Krishna: des Menschen Wille und Intention


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Des Menschen Wille und Intention ist der einzige Freund des Atman. Es ist der gleiche Wille und die gleiche Intention, die als Feind erscheint. Hat ein Mensch Selbstkontrolle, dann sind seine Taten der Freund des Atman. Der gleiche Wille des Menschen, der sein niederes Selbst nicht unterworfen hat, agiert wie ein Feind.

aus: Bhagavad Gita, Kapitel VI, 6

Dieser Vers zeigt recht deutlich den Einfluss, den das Gefühl der Täterschaft auf die Psyche des Individuums hat. In dem Ausmaß, in dem das Individuum glaubt, Kontrolle über sein Schicksal zu haben, und dass es sein freier Wille sei, der seine Zukunft in dieser Welt bestimmt, wird sein Wille und seine Intention – sein Verstand – sein Feind sein. Der gleiche Verstand wird ihm aber ein Freund sein, wenn er davon überzeugt ist, dass er lediglich ein Instrument Gottes ist. Es ist eine Frage völliger Hingabe an Gott oder ein starkes Gefühl persönlicher Entscheidung, persönlicher Täterschaft und persönlicher Verantwortung: Das eine ist Wissen, das andere ist Unwissenheit.

Ramesh S. Balsekars Kommentar dazu

KManchmal rätsle ich ja schon herum, wie Text und Kommentar wohl zusammenpassen mögen. Krishnas Aussage scheint (!) eine völlig dualistische Sicht zu sein, während Ramesh eine nicht-dualistische Sichtweise darzustellen versucht. „Hat ein Mensch Selbstkontrolle, …“ – „Der gleiche Wille des Menschen, der sein niederes Selbst nicht unterworfen hat, …“ Erstaunlich, dass Ramesh darauf nicht reagiert zu haben scheint. Der Mensch kontrolliert, der Mensch unterwirft – kein Wort dazu, falls man nicht seine eigene Darstellung als Richtigstellung bzw. zumindest als Interpretation der Worte Krishnas sehen will.

Ramesh unterscheidet zwei Sichtweisen: „Es ist eine Frage völliger Hingabe an Gott oder ein starkes Gefühl persönlicher Entscheidung, persönlicher Täterschaft und persönlicher Verantwortung.“ Ich merke, in mir muckt immer etwas auf bei solchen Entweder-Oder-Formulierungen. Ich muss mal wieder meine Lehrmeister, die Eichhörnchen, befragen. „Habt ihr ein starkes Gefühl persönlicher Entscheidung, persönlicher Täterschaft und persönlicher Verantwortung?“ Ich glaube nicht, dass das für sie eine Frage ist, genauso wenig wie die Frage, ob sie Gott völlig hingegeben sind. Eichhörnchen agieren einfach aus dem Augenblick heraus, ohne das die Frage eines freien Willens oder eigener Täterschaft für sie in irgendeiner Weise relevant wäre.

Kann ein Mensch wieder zu einem in irgendeiner Weise vergleichbaren Wesen wie ein Eichhörnchen werden? Kann ich mir nicht vorstellen. Es erinnert mich ein bisschen an die Zarathustra-Geschichte von Nietzsche mit dem Kind, dem Kamel, dem Löwen und dem Kind. Das Kind am Beginn seines Lebens entspricht nicht dem Kind, das durch die Stadien von Kamel und Löwen hindurchgegangen ist. In derselben Weise können wir nicht mehr hinter unsere Entwicklung zurückgehen und wieder wie ein Eichhörnchen werden. Ein Mensch, der durch all diese Stadien hindurchgegangen ist, bemüht sich allerdings auch nicht um völlige Hingabe an Gott, genauso wenig wie er sich darum bemüht, Gefühle persönlicher Entscheidung, persönlicher Täterschaft und persönlicher Verantwortung zu überwinden. Das alles fällt einfach ab. Es taucht auf, es fällt ab. Lassen wir das Individuum doch einfach aus dem Spiel. Es macht alles nur völlig kompliziert und missverständlich.

Ein Individuum oder ein Mensch hat weder „Selbstkontrolle“ noch unterwirft er sein „niederes Selbst“ einfach deshalb, weil er nicht der Handelnde ist, sondern gewissermaßen gehandelt wird. Was immer er sich zuschreiben mag, ist einfach das, was er vorfindet. Er kann nichts richtig machen, er kann nichts falsch machen. Er ist einfach die falsche Adresse für die Urheberschaft. Ramesh: Das Individuum ist lediglich ein Instrument Gottes.

