„Wesen“ vs. „Bewusstsein“


S
Eine Marionette kann nur auf Reize des Marionettenspielers reagieren, aber fühlende Wesen haben nicht nur die Fähigkeit auf Reize zu reagieren, wie es im Allgemeinen geschieht , sondern sie können auch unabhängig von äußeren Reizen handeln. Die Art von Empfänglichkeit, auf die ich mich beziehe, wird erlangt, wenn es kein Reagieren auf Reize gibt, sondern eine Offenheit für das Bewusstsein ohne Einmischen persönlicher Neigungen und erstarrter Ansichten, kurz gesagt, ohne das Einmischen der Individualität.

Das Problem ist, dass du denkst, als individuelle Persönlichkeit dem zuzuhören, was ich, ebenfalls ein Individuum sage. Tatsächlich aber wird das, was gesagt wird, nicht von mir als einem Individuum gesagt, sondern vom Bewusstsein, das ohne Gestalt und Form ist. Das Zuhören muss ebenfalls ohne Einmischung eines imaginären Individuums vom Bewusstsein getan werden. Könntest du überhaupt eine Frage haben, wenn du nicht bewusst wärest? Könnte ich zu dir sprechen, wenn ich nicht bewusst wäre?

Lass‘ das Bewusstsein hören, was das Bewusstsein über das Bewusstsein sagt! Erinner dich, dass alle Gedanken Bewegungen innerhalb des Bewusstseins sind und durch das Bewusstsein beobachtet und wahrgenommen werden. Außer als Erscheinung im Bewusstsein hat das Bewusstsein keinen Platz in diesem Ablauf, in diesem Funktionieren.


Hier wird also unterschieden zwischen Marionetten und fühlenden Wesen. Das hat mich einigermaßen verwirrt. Sind beide Wesen – die einen fühlend und unabhängig von äußeren Reizen aus sich heraus handelnd, die anderen nichtfühlend auf Reize reagierend wie ein Roboter? Hätte das so nicht auch ein Psychologe gesagt und dargelegt, dass es Menschen gibt, die aufgrund frühkindlicher Störungen Meister des Verdrängens wurden und die Fähigkeit zu fühlen verloren haben und Menschen, die das Glück hatten, von ihren Eltern in ihrem Sosein liebevoll angenommen zu werden und die sich deshalb fühlend entwickeln konnten und von daher ein kreatives Leben führen konnten?

TIm nächsten Abschnitt scheint mir der Autor hin und her zu springen zwischen irgendwelchen Wesen und dem Bewusstsein, das ohne Gestalt und Form ist. „Tatsächlich aber wird das, was gesagt wird, nicht von mir als einem Individuum gesagt, sondern vom Bewusstsein, das ohne Gestalt und Form ist. Das Zuhören muss ebenfalls ohne Einmischung eines imaginären Individuums vom Bewusstsein getan werden.“ Da sagt er einerseits, dass alles vom Bewusstsein gesagt (und getan) wird, andererseits fordert er von einem imaginären Individuum, sich nicht in die Äußerungen des Bewusstseins einzumischen. Wahrscheinlich bin ich mal wieder zu blöd, das zu verstehen.

„Lass‘ das Bewusstsein hören, was das Bewusstsein über das Bewusstsein sagt!“ Wer zum Teufel soll das Bewusstsein hören und sagen lassen? Da ist theoretisch niemand außer dem imaginären Individuum, das man in dieser Weise ansprechen könnte – vergeblich ansprechen könnte, da das imaginäre Individuum als Erscheinung völlig impotent ist.

Irgendwie ist mir das alles zu anstrengend. Es ist eigentlich ganz einfach und wird völlig unnötigerweise verkompliziert. Da genieße ich lieber wie Puh meinen sehr geringen Verstand und die ausgestreckten Beine. Fredos Uterusschaukel kommt mir in den Sinn: Hin und her und her und hin sich sanft vom Wind schaukeln lassen. Wie sagte Ryokan gestern so schön: „Wozu das Gerede von Illusion und Erleuchtung?“ Genau, wozu?
UAlso nee, immer dieses Embryo-spielen-Wollen! Nitya, werd‘ endlich mal erwachsen! (Welcher Idiot hat denn da wieder was zu meckern?)

