Osho: Gesellschaften ändern sich ganz von selbst


OLenin ist nicht Mitgefühl – ausgeschlossen. Buddha ist Mitgefühl; ohne irgendetwas zu bekämpfen, ist er einfach nur da und erlaubt allem zu sein, wie es ist, und seinen eigenen Weg zu gehen. Jede Gesellschaft ändert sich von selbst, man braucht sie nicht zu verändern; sie ändern sich so, wie sich die Bäume in jeder Jahreszeit ändern. Gesellschaften verändern sich ganz von selbst – alte Gesellschaften sterben von selbst, man braucht sie nicht zu zerstören! Und neue Gesellschaften werden genau wie Kinder geboren – ganz von selbst, wie Babys. Man braucht keine Abtreibung erzwingen, alles läuft automatisch von selbst. Alles geht weiter und verändert sich. Und dies ist das Paradoxe, dass alles gewissermaßen dennoch immer dieselbe Richtung beibehält. Denn es wird immer arme und reiche Leute geben und es wird immer hilflose, machtlose Leute geben und immer Leute geben, die sie beherrschen. Klassen können sich nicht auflösen – sie gehören einfach dazu. Die menschliche Gesellschaft kann nie klassenlos werden. Wohl aber können Klassen sich ändern.

aus: Osho, „And the Flowers Showered“

Ich denke an all die Aufrufe auf Facebook oder wo auch immer: „Empört euch!“ – Wehrt euch!“ – „Ihr könnt mich alle am Arsch lecken!“


Osho stellt dem gegenüber: „Buddha ist einfach nur da und erlaubt allem zu sein, wie es ist, und seinen eigenen Weg zu gehen.“ Lenin ist ein Revolutionär. Er versuchte, seine Vorstellung von der Marxschen „Diktatur des Proletariats“ zu verwirklichen; was dabei letztlich herauskam, wissen wir. In der angeblich klassenlosen Gesellschaft der Sowjetrepublik wurde die Klasse des Adels beseitigt und durch die Klasse der Partei-Apparatschiks ersetzt. Von wegen klassenlos.

Wenn Osho Buddha dem Lenin gegenüberstellt, klingt das, als ob hier zwei Personen gegenübergestellt werden. Ich habe so meine Zweifel, ob das so gemeint war. Für mich steht Buddha hier in erster Linie für den Buddha-Geist, wie ihn Bankei gestern beschrieben hat und das könnte dann so beschrieben werden: „Ein Spiegel ist einfach nur da und erlaubt allem zu sein, wie es ist, und seinen eigenen Weg zu gehen.“ Ich fühle mich immer gedrängt hinzuzufügen: Auch sich selbst! Anstatt also aus Siddhartha Gautama einen Heiligen zu machen, der wie ein zombiehafter Spiegel oder wie Gemüse (Fredos Hinweis: Ramesh Balsekar) „einfach nur da ist und allem erlaubt zu sein, wie es ist, und seinen eigenen Weg zu gehen“, wird auch Siddhartha Gautama erlaubt, ganz Mensch zu sein und seinen eigenen Weg zu gehen. Buddha (der Spiegel) bleibt davon vollkommen unberührt. Hinzuzufügen wäre noch, dass weder „Buddha“ noch „der Spiegel“ Objekte sind. Jede Objektivierung wäre hier fehl am Platz.
aOsho könnte hier verstanden werden in dem Sinn, alles zu ertragen, was geschieht. „Es wird immer die Mächtigen und die Ohnmächtigen geben. Das ist nun mal so. Findet euch damit ab!“ Gesellschaften ändern sich von selbst, sagt Osho. Ja, aber auch das kann missverstanden werden. An diesen Änderungen sind immer auch Menschen mit ihren Vorstellungen und Gefühlen und mit ihren Handlungen beteiligt. Wem also danach ist, das Fenster zu öffnen und zu schreien: „Ihr könnt mich alle am Arsch lecken!“, der möge sich nicht aufhalten lassen. Auch das ist Teil der Veränderung. Eine Veränderung, die nicht er macht, sondern die durch ihn hindurch geschieht. Daran, dass es immer Arme geben wird, wird der Schrei aus dem Fenster allerdings vermutlich auch nichts ändern.

JIhr habt allezeit Arme bei euch,
und wenn ihr wollt,
könnt ihr ihnen Gutes tun;
mich aber habt ihr nicht allezeit.

Markus 14, 7

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Eine Antwort zu Osho: Gesellschaften ändern sich ganz von selbst

  1. Eno Silla schreibt:

    hurra
    von selbst
    einfach nur von selbst
    überall veränderung
    ganz von selbst
    wahnsinn dieses selbst
    mit mir
    ohne mich
    vollkommen genial
    alles geschieht
    passiert
    ganz von selbst

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