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30 Antworten zu Krishna: des Menschen Wille und Intention

  1. fredo0 schreibt:

    Was mir geholfen hat im Verstehen … da es ja nicht wirklich möglich ist , sich der individuellen Sicht zu entziehen … solange diese quasi aus Gewohnheit hypnotisch fixiert ist ,..
    ist der Begriff „zusätzlich“ .
    Es ist mir zumindest nicht möglich gewesen … einfach so „das Individuum aus dem Spiel zu lassen“ , solange da das Individuum sich ja automatisch in jede Sekunde hinein wieder neu als „wirkend“ installiert hatte .
    Was jedoch bereits zu dieser Zeit zumindest mäßigend wirkte , war dieses anfangs rein intellektuelle Verstehen von „zusätzlich“ … Das was da „Individuum“ ist und sich „Fredo“ nennt , erscheint halt einfach zusätzlich zu dem , was da „ist“ … Damit wusste Fredo zwar auch nicht , was da hinter dem „zusätzlich“ ist … ( weiß er ja heute auch nicht ) … aber die rein abstrakte Bewusstheit eines „auch noch , eines Eigentlichem“ zum lediglich Zusätzlichen sickerte bereits damals immer mehr ein … und machte damit bereits dieses „Zusätzliche“ immer relativer , immer transparenter , immer scheinbarer … auch wenn das „Eigentliche“ damals nur ahnend und gewissermaßen ungefüllt wirkte , war da doch bereits eine intuitiv wissende Ahnung von dessem tatsächlichem Vorhandensein , und diese „wissende Ahnung“ wurde mir durch diesen angewendeten Begriff „zusätzlich“ immer mehr genährt ..

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  2. Eno Silla schreibt:

    „Das alles fällt einfach ab. Es taucht auf, es fällt ab.“

    Lieber Nitya,

    mit diesem Satz entfällt für mich heute mein Beitrag.
    Dieser Satz fasst es, so scheint es mir grad, zusammen und landet punktgenau im Herzen dieses Kerls, der gerade hinter seinen Händen durch Augen auf Monitor und Tastatur schaut und nicht die geringste Ahnung hat davon, wer-was-warum er/sie/es ist, nicht ist, sowohl ist als auch nicht ist, weder ist noch nicht ist…

    Alles Abfall!🙂

    Herzliche Grüße

    Eno

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  3. Brigitte schreibt:

    Worte sind nichts
    alles rauscht durch
    nichts bleibt haften

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  4. Elwood schreibt:

    „Des Menschen Wille und Intention ist der einzige Freund des Atman. Es ist der gleiche Wille und die gleiche Intention, die als Feind erscheint. Hat ein Mensch Selbstkontrolle, dann sind seine Taten der Freund des Atman. Der gleiche Wille des Menschen, der sein niederes Selbst nicht unterworfen hat, agiert wie ein Feind.“

    Seit 15 Jahren bekomme ich, wenn ich mal wieder am Jammern bin oder ich mal wieder über „die da“ ab lästere, von meiner Frau den Spruch gesagt „Wo ein Wille, ist auch ein Weg!“
    Dieser Spruch hat schon zu heftigen Ehekrisen bei uns geführt.
    Dieser scheiß neoliberale Fuckspruch!

    Als wenn ich wollen könnte was ich will, wenn ich nur wollte!

    Als Jugendlicher bin ich innerlich gegen diese Leistungsgesellschaft in Widerstand gegangen.
    Ich konnte nicht begreifen, dass mein Wert nur durch Leistung definiert werden soll.
    Wahrscheinlich war die Erinnerung an mein kindliches Jesus – Erlebnis maßgeblich daran beteiligt_
    Als es mir wohl besonders dreckig ging, hatte ich einen Traum, indem ich auf irgendeinen Dachboden einem lebensgroßen Jesus am Kreuz gegenüberstand. Zuerst hatte ich einen Riesenrespekt und es war mir unheimlich. Doch plötzlich bewegte sich dieser Mann am Kreuz und stieg hinab, ein helles Licht durchflutete den Dachboden Jesus öffnete seine Hände. In diesem Moment fiel alle Schuld-, das Gefühl der Unvollkommenheit von mir ab und ein angenommen sein, ohne etwas dafür tun zu müssen durchströmte mich. Diese Erinnerung begleitet mich seitdem, doch trotzdem wuchs ich in ein extremes „Rechtmachen wollen“ hinein, um Anerkennung von denen da oben, rechts, links und sogar unten zu bekommen. „Sehr außenorientiert.“

