Kein Es und kein Ich


G
Sie sagen, du wirst es finden
an einem bestimmten Ort:
dem tiefsten in deinem Selbst.
Wie immer, wo immer ich es fand,
war es kein Es noch war es ein Ich.
Es gab kein Innen und kein Außen.
Das Selbst war nicht mein
und da war kein Ort.
Nur Raum und Gewahrsein
und Würdigung und Ehrfurcht und Stille
und das Rascheln im Schilf
und der Wind in den Bäumen…

Unbekannt – gefunden auf zenartblog

LEs gibt ja so Texte, da fängt in mir etwas leise zu schnurren an und sich wohl zu fühlen. Dieses hier ist so ein Text. Ein richtig schönes Wort zum Sonntag, in dem alles Wesentliche gesagt ist. Jedes weitere Wort von mir ist absolut überflüssig. Aber ihr kennt mich ja. Ich bin ein altes Plappermaul. Also sondere ich mal wieder noch ein paar überflüssige Worte ab:

Es fängt an mit dem Satz: „Sie sagen, du wirst es finden an einem bestimmten Ort: dem tiefsten in deinem Selbst.“ Wer ist „sie“? „Sie“, das waren vermutlich nicht die Priester, welcher Religion auch immer. „Sie“, das waren die, die schon längst über die üblichen Glaubenssysteme hinaus- und „in sich“ gegangen waren und nun allen, die es hören wollten, davon erzählten, wie wundervoll doch das ist, was sie an diesem tiefsten Ort in ihrem Selbst gefunden hatten. Und bei dieser Botschaft spitzten viele die Ohren und machten sich als Goldsucher auf die Suche nach ihrem verborgenen Gold.


„Wie immer, wo immer ich es fand, war es kein Es noch war es ein Ich.“ Der Unbekannte wurde fündig. Aber was er fand, war nicht das, was ihm versprochen war. Da war kein Gold. Da war weder ein Es noch ein Ich. Oder anders gesagt, da war kein Ding, kein Objekt. „Es gab kein Innen und kein Außen. Das Selbst war nicht mein und da war kein Ort.“ Neti – neti.

„Nur Raum und Gewahrsein und Würdigung und Ehrfurcht und Stille und das Rascheln im Schilf und der Wind in den Bäumen…“ Raum und Gewahrsein – Kein-Ding. Und ungetrennt davon Würdigung, Ehrfurcht und Stille. Und wiederum ungetrennt davon das Rascheln im Schilf und der Wind in den Bäumen…

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7 Antworten zu Kein Es und kein Ich

  1. chantaltalia schreibt:

    Sonntasgrüsse an das Plappermaul im Binsenphuhl. Das Halme schmeckt wieder mal köstlich. ❤

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  2. fredo0 schreibt:

    es ist die tiefster der tiefen … und die höchste der höhen …
    und doch das banalste , wie es banaler nicht sein könnte …
    es ist die schlichte unmittelbarkeit selbst …
    es kann nicht mehr in frage gestellt werden …
    sogar wenn die show wieder ihren glitter ausstreut …
    und doch …. ist es völlig ohne jegliche notwendigkeit …
    und ohne jegliche besonderung …
    es gibt keinen nutzen und keine gewinn …
    außer vielleicht dem , fürderhin gewiss zu sein ,
    dass nutzen und gewinn gar nicht nötig sind .

    es verbleibt ein leben , gebadet und geadelt
    in seinem schlichten erscheinen …

    leben … eben !

    Gefällt 1 Person

  3. Eno Silla schreibt:

    Liebe Freunde,
    ich bekenne:
    schwitzend in meiner Wohnung,
    die kühle Brise der Ostsee vermissend,
    dennoch glücklich wieder allein zu sein,
    bekenne ich:
    ich bin nicht erwacht/erleuchtet/mit Erkenntnissen gesegnet
    und
    ich bin nicht nicht-erwacht/nicht-erleuchtet/nicht mit Erkenntnissen gesegnet.
    Ich bin nichts Besonderes und nichts Nicht-Besonderes.
    Ich bin einfach.
    Und weiß nicht wer und was.
    Ich bin ratlos und verwirrt.
    Ich bin glücklich und froh.
    Und alles wechselt in einem Affenzahn hin und her.
    Ich liebe und hasse.
    Ich bin mitfühlend und abwertend.
    Ich fühle mich stark und schwach.
    Verletzlich und verletzend.
    Ich freue mich mit Menschen zu sein und ich verabscheue ihre Nähe.
    So bin ich und noch viel mehr.
    Das bekenne ich und bin wieder da,
    hier in diesem Blog,
    den ich vermisst habe,
    denn wo sonst schon können wir so rumquatschen,
    über all diesen Quatsch,
    und gesehen werden,
    als
    dies
    das
    ist…

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  4. Nitya schreibt:

    S

    Eno kommt, der junge Seeadler geht.
    Nun sind beide flügge.🙂

    Gefällt 1 Person

  5. Brigitte schreibt:


    …die pure Lust zu sein

    hey eno🙂

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