Osho: Tao braucht keinen Glauben


O
Tao braucht keinen Glauben. Man kann nicht an es „glauben“. Tao hat kein Glaubenssystem. Es sagt nicht: „Glaube!“ So was tun nur andere Religionen.

Tao heißt: Jedes Glaubenssystem aufgeben. Dann steigt ein völlig neues Vertrauenssystem auf – das Vertrauen aufs Leben. Glauben heißt: An Begriffe glauben, sich einen Begriff vom Leben machen. Vertrauen pfeift auf Begriffe.

Vertrauen bringt man dem Leben unmittelbar, direkt entgegen; vertraut dem Leben, glaubt nicht „ans“ Leben wie der Glaube; der ist weit vom Leben entfernt. Je stärker der Glaube, desto höher die Sperre. Tao ist weder Glaube noch Unglaube, sondern die Absage an jeglichen Glauben und jeglichen Unglauben. Wenn du allen Glauben oder Unglauben aufgibst und unmittelbar bist, also mit dem Leben in Berührung bist, dann steigt Vertrauen auf, steigt ein großes Ja auf in deinem Dasein. Dieses Ja transformiert dich, transformiert dich total.

aus: Osho, „The Pathless Path“LDas ist dasselbe, was Seng-ts’an meint, wenn er sagt: „Suche nicht nach der Wahrheit, enthalte dich nur deiner Meinungen!“ Meinung ist Glaube ans oder übers Leben. U.a. deshalb verkauft sich die BILD mit ihrem Slogan „Bild dir deine Meinung!“ so gut. Gilt es doch allenthalben als Zeichen von Bildung, wenn man zu allem und jedem seine Meinung hat und überall mitreden kann. J.Krishnamurti meint dasselbe wie Seng-ts’an, wenn er sagt: „Das Wort ist nicht das Ding.“ So viele haben darauf hingewiesen und kaum jemand hat die Wahrheit, die sich darin offenbart, gesehen. Ja, intellektuell begriffen, vielleicht. Ist ja nicht schwer: Das Wort Brot kann man nicht essen. So weit hat’s vielleicht gerade noch gereicht. Aber im nächsten Moment war selbst das schon wieder vergessen. Intellektuell begriffen zu haben, heißt, nichts begriffen zu haben.

Was gibt’s denn hier zu begreifen? Und doch ist alles begriffen worden – fernab von jedem Glauben und Unglauben. Mein Gott, wenn ich meinen geliebten Eichhörnchen zuschaue, die da völlig ohne jeden Glauben ihre Wahnsinnssprünge machen, dann ist das so offenkundig, dass sie reines Vertrauen sind. Unsereiner muss sich da vorher erst noch bekreuzigen oder sonst irgendeinen Hokuspokus betreiben, bevor wir uns vielleicht mit dem Mut der Verzweiflung und dem wackeligen Glauben an den Schutz unserer göttlichen oder magischen Helfer in den Abgrund stürzen.A„Wenn du allen Glauben oder Unglauben aufgibst und unmittelbar bist, also mit dem Leben in Berührung bist, dann steigt Vertrauen auf, steigt ein großes Ja auf in deinem Dasein. Dieses Ja transformiert dich, transformiert dich total.“

 

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2 Antworten zu Osho: Tao braucht keinen Glauben

  1. fredo0 schreibt:

    Es ist ja das eigentliche Resultat dessen was man Erwachen nennt , und was nix anderes ist als eine plötzliche , unerwartete , unveranlasste komplette Assimilation mit dem Urgrund/Leere/Bewusstsein/Absolut ist ( ohne jeglichen Rückstand an eigener Substanz ) ….
    und … der Punkt scheint mir erwähnenswert … des danach wieder „ausgespuckt“ werden ( ! ) in das völlig stinknormale Leben in seinem Geschichtefluss … wie eh und je …
    Das Resultat ist dann das Resumee , dass es ja genau dieses stinknormale Leben bereits ist , was da zu erleben ist . Und das damit jegliche zusätzliche Besonderung des „Eigenen“ mit Glückseeligkeit , Bliss , aufsteigender Kundalini , erweiterter Bewusstheiten oder Transformationen , gar auf zellulärer Ebene , oder was auch immer da der spirituelle Zirkus im Angebot hat , zwar möglich ist , aber letztlich auch nur dekorativer Tand dessen ist , was letztlich stets nur „stinknormal“ ist .

    Und in diesem Punkt zeigt sich auch die völliger Überflüssigkeit des Erwähnens dieses „Erwachens“ .
    Denn es ist ja eh gegeben , nix ändert sich durch irgendwas am DAS .
    ( sollte sich Herr Fredo mal zu Herzen nehmen😀 )

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