Wilhelm Reich: weder Kultur noch Zivilisation


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Ein neuer Menschentyp wird entstehen und seine neuen Eigenschaften an seine Kinder und Kindeskinder weitergeben, Eigenschaften eines uneingeschränkten Lebens. Niemand kann heute sagen, wie dieses Leben aussehen wird. Wie auch immer es einmal wird, es wird es selbst sein und nicht das Produkt einer kranken Mutter oder eines mürrischen, pestilenten Verwandten. Es wird ES SELBST sein, und es wird die Kraft haben, sich zu entwickeln und die Hindernisse, die seiner Entwicklung entgegenstehen, selbst zu beseitigen.

Unsere Aufgabe ist es, diesen Prozess vor der Pest zu schützen, sein Wachstum abzusichern, rechtzeitig zu erkennen, was ein Kind, das nach den Regeln des Lebens aufwuchs, von einem Kind unterscheidet, das entsprechend den Interessen dieser oder jener Kultur, eines Staates, einer Religion, eines Brauches oder irgendeiner verschrobenen Idee über das Leben aufwuchs. Bevor das nicht gelungen ist, wird es keinerlei Hoffnung geben, dass das Massenschlachten jemals beendet werden kann.

Kurz gesagt: Der Neue Führer wird es ablehnen, nach Jerusalem zu reiten, um den Feind zu besiegen. Er wird sich dem Strömen des Lebens – also Gottes – in den kleinen Körpern der ungeborenen Söhne und Töchter des Menschen zuwenden. Darauf wird er seine Entschlossenheit gründen, nicht der Versuchung nachzugeben, ein Führer des Volkes zu werden, der es in dessen öder Lebensart weiterführt; nicht gerade den Leuten nachzugeben, deren Leben grundsätzlich insoweit geändert werden muss, dass sie die Kinder so aufwachsen lassen, wie sie vom Gott des Lebens geschaffen worden sind.

aus dem Schlusswort von Wilhelm Reich in „Christusmord“

Der Text schließt mit den Worten:

BIS JETZT GAB ES WEDER KULTUR NOCH ZIVILISATION. BEIDE SIND GERADE DABEI, IN DAS GESELLSCHAFTLICHE LEBEN EINZUDRINGEN. DAS IST DER ANFANG VOM ENDE DES CHRONISCHEN CHRISTUSMORDES.

Gerade eben dabei … Heute ist mir dieses PDF, herausgegeben von Pro Familia NRW, in die Finger gekommen: „Lieben, kuscheln, schmusen – Hilfen für den Umgang mit kindlicher Sexualität“ aus der Sexualpädagogischen Reihe. Oh, da hätte Wilhelm Reich aber seine Freude gehabt! Endlich darf sich auch die kindliche Sexualität frei entfalten. Darf sie? Lässt man jetzt die Kinder so aufwachsen, wie sie vom Gott des Lebens geschaffen worden sind? Pustekuchen! Schon bei dem Wort „Pädagogik“ bin ich zusammengezuckt. Und bei „staatlichen Hilfen“ war’s mal wieder mit meiner Contenance vorbei. Da sind auf der einen Seite die ErzieherInnen, die selbst nie mit einer selbstbestimmet Sexualität aufwachsen durften, und da ist auf der anderen Seite der Staat mit seinem „Hilfsangebot“. „Cui bono?“ fragt sich da der bis über die Hutschnur misstrauische Bürger. Was mischt sich der Staat jetzt auch noch in die intimsten Bereiche der Kinder ein?! Und überhaupt, was soll dieser ganze Gender-Scheiß? Soll das Wilhelm Reichs sexuelle Revolution sein?tDer Bericht über ein indisches Dorf fällt mir wieder ein. Die Kinder blieben solange im Erwachsenendorf, bis sie nicht mehr gestillt wurden und laufen konnten. Dann durften sie ins Kinderdorf wechseln. Dort blieben sie solange, bis sie einen Partner für den Rest ihres Lebens gefunden hatten. Erwachsene hatten im Kinderdorf keinen Zutritt. Die Kinder regelten alle ihre Angelegenheiten ganz wunderbar unter sich. Sie konnten aufwachsen „wie sie vom Gott des Lebens geschaffen worden sind.“

Gestern hatte ich Nisargadatta im Blog mit seinem Satz: „Es ist alles so einfach!“ Auch das, worauf Wilhelm Reich hinweist, ist letztlich ganz einfach. Gestern bin ich auch auf die spannende Seite von Jürgen Fischer  gestoßen. Ich war ganz gerührt, als ich sie entdeckte, und fühlte mich zurückversetzt in die siebziger Jahre, als ich jedes Buch von Wilhelm Reich verschlang und mir sogar selbst einen Orgonakkumulator baute. Jürgen Fischer ist über all die Jahre Wilhelm Reich treu geblieben und hat auf diesem Weg auch zu Eckhart Tolle und Jed McKenna gefunden. Ich habe mir gleich von seinen kostenlosen E-Books „Willst du den Verstand verlieren“  runtergeladen. Ich möchte euch sehr empfehlen, da hineinzugucken. Also ich habe gerade erst angefangen mit dem Lesen, aber ich finde es total interessant. Und wer sich weiter informieren möchte – auch über die weiteren Angebote von Jürgen Fischers, auf seiner Seite findet er reichlich Stoff zum Stöbern. Im genannten E-Book fand ich übrigens ein Zitat, dessen Wahrheit ich als Betreiber dieses Blogs immer wieder bestätigt sehe:

Das wahre Verlangen, das den Erwachensprozeß antreibt, ähnelt eher psychotischem Wahnsinn. Es ist eine verteufelt tiefsitzende und langwierige Krise, nicht die öde kleine dunkle Nacht der Seele, die die Profitmacher von den Touristen als Pfand nehmen.

aus: Jed McKenna, „Spirituelle Dissonanz“

Jetzt habe ich eigentlich nichts weiter über Wilhelm Reich gesagt, aber den liest man sowieso besser selbst und außerdem wurde mir schon öfter gesagt, ich soll nicht so viel rumsabbeln und außerdem habe ich gerade keine Lust mehr und lese lieber „Wie man den Verstand verliert“ weiter. Also schließe ich mit: Wilhelm Reich -ich liebe diesen Kerl und finde ihn einfach absolut wunderbar.

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