Linjis Wort zum Sonntag: Das ist meine ganze Lehre

LinjiMeiner Ansicht nach gibt es keinen Buddha, kein fühlendes Wesen, keine Vergangenheit, keine Gegenwart. Die Verwirklichung ist augenblicklich erreicht, ohne Zeit, Übung, Erkenntnis, Gewinn oder Verlust zu benötigen. Über alle Zeiten hinweg gibt es keinen anderen Dharma. Selbst wenn es einen Dharma gäbe, der dies überträfe, sage ich euch, dass er wie ein Traum wäre, wie ein Phantom. Das ist meine ganze Lehre.

aus dem Linji-Lu

Das ist ja vielleicht ein Radikalinski! Mit einer einzigen Bewegung wischt er diesen ganzen heiligen Krempel vom Tisch. Ein wahrer Ikonoklast. Da regen wir uns über diese IS-Hirnies auf, die ja doch nichts anderes machen als die christlichen Hirnis, die ja dasselbe Spektakel veranstaltet haben, indem sie irgendwelche angeblichen heiligen Bilder und Statuen verbrannt oder zerdeppert haben. Der olle Mose hat’s ja gesagt, dass der da oben sonst sehr, sehr böse wird. Berühmt ist ja, wie Mose selbst am Goldenen Kalb Hand angelegt hat. Das ist schon witzig: Zuerst schaffen sich die Menschen irgendwelche Götzen und Symbole und dann machen sie sie wieder platt. Fahnen werden verbrannt, sakrale Gerätschaften eingeschmolzen, … na, am rauen Stein der Freimaurer können sie sich ja abarbeiten.

Linji setzt sie allesamt auf den Pott: Hört doch endlich mit diesem Quatsch auf! Ob Bilder gemalt oder Bilder in Stein gehauen oder Bilder als Vorstellungen in eurer Birne … ist doch alles derselbe Scheiß! Symbol„Meiner Ansicht nach gibt es keinen Buddha, kein fühlendes Wesen, keine Vergangenheit, keine Gegenwart.“ Warum? Alles nur Vorstellungen. „Selbst wenn es einen Dharma gäbe, der dies (Die Verwirklichung ist augenblicklich erreicht, ohne Zeit, Übung, Erkenntnis, Gewinn oder Verlust zu benötigen. Über alle Zeiten hinweg gibt es keinen anderen Dharma.) überträfe, sage ich euch, dass er wie ein Traum wäre, wie ein Phantom.“ Also schon wieder eine Vorstellung. In Kurzform: Es gibt nur diesen Augenblick.

Aahhh ….

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5 Antworten zu Linjis Wort zum Sonntag: Das ist meine ganze Lehre

  1. Eno Silla schreibt:

    Aahhh, lieber Nitya, aahhh!
    So schlichte, einfache Worte dieses Linji und von dir, oder von wem auch immer und:
    Aahhh…

    Ich frage mich auch, immer wieder, wie kann ich hier überhaupt noch irgendetwas schreiben?
    Das reicht jetzt, es ist genug!
    Und dann schreibe ich doch wieder. Und die Frage nach dem Wie hat sich erledigt.
    Es ist wie mit der Frage nach dem Warum. Und bekanntlich ist darauf die einfachste Antwort:
    Warum nicht!
    So finde ich auch meine Brötchen am Morgen.
    So genieße ich einfach was sich darbietet, oder auch nicht.
    So bin ich einfach, ohne zu wissen: wie oder warum.
    Alles geschieht auf eine wunderbare Weise ganz
    von (diesem ominösen) selbst.
    Und all die Worte (und alles Geschehen) sie klingen, sind wie Liedchen,
    wie Vogelgesang, mal schön, mal schrecklich erscheinend,
    einfach gesungen:
    von selbst!

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  2. fredo0 schreibt:

    beeindruckende worte des herrn linji … mit dem mut zur ehrlichkeit … fein … mit dem mut zur radikalität … fein … mit dem mut zur entblösung … fein …
    das credo eines wahren faulenzers …. wie sympatisch ….

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