    Und dann kam meine jetzige Frau, die mit diesem Spruch „Wo ein Wille, ist auch ein Weg!“ immer Salz in die Wunde meiner innerlichen Zerrissenheit rieb.
    Erst seitdem ich es liebe, jeden Tag in Nitya‘s Wald zu schauen und mir jeden neuen alten Baum des Vertrauens den er hier pflanzt, anzuschauen, dämmert es mir in den grauen Zellen, wie das meine Frau vielleicht gemeint haben könnte.

    In den täglichen Gesprächen mit meiner Frau (wo ich hauptsächlich „meine Meinung“ kundtat) ist mir eines besonders aufgefallen: Wie ich vor kurzen irgendwo gelesen habe, kommt es bei uns als Kleinkind zu einer Entscheidungsphase: „füge ich mich dem Druck von denen ich die Liebe und Anerkennung möchte und ordne mein Ich, das sich gerade heraus kristallisiert, dem unter, oder bleibe ich mir selbst treu.“
    In unserer Kultur gehen wohl die allermeisten den Ersten Weg und ein langes Leiden mit Selbstverleugnung, Schuldgefühlen, Selbstablehnung bis zum absterben jeglichen Mitgefühls beginnt.

    Dieses war bei meiner Frau nicht der Fall. Sie erkannte sehr früh, dass ihre Eltern mit sich selbst beschäftigt waren und keinerlei echte Liebe für sie übrig hatten. So beschloss sie: „wenn die mich nicht lieb haben, so muss ich mich selbst lieb haben.“
    Ihr war auch die widerliche Schuld, die aus diesen Kirchen kroch zuwider, so wurde sie auch zweimal von diesen Flügeltanten gezwungen, das eigene Erbrochene wieder auf zu essen.

    Die Kugel der Entscheidung, die ja keine Entscheidung ist, war jedenfalls auf die andere Seite gerollt.

    Der Text oben hat mich an unsere beiden unterschiedlichen Wege erinnert. Ich kämpfe gegen den Strom, glaubte für mein Werden verantwortlich zu sein. Mit allen Schuldgefühlen und Anstrengungen meine Unvollkommenheit zu überwinden.
    Und bei meiner Frau – Eine Willens-Beschreibung ohne Täterschaft. Der Wille mehr als Potenzial, als Natur Gegebenheit, als Unterhose oder sonstiges Unbeschreibares .
    Sie sagt auch öfters: „Alles ist in der Natur zu sehen.“
    Ich vermute damit stimmt meine Frau mit Nitya‘s Eichhörnchen überein.
    Diese „wollen“ zum nächsten Ast springen und kommen gar nicht auf die Idee sich zu überlegen: “Was passiert eigentlich, wenn ich daneben springe?“
    Sie tun einfach, was zu tun ist. Punkt!
    Außerdem hat meine Frau bestimmt auch nur „getan, was getan werden muss“ und mir den Spruch immer wieder an den Kopf geschmissen, damit ich mich nicht zu sehr in meiner Opferrolle einniste, aber das hat sie sich bestimmt nicht überlegt! Nö, Nö……
    .

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    • Nitya schreibt:

      Das heißt nicht „Wo ein Wille ist, ist ein Weg“, sondern:
      „Wo ein Willem ist, ist ein Weg.“

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      • Ronny schreibt:

        ähhh „wo ein wilhelm ist, ist alles zu spät *hehehe

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      • Nitya schreibt:

        Ick weß ja nich, wat du jejen den ollen Willem hast, werter Herr Ronny. Schließlich is der ooch nur’n Instrument Jottes – oda?