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18 Antworten zu „Wesen“ vs. „Bewusstsein“

  1. Marianne schreibt:

    Von wem ist denn der Text?
    Ich würde sagen, dass es hier mal wieder um das Entspannen angesichts kognitiver Dissonanzen geht: Derjenige, der in der Baum- oder Uterusschaukel liegt weiß genau, dass er ein einzigartiges Wesen ist, auch wenn ihm Baum, Schaukel, er selbst, alles als ungeteiltes Bewusstsein erscheint … Wo ist das Problem?
    Das tanzende Skelett finde ich super!🙂

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    • Nitya schreibt:

      Den Namen des Autors des Textes hab ich in böser Absicht nicht genannt. Bei vielen geht da einfach die Klappe zu und sie haben ihr Urteil schon vor dem Lesen des Textes fertig in der Birne.

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  2. fredo0 schreibt:

    Ich meine ihn auch zu kennen ….. Text und Autor ……

    und bereits der erste Satz , ist für mich , sorry , Bullshit … ein Konzept über BEWUSSTSEIN was aus Bewusstheit mit Vorstellung heraus formuliert ..

    „“Eine Marionette kann nur auf Reize des Marionettenspielers reagieren, aber fühlende Wesen haben nicht nur die Fähigkeit auf Reize zu reagieren, wie es im Allgemeinen geschieht , sondern sie können auch unabhängig von äußeren Reizen handeln““

    also erstens , stimmt das Bild der Marionette , die vom BEWUSSTSEIN „bespielt“ wird so nicht , sondern ist auch nur , wenn auch passiv als „bespielt“ formuliert , Ausdruck des immer gleichen Bedeutsamkeitsstrebens des Individuums ( “ wenn ich schon nicht selber handeln kann , wie es die Ollen so schreiben , dann ich will ich doch wenigstens vom Höchsten selbst „bespielt“ werden ) .
    das Individuum ist einfach eine sich ergebende vergängliche Konstellation , zwar aus BEWUSSTSEIN begründet , doch halt nicht von diesem (direkt) „bespielt“ , sondern einfach nur einer von unendlich vielen Ausdrucksvarianten , die sich konsequent und automatisch aus der Dynamik der Dekoration ergibt . Da bedarf es schlicht keines weiteren Inputs des BEWUSSTSEINS mehr .
    Um es noch etwas deutlicher zu sagen . Das BEWUSSTSEIN hat seine Schöpfung Dualität „ausgestülpt“ ( warum auch immer ) und sie dann einfach ihrer Eigengesetzlichkeit überlassen .
    Außerdem , wenn BEWUSSTSEIN überhaupt „bespielen“ könnte , dann TOTAL im TOTALEN MOMENT …. und ein „totales“ Bespielen kennt halt keine selektiven Züge an irgendwelchen Fäden … da würden , wenn überhaupt , stets total alle Fäden gezogen … und der Tanz der Marionette wäre dann echt spassig …

    Dann … niemand kann jemals „unabhängig“ handeln … jegliches „Handeln“ ist immer nur Ausdruck der bereits erwähnten Eigengesetzlichkeit des Gewusels … da eine Besonderung für irgendweklche Wesen“ zu formulieren ist so eine absurde Formulierung , und halt wieder Ausdruck von Bedeutsamkeitsstreben , dass ich mir einen weiteren Komentar verkneife ….
    Die gerade reifen Süsskirschen ( dies Jahr ohne Würmer … juppie ) und meine UterusSchaukel locken … als Ausdruck des sich selbst „steuernden“ Gewusels ….

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    • Nitya schreibt:

      Von wem war denn deiner Meinung nach der Text?🙂

      Was die Süßkirschen betrifft: Freu dich doch, dass es noch Würmer in den Kirschen gibt! Da lebt doch noch was!😉

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      • fredo0 schreibt:

        oh oh … da hab ich mich wohl etwas vorlaut aufs klitschige terrain begeben😉 …
        tja … spontan gelesen , hat es mich an texte erinnert , die ich früher mal in einem forum mit einem gewissen genuss ( muss ich mir da sorgen machen ? ) zerpflückt habe … der autor damals war thomas hübel …

        dann noch zu den süsskirschen … schon merkwürdig … ich vermeide ihr erkunden nach „bewurmung“ , und sie schmecken nur lecker … wohl mein lieblingsobst …
        ist dann aber erst mal so ein miniwürmlein entdeckt , ists vorbei mit der vertrauensvollen schlemmerei und das selektive kontrollieren nach mitbewohnern dieser köstlichkeiten beginnt …

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      • Nitya schreibt:

        Ha, Klasse! Der gemeine olle Sack hier reibt sich schadenfroh die Hände. Der Text war von Nisargadatta zitiert in „Pointers“ von Ramesh Balsekar. Jetzt macht das Zerpflücken doch noch mal so viel Spaß – gell?

