Osho: Buddhas Erfahrung eine sexuelle Fantasie


O
Wenn Buddha die Glückseligkeit erlangt hat, ist das nichts weiter als eine sexuelle Fantasie; also ist mit dir alles in Ordnung, kannst du den Playboy ruhig weiter lesen und deine sexuellen Fantasien genießen. Schließlich war Buddhas Erfahrung ja auch nichts anderes als eine sublimierte sexuelle Fantasie. Ein schöner Trost …

Ich habe von einem Priester gehört, der im Zweiten Weltkrieg in seinen Predigten vor Frontsoldaten ständig „vom Schicksal und Prädestination“, der unentrinnbaren Vorherbestimmung erzählte. Der Priester riet den Soldaten, sich keine Sorgen über ihre Zukunft oder ihr Schicksal im Felde zu machen, denn wenn ihnen der Tod vorherbestimmt sei, würde die Kugel ihr Ziel finden, egal wo sie sich befänden. Wenn sie dagegen ausersehen seien verschont zu bleiben, würde keine Kugel sie treffen. Wenig später geriet er selbst mitten in ein Gefecht und die Kugeln pfiffen nur so durch die Luft. Da rannte er, was er konnte, und ging hinter dem dicksten Baum in der Nähe in Deckung. Ein Soldat, der auch dort stand, erinnerte ihn an seine Predigten über Prädestination und wollte wissen, warum er sich denn jetzt verstecke? „Du hast da wohl was missverstanden“, gab der Priester zurück. „Mir war es vorherbestimmt, zu rennen und hinter diesem Baum Deckung zu suchen.“

Erklärungen über Erklärungen – gewiefte Tröstungen … gute Deckung. Dem Leben muss man sich stellen. Es weht ein scharfer Wind in ihm. Es ist voller Schmerz, aber man muss sich dem Schmerz stellen. Es bringt Unglück, aber dem darf man nicht ausweichen, da muss man durch – ohne Erklärungen und ohne Tröstungen. Wenn du es schaffst, dein Leben zu bewältigen ohne darüber zu theoretisieren – also direkt, unmittelbar, von Augenblick zu Augenblick -, dann wirst du eines Tages zu jener Quelle der Freude gelangen, die keine Tröstung mehr ist, sondern ein gestillter Durst.

aus: Osho, „The Pathless Path“BTony Parsons hat es ja auch mal nach Poona gezogen. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, wandte er sich jedoch irgendwann wieder von Osho ab, um seinen eigenen Weg zu gehen. Sein Vorwurf an Osho war wohl der, dass Osho immer wieder mit Personen spräche, als ob es sie wirklich geben würde. Als er dann später Bücher schrieb und seine Sicht öffentlich machte, vertrat er seine sehr einfache und klare Lehre und konnte so wieder vielen Menschen eine präzise Ausrichtung geben. Osho dagegen sagte: „Ich bin hier, um euch zu verwirren.“

Dass Buddhas Erfahrung auch nichts anderes als eine sublimierte sexuelle Fantasie gewesen sei, ist so eine von Oshos Provokationen, die ihm offensichtlich einen diebischen Spaß bereiteten. Kein Wunder, dass die meisten Buddhisten, die ich kenne oder von denen ich gehört hatte, absolut nichts von diesem Kerl hielten. Natürlich kriegen dann auch die Pfaffen ihr Fett ab mit ihren ständigen Predigten, Wasser zu trinken, während sie heimlich ihren Wein saufen. Und dann hier auch noch ein Militärpfaffe! Möchte je nicht wissen, was Osho losgetreten hätte, wenn er noch unseren allerobersten Kriegstreiber mitgekriegt hätte.

Im letzten Abschnitt bin ich dann erst mal zusammengezuckt: „Wenn du es schaffst, dein Leben zu bewältigen … wirst du eines Tages zu jener Quelle der Freude gelangen, die keine Tröstung mehr ist, sondern ein gestillter Durst.“ Ich merke, ich bin ziemlich allergisch gegen solcherlei Versprechungen. Wenn … dann, wenn du in den heiligen Krieg ziehst und im Kampf fällst, stehen dir – ich weiß nicht wie viele – Jungfrauen im Paradies zur Verfügung. Aber nach der ersten Aufregung, war dann auch klar, dass dazwischen ein kleiner Unterschied besteht. Es ist ja mehr ein Konditionalsatz. Wenn du vom Eifelturm springst, wirst du unten ziemlich tot sein. Kein Versprechen also auf eine imaginäre Zukunft, wie es die Pfaffen jeder Art lieben, sondern eher so etwas wie die Darstellung einer physikalischen Gesetzmäßigkeit. Ich konnte mich also wieder abregen und mir überlegen, ob ich mir jetzt einen Playboy zulegen sollte, um vielleicht mit Buddha mithalten zu können.P

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8 Antworten zu Osho: Buddhas Erfahrung eine sexuelle Fantasie

  1. Brigitte schreibt:

    Als ich diesen Satz eben las, bei dem du zusammengezuckt bist, durchrieselte mich ein Schauer und Tränen flossen. Einfach die totale Berührung. Seitdem ich in deinem Blog lese, lieber Nitya, ist Osho ohne es zu merken wie nebenbei in mein Herz gerutscht. An ihm kam man ja nicht vorbei und er war auch Teil in meinem Leben. Die Bhagwan-Bewegung, seine Bücher, die dynamische Meditation. Der Funke ist allerdings nie übergesprungen. Letztlich vielleicht weil er für mich nicht greifbar war. Heute genieße ich genau das. Keine Beschreibung wird ihm gerecht. Obwohl ich was auf Lager hätte (*grins*, äh wie war das nochmal mit den Projektionen..;). Na ich finde, das Foto oben trifft es! Merci.

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  2. Brigitte schreibt:

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  3. Sunny T Oakwood schreibt:

    ja, Osho hat wahrlich viel erzählt…🙂

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