Linji: bedeutungslose Namen ernst nehmen, das ist falsch

GEuer Geist und GEIST sind nicht verschieden – so nannte das [euer] Lebender Patriarch. Wenn Geist sich unterscheidet, sind wesentliche Beschaffenheit und Erscheinungsformen unterschiedlich. Da Geist sich nicht unterscheidet, sind wesentliche Beschaffenheit und Erscheinungsformen nicht unterschiedlich.

Jemand fragte: Wie ist das mit dem Zustand, wo Geist und GEIST nicht verschieden sind?“

Der Meister sagte: „In dem Moment, wo ihr versucht, [mich] zu befragen, hat euer Geist bereits unterschieden, und euer Wesen und eure Gestalt haben sich voneinander gelöst.

Jünger des WEGES, macht keinen Fehler! Alle Dharmas dieser Welt und der Welten jenseits sind ohne Eigen-Wesen. Sie sind auch ohne irgendwie hergestelltes Wesen. Es gibt nur den Namen ‚leer‘, und der Name [leer] ist auch leer. Was ihr macht, ist diese bedeutungslosen Namen ernst zu nehmen. Das ist falsch.

aus dem Linji-Lu

Das ist eine Warnung. In dem Moment, in dem bedeutungslose Namen, und welcher Name wäre nicht bedeutungslos, ernst genommen werden, ist das Kind schon in den Brunnen gefallen. „Immer wenn du glaubst im Recht zu sein, bist du es nicht.“ Immer wenn geglaubt wird, im Recht zu sein, geht es um Namen und Vorstellungen und sonst nichts.

Linji spricht vom Geist und vom GEIST. Und dann weist er darauf hin, dass sich Geist unterscheiden kann bzw. sich nicht unterscheidet und dass dies Auswirkungen hat auf die jeweilige Sichtweise. Hierbei geht es um „wesentliche Beschaffenheit und Erscheinungsformen“ und darum, ob sie als getrennt oder als eins gesehen werden. In diesem Zusammenhang sagt er, wenn die Frage entstehe, wie das mit dem Zustand sei, wo Geist und GEIST nicht verschieden sind, hätten sich Wesen und Gestalt bereits voneinander gelöst. Scheinbar gelöst, wäre vielleicht noch hinzuzufügen. Es ist ja nur die Vorstellung von Getrenntsein, die die scheinbare Trennung von Wesen und Gestalt zur Folge hat. CLinji bringt die Sache dann so auf den Punkt: Alle Erscheinungen sind ohne Eigen-Wesen. Was immer also im Gewahrsein erscheint, ist eben nur eine Erscheinung, die dem namenlosen Urgrund entspringt und selbst kein Eigen-Wesen besitzt. Was immer im Gewahrsein erscheint, ist ein Ausdruck des Unbekannten und nicht getrennt davon. Im Thomas-Evangelium wird Jesus mit den Worten zitiert: „Ich bin das Licht, das über allen Dingen steht. Ich bin alles: Aus mir ist alles hervorgegangen und zu mir gelangt. Spaltet das Holz, ich bin da. Hebt einen Stein auf, und ihr werdet mich dort finden.“ Ich, damit ist hier gemeint: Der Urgrund, dem alles entspringt und nicht die Person Jesus, die im Garten Gethsemane flehte: „Vater, willst du, so nehme diesen Kelch von mir, doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!“ Auch dieses Flehen ist Ausdruck des Urgrundes und scheint doch Ausdruck einer verzweifelten Person zu sein. „Alle Erscheinungen sind ohne Eigen-Wesen.“ Sie scheinen nur Ausdruck von Eigenwesen zu sein.

Kann ich das auch sagen und wissen: „Ich bin das Licht, das über allen Dingen steht. Ich bin alles: Aus mir ist alles hervorgegangen und zu mir gelangt. Spaltet das Holz, ich bin da. Hebt einen Stein auf, und ihr werdet mich dort finden.“ ???

J

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