Ramana Maharshi: genauso wie die Spinne …


31Der Geist ist eine wundersame Kraft, die dem Selbst innewohnt. Sie ist die Ursache für sämtliche Gedanken. Ohne Gedanken gibt es kein solches Ding wie den Geist. Deshalb sind die Gedanken das Wesen des Geistes. Ohne Gedanken gibt es kein unabhängiges Wesen, das wir die Welt nennen. Im Tiefschlaf gibt es keine Gedanken und auch keine Welt. Im Wachen und Träumen gibt es Gedanken und deshalb auch eine Welt.

Genauso wie die Spinne den Faden für ihr Netz aus sich selbst herauszieht und ihn wieder in sich selbst zurückzieht, projiziert der Geist aus sich selbst heraus die Welt und löst sie wieder in sich auf. Wenn der Geist das Selbst verlässt, tritt die objektive Welt in Erscheinung. Deshalb zeigt sich das Selbst nicht, wenn die Welt erscheint, und wenn das Selbst erstrahlt, zeigt sich die Welt nicht.

Wenn man beständig das Wesen des Geistes erforscht, 2
verebbt der Geist und lässt das Selbst zurück. Den Geist gibt es nur, weil er sich stets auf etwas Materielles (den Körper) bezieht. Er kann nicht aus sich selbst bestehen. Er wird auch der feinstoffliche Körper oder die Seele genannt.

aus: Ramana Maharshi, „Who am I?“

Alles, was Bewusstsein tut, ist der Versuch der Selbsterkundung und durch die Selbsterkundung in der Selbsterkenntnis zu verschwinden. Aber es gibt kein Entkommen. Es wird immer wieder nüchtern werden und dann sich wieder besaufen.

Karl Renz

 
Oben sieht man den Turm und die Flagge der Wellenburg bei Augsburg. Die Leute sagten: „Ist der Lump draußen, ist der Lump(en) drin, ist der Lump drin, ist der Lump(en) draußen.“ (Hab ich, glaub ich, schon mal erzählt.) Meister Eckhart hat etwas ganz Ähnliches vom Stapel gelassen: „Soweit du ausgehst aus allen Dingen, so weit, nicht weniger und nicht mehr, geht Gott ein mit all dem Seinen…“ (Na ja, ist ein bisschen an den Haaren herbeigezogen.) Es geht also um den fortwährenden, wenn auch vergeblichen Versuch zu verschwinden. Es gelingt, es gelingt nicht. Vielleicht erinnert ihr euch noch an die Story von Osho mit den beiden polnischen Fahrern eines Uralt-LKWs, in der der Beifahrer den Kopf aus dem Fenster strecken soll, um zu sehen, ob der Winker noch geht. Er sagt: „Jetzt geht er, jetzt ist er kaputt, jetzt geht er, jetzt ist er kaputt, …“

WRamana sagt:“ Wenn der Geist das Selbst verlässt, tritt die objektive Welt in Erscheinung. Deshalb zeigt sich das Selbst nicht, wenn die Welt erscheint, und wenn das Selbst erstrahlt, zeigt sich die Welt nicht.“

 

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2 Antworten zu Ramana Maharshi: genauso wie die Spinne …

  1. Eno Silla schreibt:

    Wieder mal nüchtern, kurz vor dem nächsten Besäufnis:
    habe ich hier etwas von Georg Schramm:

    Gefällt mir

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