        Was deine Süßkirschen betrifft, hätte ich Wort für Wort dasselbe schreiben können.

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  3. Alltagsgeschichten schreibt:

    ……..die Menschen können alles, das hängt vom Charakter ab……sagen die Marionetten hier:

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  4. fredo0 schreibt:

    oh oh … das will aber noch mal genauer betrachtet werden … vom ollen fredo … jetzt gelesen zeigt sich eine andere wertung ( und anderes verstehen ) … oh … oh … gut gemacht du gemeiner oller sack ….

    dieses phänomen eines art vorselektierten „verstehens“ von text , wenn der autor bereits als „verstanden“ absortiert ist … guuut … da mal genauer hinzuschauen …

    wobei ich mir demnächst doch auch mal die englische originalversion der pointers aus meinen bücherstapeln raussuchen werde. denn wie du weist , halte ich ja die übersetzer oft für fragwürdig … und mein neuer spitzname ( „der auch nur übersetzer – fredo“ ) will ja eingesetzt werden😀 …

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    • Nitya schreibt:

      Hihi, ja, das sind die kleinen Freuden des Alters, lieber Fredo.
      Man gönnt sich ja sonst nichts.
      Ich hab mir schon überlegt, das Spielchen mit falschen Namen fortzusetzen.
      Verunsicherung ist das Salz in der Suppe.

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      • Alltagsgeschichten schreibt:

        ja, das ist großartig.

        Fredo urteilt hier in Unkenntnis, dass sein Guru zitiert wurde abwertend.
        Als er dann weiß, wen er da abgeurteilt hat sagt er:

        “ jetzt gelesen zeigt sich eine andere wertung“

        Nein lieber Fredo, die andere Wertung „zeigt“ sich nicht. DU bist derjenige, der anders wertet, weil DU das kannst.
        Ganz im Gegensatz zu deinen sonstigen Behauptungen, dass alles nun mal so ist, wie es ist.
        Gedanken können geändert werden, wie du hier gerade vortrefflich vorgeführt hast – (oder vorgeführt wurdest?)

        Und daher sind wir eben keine Marionetten.
        Der obige Text von Nisar oder Ramesh sagt genau das, wofür ich so oft Spott ernte, es gibt eine unpersönliche Ebene, die mit uns in Kontakt ist, wenn wir ihr zuhören.
        Aber wer will schon zuhören?
        Lieber immer drauf los Meinungen postulieren und denken man redete über die Wahrheit.
        Ich bin schockiert – ha ha ha:

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  5. Brigitte schreibt:

    Es ist schon interessant bis spannend zu sehen, ob und wie die Reaktionen ausfallen und sich verändern, wenn die Signatur komplett wegfällt. Sowohl bei den zitierten Texten als auch bei den Kommentaren. Möglicherweise fließt dann alles ineinander und die Neigung ein festes Bild über eine vermeintliche Person zu kreieren, die schreibt oder kommentiert, baut sich gar nicht erst auf; genauso wenig eine scheinbare Distanz durch einen Subjekt-/Objektbezug.

    Eine persönliche Typisierung über Name und Form (jetzt ganz vereinfacht auf einen Nenner gebracht mit der Bitte um Nachsicht) wie beispielsweise

    Marianne – rational-geordnet
    Fredo – Geschwurbel
    Nitya – Freigeist
    Eno – präsent-nah

    schleicht sich vielleicht weniger bis gar nicht mehr in die Betrachtung mit ein und der frische freifließende energetische Moment rückt in den Mittelpunkt der Wahrnehmung.

    Na, ich weiß es wirklich nicht. Wäre vielleicht auch langweilig! Letztlich scheint es keine Kontrolle darüber zu geben, wie sich was entfaltet.

    Ich fand jedenfalls die Idee von Nitya, den scheinbaren Autor einfach Mal nicht zu nennen richtig gut und so den fixierten vorgefassten Meinungen und Urteilen auf die Schliche zu kommen.