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      • RonnyRonny schreibt:

        gegen den ollen willi hab ich nix, sein wille geschehe, wenn er will. und wenn nicht eh zu spät

        das mit den instrumenten gottes – das gehört doch eher auf ńen beipackzettel. und diese medi is mir vielleicht auch noch am nähsten.

        naja und bei einem instrumewnt findest man auch gleich ein ganzes orchester voller pfeifen, wie diesem diesem neti neti neger schaumschläger, barak balsekar und co, alle spielen falsch und dann wars wieder gottes willi;-)))

        die sache ist doch bloss ronny hess, willi merkel oder barak balsekar sind doch nix als namen, wenn sie nicht aufgegriffen werden hat dieser den man GOTT nennen könnte schon lange nichts mehr zu sagen, weil es auch nur ein name ist. ohne objektivierung nicht mehr greift – dies ist so flüchtig wie ein traum. ein endloses durchfallen. nennt man das das frieden, besser nicht;-)

        zu ein endloses durchfallen. vor jahren hab ich mal in einem satsangforum einen fred mit der überschrift gesehen „sind wir nicht alle looser?“ looser, meister oder eine indivuduelle schnaps-idee dazwischen, alles idee.

        da find ich den zen schon ganz lustig: mal 10 minuten ohne idee auf einem kissen sitzen – da kanns sein das nicht mal ein ICH BIN übrig bleibt.

        wunderbar, und weiter gehts für nix und wider nix, eine endlosiogkeit der nicht zu entkommen ist und in dieser endlosigkeit ist augenblicklich schluss. und die idee des entkomments, war auch nur eine idee und das schöne auch DAS kann nicht zum ideal erhoben werden ausser als idee.

        Ideal – Keine Heimat

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      • Nitya schreibt:

        Ach Ronny,

        du Gedankenfurz. Ich rede zu dir, als ob es dich gäbe. Und wenn ich von Willems Willen erzähle, ist auch das nur ein Gedankenfurz. Und alles was da vorhin über Ronny Hess, Willi Merkel oder Barak Balsekar zu lesen war – alles Gedankenfürze. Wer soll das ernst nehmen? Nimmst du „dein“ Geschreibesl etwa ernst? Oder „meins“? Das sog. Ungeborene wird von all dem eh nicht berührt und ist nie nicht gegenwärtig. Keine Heimat – alles Heimat

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      • Ronny schreibt:

        um gottes willen, weder kann man dem entgehen, noch es ernst nehmen.
        würde ich ernst ernst nehmen, müßte ich mich schon formeller ausdrücken, um mir selbst oder was weiß ich wem, was als wahr und wirklich zu verkaufen. und das scheint gerade nicht in meinem interesse zu liegen

        „Keine Heimat – alles Heimat“ naja das scheint mir aber auch ein gewaltiger gedankenfurz. der zeitweise auch ganz gut riecht

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      • Ronny schreibt:

        „Das sog. Ungeborene wird von all dem eh nicht berührt “ wie wahr, doch hört es sich manchmal für mich an wie: was kümmerts mich wenn in china ein sack reis umfällt. nichts was wertvoller ist als das Ungeborene zu berühren und sich erfassen, ungebunden man selbst zu sein.

        mich kümmerts, oder auch nicht
        und wenn ich nur hören, hören sein lasse, bleibt noch nichtmal nichts.

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      • Brigitte schreibt:

        Ein früherer Arbeitskollege sah es so: „Wo eine Wille ist, ist auch ein Gebüsch“ *g*

        Also für mich bist Du kein Gedankenfurz, ronny. Weil Du Bist erscheine ich in dir, gefällt mir schon besser. Schön, dass du bist.

        Toller Text, geht runter wie Öl.
        http://www.ronnyhiess.de/what

        und nochmal Wirtz auf’s Ohr. Ich find den so geil:-)

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      • Nitya schreibt:

        Also nur mal so am Rande, liebe Brigitte. Natürlich ist Ronny ein Gedankenfurz, so wie Wille, Willem, Nitya oder sogar Brigitte. Darüberhinaus ist ein „Instrument Gottes“ ein Gedankenfurz sowie „keine Heimat – alles Heimat“ oder „dieser und jemand spielen falsch oder richtig“ und überhaupt jedes Wort, das hier erscheint, und sogar, heiligs Blechle!, Sätze wie „Also für mich bist Du kein Gedankenfurz, ronny. Weil Du Bist erscheine ich in dir, gefällt mir schon besser. Schön, dass du bist.“ Also entweder ist alles ein Gedankenfurz oder nix. Jetzt erscheint wieder ein scheinbarer Jemand, der so tut, als ob es ihn gäbe und was zu sagen hat und sagt „ICH BIN“ oder das Gegenteil und „Gott ist tot“ oder „Jesus lebt!“ oder wie das dieser Gedankenfurz Nitya gern zu tun scheint: „Über das, wofür anscheinend der Begriff Gott steht, sag ich nix.“ oder „Ich dachte, das wäre alles klar und längst gegessen.“

