicherweise entwickeln wird, wenn sie nicht vorher von einem anderen Wesen verspeist wird. Und ich musste ihr nicht ewig lange hinterherlaufen, was auch sicherlich sehr mühselig geworden wäre.

        Grüße
        Eno

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  2. Eno Silla schreibt:

    Alle Philosophie ist der Feind der Wahrheit
    Ich würde das ganz spontan und jetzt so sagen
    Alle Wahrheit ist der Feind der Philosophie

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  3. Eno Silla schreibt:

    Die Titanic bemerkt gerade:

    Hilfe aus Berlin

    Der Bundestag hat soeben dem dritten Hilfspaket für Griechenland zugestimmt. Und das war auch schon der Witz!

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  4. Andreas schreibt:

    Hallo
    Durch eine Empfehlung eines Stefans …
    https://stevenblack.wordpress.com/2015/08/12/energetische-gemsesuppen-erzengel-channelix/#comment-67802
    … bin ich hier gelandet.

    Ich bin sehr dankbar, dass Theologie und Philosophie meinen Lebensweg beeinflusst haben. Sie müssen keine „Dogmen-Wiederkäuer“ sein -> können lebendig und faszinierend sein.

    Beste Grüße
    Andreas

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    • Nitya schreibt:

      Hallo Andreas,

      na, das ist doch schön für dich.
      Worte sind halt nicht das, wofür sie stehen.
      Wenn das geseheh wird, kann man wunderbar mit Worten spielen.

      Mit Worten oder mit Kieselsteinen oder mit Buntstiften oder mit Luftballons oder mit Muscheln oder mit … was auch immer. Hauptsache, es macht Spaß.

      Worte unterscheiden sich allerdings von Kieselsteinen, Buntstiften, Luftballons, Muscheln oder was auch immer dadurch, dass sie für etwas anderes stehen, während Kieselsteine, Buntstifte, Luftballons, Muscheln … für sich selbst stehen.

      Worte, die für sich selbst stehen, könnten sich beispielsweise so darstellen:

      Das „Gedicht“ des Dadaisten Kurt Schwitters:

      b
      f
      bw
      fms
      bwre
      fmsbewe
      beweretä
      fmsbewetä
      p
      beweretäzä
      fmsbewetäzä
      p
      beweretäzäu
      fmsbeweretäzäu
      pege
      fmsbewetäzäu
      pegiff
      Qui – E

      Hab einen vergnügten Tag!

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  5. Puh der Bär hält Philosophie auch für viel zu kompliziert. Warum über den Sinn reden, wenn man dem Fluß beim Fließen zusehen kann? Und warum so komplizierte Wörter sprechen, wenn der wichtigste Tag direkt vor der Tür steht: heute nämlich?

    Viele liebe Grüße aus Bayern
    Norbert

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    • Nitya schreibt:

      Wenn ich an Puh denke, krieg ich immer so ein dümmlichvergnügtes Grinsen ins Gesicht. Auf eine gewisse Art entspricht er zutiefst meinem Charakter.🙂

      Lieber Norbert, schön, dich mal wieder zu Gesicht zu kriegen! Du kannst es anscheinend doch nicht lassen mit der Bloggerei. Dachte ich mir ja schon.

      Fröhliche Grüße nach Bayern
      Nitya

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