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    • Marianne schreibt:

      Neben rational-geordneten Rektionen plagt mich oft auch die Neugier, liebe Brigitte …😉
      Aber nachdem ich diesen Text bestimmt nirgendwo zitieren möchte, muss für mich auch kein Name drunter stehen …
      „Formen“ (auch die Wellen im Ozean) sind niemals ganz beliebig – gewisse Eigenheiten werden uns immer anhaftend bleiben … manche nennen das „Charakter“ …
      Wo du auftauchst, geht für mich immer ein warmes, sonniges Lächeln durchs Wahrnehmungsfeld!🙂

      Herzlich
      Marianne

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    • Nitya schreibt:

      Liebe rational-geordnete, schwurbelnde, freigeistige, präsent-nahe Brigitte,

      kannst du all diese Projektionen auch ganz spielerisch wieder zu dir zurücknehmen und sie bei dir erkennen? Wenn dir das gelingt und nicht nur bei den von dir benannten Personen, dann kannst du grinsend bemerken, dass dir nichts Menschliches fremd ist. Ich muss das gleich mal mit Merkel, von der Leyen & Co. ausprobieren.

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      • Marianne schreibt:

        … vielleicht bringen sie dich ja sogar zum Lachen, wenn du deine Projektionen veränderst …

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      • Nitya schreibt:

        »Ich las« – sag ich dann ohne Bangen –
        »einst den Etat der deutschen Generalität.
        Da ist mir der Humor vergangen.«
        Und Gott versteht.
        Und Gott versteht.

        Theobald Tiger

        Tut mir überhaupt nicht leid, liebe Marianne, ich kann zwar jede Schweinerei in mir entdecken, aber bei dem Murks, den unsere sog. Voiksvertreter da veranstalten, bleibt mir wie Tucholsky das Lachen im Halse stecken.

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      • Brigitte schreibt:

        keine Chance… Rücknahme von Projektionen nur gegen Pfand.

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  6. fredo0 schreibt:

    😀
    werte kerstin … sehr bezeichnend deine reaktion …😉

    aber ein wenig muss ich da schon korrigieren … nisar ist lediglich der guru von ramesh gewesen … und mir nur über bücher vertraut , die teilweise nach rameshs persönlicher aussage recht miese übersetzungen sind …und es wird dich womöglich überraschen , dutzende von konzepte , die nisar im lauf diverser jahrzente benutzte , fanden die teilweise recht drastische kritik von ramesh … was aber nicht das geringste an seiner haltung zu ihm änderte …
    es lässt sich wohl in den legenden aller berichter eine frühphase finden , in der teilweise recht erstaunliche versuche der erklärungen formuliert wurden ( selbst ramana bildet da keine ausname ) , speziell bei nisar zeigen sich in seinen frühen texten noch starke verbundenheiten mit recht traditionellen konzepten der vedas .
    es wäre völlig irrig davon auszugehen , das es bei erwachten im verlauf ihrer lebensphasen keine weitere sich klärende entwicklung im einsatz von vokabeln geben würde. anderes wäre geradezu armselig …

    ja , ich habs ja schon erwähnt , ramesh ist auch nicht mein guru … ich finde ihn nur sehr bemerkenswert … und es sollte dich jetzt nicht mehr überraschen , dass ich dir mitlerweile auch diverse konzepte von herrn ramesh nennen könnte , die ich kritisierenswert finde … ( z.B. sein working-mind-konzept ) … und sein „pointers“-buch gehört zwar zu den bekanntesten , ist aber für mich … durchaus auch kritisierbar … obwohl ich ramesh als berichter „davorne“ sehr schätze , und ihm dabei auch viel zu danken habe , haben mich ( seltsamerweise ) seine bücher , im gegensatz zu persönlichen briefen , nie sonderlich angesprochen .

    übrigens nach erneutem lesen des textes von nisar … stehe ich voll zu meiner kritik … sie ist bei der von ihm benutzten wortwahl ( wenn sie halbwegs korrekt übersetzt ist ) für mich mehr als berechtigt …

    und ich stehe auch zu meiner aussage , dass sich der text im wissen um seinen autor in einer erweiterten verständnisebene erschließt … zumindest für mich …
    da ich durch weitere texte von nisar halt weiß , worum es ihm geht bei seinen hinweisen , verstehe ich etwas mehr , was er wohl meinte mit obigen text … ( aber halt in dieser erklärungsversion für mich kritisierbar formuliert hat ) …

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