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      • Brigitte schreibt:

        „Also nur mal so am Rande…“
        Ja klar sind das alles Gedanken. Auch mein Hinweis, dass DU (deine Natur) eben kein Gedanke bist und über jeden Gedankenfurz hinausreichst. Das ist alles, was ich auszudrücken versuchte.

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      • Nitya schreibt:

        Liebe Brigitte,

        getreu dem Lieblingssatz von J. Krishnamurti „Das Wort ist nicht das Ding.“, ist alles was hier geschrieben wird nicht das Ding, wofür es steht. Salopp ausgedrückt ist jedes Wort ein Gedankenfurz. Über das, was du hier DU nennst, kann nichts gesagt werden. Das kann nur erfahren werden, wenn niemand als Ich anwesend ist. Insofern vermeide ich, so gut es geht, jede Aussage darüber. Mein Einwurf war also keineswegs beleidigend gemeint, weder Ronny gegenüber noch dir gegenüber. Ronny ist ein Wort, also ein Gedankenfurz. Da bestehe ich drauf. Und das gilt natürlich genauso für Nitya.

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    • Ronny schreibt:

      „geht runter wie Öl“ …die tage ein atelie anschaut, als übernachtungsmöglichkeit für gäste. bei kaffee kamen wir dann ein wenig ins gespräch und sie erzählte von zwei freundinnen die wohl öfter zum satsang gehen und das es da scheinbar drum geht “ für seine lebensfragen antworten zu bekommen. ich sagte „ohhh, das weiß ich jetzt nicht“ und sie wieder „aber ist das denn nicht so“, darauf sagte ich „das wär doch schlimm wenn andere antworten für dich und dein leben haben, schön wenn man das wesentlich für sich selbst finden kann und ohne antwort oder frage weiter geht. da dies gespräch noch ein wenig nachgeklungen ist, ist dann dieser text entstanden.

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  5. fredo0 schreibt:

    speziell für elwood …
    ich finde es recht interessant …
    und ich denke , da ist womögliche mehr dran , als es uns in unsere moderne kulturelle brille passt …

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    • Nitya schreibt:

      Mir sträubten sich zwar immer wieder die Nackenhaare, aber irgendwie muss ich dir recht geben, Fredo. Da könnte was dran sein. Was mir an dem Kerl gefällt, ist, dass er nicht moralisch daher kommt, sondern versucht, einfach die Energien zu beschreiben. Trotzdem werde ich mich jetzt nicht mit einem Messer am Gürtel blicken lassen.

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  6. fredo0 schreibt:

    das mit dem haaresträuben ging mir ähnlich … nach 3 ehen muss ich aber sagen … irgendwas ist da dran … definitiv …

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    • Nitya schreibt:

      Damit befindest du dich total außerhalb des Gendermainstreams und setzt dich dem Vorwurf aus, total rechtsaußen zu stehen. Hmm, ja und?

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    • Elwood schreibt:

      Hä, Hä,.. Lustig, das Beispiel mit den Nachbarn und der Massage. Genauso ist unsere Beziehung angefangen. Da war echt was los, alle haben den gehörnten Ehemann aufgezogen, wir hatten echt Angst dass was schlimmes passieren wird, voll Energiegeladen.
      Sein Konzept hört sich schlüssig an, jetzt weiß ich endlich, warum ich immer so schlapp bin. Aber was soll ich armer Tropf machen? Ohne Vater, Mammasöhnchen, Gewalttätig? Da mußte so ein Weib mit männlichen Augen kommen, das Ruder rumreißen und mir sagen:“Du kannst nicht mal erfassen, dass du nichts erfassen kannst!“ Vielleicht sollte ich erstmal auf einen Berg meine Energie auftanken und als Kapitän wieder das Ruder übernehmen, wünschen würde sich das meine Liebste, das weiß ich. Sie ist auch für die alte Rollenteilung. Inschallah

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      • Nitya schreibt:

        Lieber Elwood, wer hat denn da wen massiert, wer war der angeblich gehörnte Ehemann? So eine spannende Gechichte muss man doch in allen spannenden Details erzählen! Wo bleibt das Hauptgericht?

