Uli Mohr: Es kann keine Gurus, Meister, Erleuchteten geben!

Leben ist nur möglich durch Aufbau und Entladung von Spannung.

U Es muss ein permanenter Aufbau von Fülle stattfinden, um diese Fülle anschließend in die Leere fließen zu lassen, die relative Leere, um einen Ausgleich zu schaffen. Allerdings ist auch klar, dass mit dem Vollzug des Ausgleiches ein Stillstand eintritt, der wie die Nulllinie auf dem EKG den Tod bedeutet.



Ein Mensch, der all seine negativen Grundannahmen aufgelöst hätte, würde sich mit Freuden zurücklehnen und sich von seinem Körper und diesem Leben verabschieden. Er hat keine Spannung mehr in sich, er hat keine Sehnsüchte mehr in sich, die allein aus diesem Kern der negativen Grundannahmen heraus genährt werden.

In dem Moment, wo es dir gelingt, mit einem selbstironischen, freundlichen Lächeln mit deinen negativen Grundannahmen umzugehen, erst in diesem Moment werden die Talente und Begabungen deines kranken Charakters befreit sein, dass du sie tatsächlich einsetzen kannst für ein erfülltes und freudvolles Leben. Allein dafür lohnt es sich, diese innere Landkarte zu vervollständigen.

aus dem obigen Video von Uli Mohr

0Is ja spannend, was der Uli Mohr da sagt: Gurus, Meister und Erleuchtete kann es deshalb nicht geben, weil sie ohne negative Grundannahmen nicht existieren könnten. Hätten sie aber noch negative Grundannehmen, wären sie keine Gurus, Meister oder Erleuchtete. Logo. Uli Mohr, alias Dr. med. Ulrich Mohr, hat sich von der Schulmedizin verabschiedet, hat sich auch von der Komplementär- oder Alternativmedizin verabschiedet und geht einen ganz eigenen Weg. Dabei kommt er ganz von der Naturwissenschaft her und postuliert, dass die Gesetzmäßigkeiten, die in der Biologie gelten und in der Physik gelten, auch gelten für die menschliche Psyche.

Sein Idealzustand scheint der zu sein, in dem der Mensch mit einem „selbstironischen, freundlichen Lächeln“ seine eigenen Macken wahrnimmt und in Ruhe lässt. Das ist eine Haltung, wie ich sie im Zusammenhang mit dem Enneagramm beschrieben habe: Es geht nicht darum, aus einer lausigen Neun eine perfekte Neun zu machen, sondern die lausige Neun wahrzunehmen, wie sie ist, und zu lieben, wie sie ist. Würde die lausige Neun dagegen dem Ratschlag wohlmeinender Psychotherapeuten folgen und sich zur perfekten Neun mausern, würde sie also all ihre sog. negativen Aspekte eliminieren, wäre sie auf dem besten Weg, demnächst den Löffel abgeben zu müssen, weil sie genau die Spannung verlieren würde, die sie braucht, um existieren zu können.

BDie Frage, die sich hier vielleicht stellt, bezieht sich auf die Vorstellung, die sich Uli Mohr von den Erleuchteten, Meistern und Erleuchteten macht. Mir scheint das irgendwie die Vorstellung von Lieschen Müller zu sein. Es war jedenfalls nie meine Vorstellung: Die Vorstellung vom idealen Menschen. Ich habe jedenfalls noch nie einen idealen Menschen getroffen und habe auch keinerlei Sehnsucht danach, einen solchen je zu treffen oder gar ein solcher selbst zu werden. Grusel.

Eine Frage wäre noch: Lässt sich in dem hier Dargestellten noch irgendwie das Herz-Sutra unterbringen? „Gate, gate, paragate, parasamgate, bodhi, svaha“? Konnte es den Herrn Siddhartha Gautama überhaupt geben oder hatte der Kerl am Ende irgendwelche heimlichen Laster, um existieren zu können?

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2 Antworten zu Uli Mohr: Es kann keine Gurus, Meister, Erleuchteten geben!

  1. fredo0 schreibt:

    Es ist ein beliebter Irrtum , nur weil es nicht erwähnt wurde , aber nicht aus den Drang des Verbergens oder Verschleierns , sondern simpel deshalb , weil es letztlich auch irrelevant ist , das auch da , wo das , was Erwachen genannt wird , stattgefunden hat , ein stinknormales Leben weiterhin stattfindet . Warum sollte da denn das ewige Ying-Yang-Spiel beendet sein ? .

    Es wäre ja ein Ausscheiden aus dem Wandelspiel , eine Art Einnahme eines Nullpunktes , was da erwartet wird . ( wie könnte aber ein „etwas“ einen Nullpunkt „einnehmen“ ? )

    Und es ist der Ausdruck eines zentralen Irrtums , wohl auch bei Herrn Mohr , zu glauben , das das „Betrachtende“ (aus Erwachen) die Einnahme eines Betrachtungspunktes sei . ( gar eines „neutralen“ spannungsfreien Punktes ) .
    Die „Betrachtung“ (aus Erwachen) nimmt aber keinen (neutralen) Punkt ein (den es so gar nicht gibt ) , sondern sie umfasst ( meinetwegen selbstironisch, freundlich, schmunzelnd ) , das gesammte Spiel „annehmend“ … also ist eher eine Art Betrachtungs“Sphäre“ …
    Da wird also keine Position bezogen . weder Yin noch Yang , noch (hypothetisch) neutral .
    Es wird lediglich die allem zugrundeliegende „Leere“ bemerkt , besser formuliert , auf Grund aufgetauchter Zweifellosigkeit unvergessbar . Es wird also die „Sphäre“ wahrgenommen , in der dies Yin/Yang/“neutral“-Spiel stattfindet , doch dabei keines davon als „Punkt“ bezogen..

    Der Guru , Lehrer , Mensch mag sein ( bzw. erscheinen ) wie es dem Leben beliebt , gespannt , entspannt , (meinetwegen auch hypothetisch neutral ) , die „Basis des Spiels“ wurde unvergessbar , einfach deshalb weil einmal die weiße Leinwand „hinter/unter“ der Lebensprojektion bemerkt wurde , .

    Der Guru/Lehrer/Mitmensch kann nur darauf hinweisen , jedoch weder einen Punkt beziehen noch gar exemplarisch vorleben.

    Er verbleibt ( Gott sei es gedankt ) das , was Ramesh Balsekar mit seinem Ausruf benannte :“do you think I am a vegetable ?“

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  2. Sunny T Oakwood schreibt:

    🙂

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