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      • Elwood schreibt:

        In Neubaugebieten gibt es oft so merkwürdige Weltverbesserung- Rituale, jedenfalls war es bei unseren so.
        Man muss eine Bullerbü -Atmosphäre schaffen, Straßenfeste organisieren Nachbarschaftspflege heißt: sich gegenseitig beraten, zu Geburtstage einladen und so weiter. Einfach schrecklicher Gruppenzwang. Da kommt man sich natürlich auch näher. Meine Nachbarin schenkte mir irgendwann, nachdem sie mit ihrem männlichen Blick mir zu tief in die Augen geschaut hat, ein Buch, das hieß: Das Denken hinter dem Denken oder. Als nächstes nahm sie mich mit in ihr Zen-Dojo.
        Naja dieses Rumsitzen oder Ihre Gegenwahrt hat jedenfalls ungeahnte Energien in mir entfacht.
        Wir haben uns jeden Tag außer Sonntag(da musste sie ihren ehelichen Pflichten nachgehen) morgens um 5 in unseren neuen schmucken Häusern zum Zazen verabredet.
        Außerdem konnte sie wundervoll Shiatzu-Massage. 1 bis 2 mal die Woche, war was ganz neues für mich HERR-LICH. Später erzählte sie mal, dass ich wohl fast immer einen riesen Ständer dabei hatte. Komisch hab gar nichts gemerkt!
        Jedenfalls fingen die Nachbarn damit an Ihren Ehemann aufzuziehen. Und jener Mann war eh schon pathologisch Eifersüchtig und leicht gewalttätig.
        Unsere Ehen waren von Anfang an nicht an gemeinsamen Zielen orientiert sondern waren beide aus Schwächen in Notsituation geboren und lagen nach etlichen Rettungsversuchen völlig am Boden.
        So kam natürlich jetzt die Zerstörungsspirale in Gang, bis uns beiden nichts anderes übrig blieb die Reisleine zu ziehen, denn auch ihre Kinder bekammen die Agressionen ihres Mannes zu spüren und meine Frau hatte nur noch den Stinkefinger für mich. Nach der Vekündung unses Scheidungswunsches war auch die Hetzjagt eröffnet und die Nachbarn sammelten schon das Holz für den Scheiterhaufen. Aber wir beide beschlossen jetzt unsere Phantasien erst mal ordentlich auszuleben. Der Rosenkrieg begann und unsere Kinder mussten es ausbaden.(Hat uns schwer zu schaffen gemacht)
        Als ich dann kurze Zeit später bei einem Makler eine kleine 1.Zimmerwohnung suchte und ich meine Geschichte erzählte, sagte die Maklerin zu mir:
        Ja kennt sie, ihre Kunden kommen oft nach dem 5-bis 6. Jahr aus Neubaugebieten. Oft wird versucht die Ehen mit einem Hausprojekt zu retten, aber man verkennt, dass die Belastung sich im eigenen Haus erhöht und dann knallt es endgültig.

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      • Nitya schreibt:

        Lieber Elwood,

        danke, danke, danke! Du hast meine unverschämte Neugier so vollkommen befriedigt, dass ich ganz high bin. Das Leben schreibt wirklich wunderschöne Geschichten! Geh ich recht in der Annahme, dass das Zen-Shiatsu-Weib dein heutiges holdes Eheweib ist Wenn ja, dann grüß sie ganz herzlich von mir. Wenn nein, grüß sie trotzdem ganz herzlich von mir.

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      • Elwood schreibt:

        Lieber Nitya,

        Ja das stimmt diese Dame ist seit 15 Jahren meine liebste Gefährtin und ich glaube, das wir auch unser Sterben gemeinsam erleben werden.
        Jedenfalls sieht es so aus, da ich, wie Du Dich vieleicht erinnerst, mal in deinem Block geschrieben habe, ich möchte meine Frau besser verstehen.
        Dank Deines Zauberwaldes und natürlich auch der täglichen Gespräche mit meiner Frau und ihren Koan‘s komme ich langsam drauf, dass ich weder sie, noch mich oder sonst irgendjemand verstehen kann. Dieses führt irgendwie dazu, dass der Respekt und das Mitgefühl anscheinend wachsen, je weniger ich verstehe.

        Ich habe Deine Grüße weitergeleitet und ich soll zurück grüßen
        .
        Aber meine Frau ist auch verwundert welche privaten Sachen ich hier ins Netz stelle.
        Ich habe ihr erklärt, das ich meine Veränderungen irgendwie teilen möchte und dankbar bin, überhaupt erst eine Kommunikationsform für mich entdeckt zu haben: Sich zu zeigen und von sich mitzuteilen, sodass es eine Einladung sein kann, an seiner begrenzten Inselwelt teilzuhaben zu können(dürfen).
        Ich habe es satt andere von meiner angeblich „eigenen Meinung“ zu überzeugen zu wollen und nach Götzen Ausschau zu halten die angeblich das richtige Konzept einer Weltsicht zu haben meinen.

        Und trotzdem muss ich sagen, dass mir vieles, was dieser Mann mit dem Dolch sagt, irgendwie bekannt vorkommt. Wir beide wünschen uns eine herkömmliche Rollenverteilung (Auch wenn die Bilder von uns zwei etwas anderes ausstrahlen, das ist nur ein Spaß und ist unserer gemeinsamen Liebe zum Blues geschuldet). Dieses ist heut nur noch schwer möglich, erst recht nicht mit diesen Genderwahn.

        Wie ich schon oben andeutete, bin ich auch ein eher weiblicher Mann und meine Frau hat viel Testosteron. Aber so Gott will, gibt es auch Kapitänseigenschaften in mir, sie mussten nur eine lange Durststrecke durchlaufen(alles nur eine Phase) doch sie werden wieder stärker.

        Zumindest habe wir „zusammen“ 5 Söhne mit 5 Schwiegertöchtern, wenn diese alle einmal bis zweimal im Jahr zusammen kommen, haben wir, wenn es nach dem Energieberater geht, eine intakte Familie(naja-Patch halt).
        Zum Schluss noch ein Koan von meiner Frau:
        „Männer und Frauen passen nicht zusammen, außer in der Mitte.“
        (Nicht umsonst gibt es wohl beim Sex dieses herrliche Selbstvergessen)

        (DieserText ist freigegeben von Testo-Frau)

        Libe Grüße Elwood

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      • Nitya schreibt:

        (DieserText ist freigegeben von Testo-Frau)

        Lieber Ellwood, das haben wir ja beim Energieberater lernen dürfen: In einer harmonischen Beziehung ergänzen sich die Partner in dem Sinn, dass es nicht so wichtig ist, wer jetzt der Testotyp und wer der Östrotyp ist. Das gleicht sich fortwährend aus. Wenn du jetzt auf den nächsten Berg kletterst und als zielgerichteter Kapitän wieder ins Tal kommst, findest du vielleicht ein holdes Weibchen mit einem entzückenden Kleidchen vor, das dich von vorn bis hinten umgirrt. Also, ich würde es mal ausprobieren. Ein Haftung kann ich dafür allerdings nicht übernehmen. Vielleicht fliegt dir auch ein Bügeleisen an die Birne, weil du deine Holde mit einem Berg betrogen hast!

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  7. Paulette schreibt:

    lieber Elwood,
    man kann einen Kommentar nicht mit gefällt mir anklicken, daher mache ich das mal in herkömmlicher Weise.
    Schön, was du schreibst.
    Danke dafür!

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  8. Brigitte schreibt:

    Zum Schluss noch ein Koan von meiner Frau:
    „Männer und Frauen passen nicht zusammen, außer in der Mitte.“
    (Nicht umsonst gibt es wohl beim Sex dieses herrliche Selbstvergessen)

    Herrlich!!!

    Ja, mich wundert’s sowieso, dass es tatsächlich so etwas wie Liebe zwischen Mann und Frau gibt, die Früchte trägt und sich über eine längere Strecke ausdehnt. Das Glück hatte ich nicht. Da blieb nach der ersten (Selbst-)Vrliebtheit immer nur Chaos, um es mal vorsichtig auszudrücken.

    Lieber Elwood, dir und deiner Frau liebe Grüße von mir

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