Osho: das Anbinden der Kamele


kkkF kkkkkk
Es gibt zwei Ebenen des Denkens. Die höchste Ebene besagt, dass alles, was geschieht, so geschieht, wie es soll – nichts geht jemals schief, nichts war jemals falsch, nichts kann jemals schief gehen, und eine Anstrengung zu machen, bewirkt keinen Unterschied. … Alles ist Gottes Wille, und einen anderen Willen haben wir nicht: Sein Wille ist unser Wille.

Dies ist die höchste Wahrheit. Aber für die Menschen, die dies nicht verstehen, gibt es eine niedrigere Wahrheit, die nur dem Namen nach eine Wahrheit ist. Sie ist nicht wahr, sie ist eine Fiktion – eine Fiktion, um den Menschen zu helfen. Denjenigen, die diesen höheren Standpunkt nicht verstehen können, denjenigen, die noch in ihren Egos leben, wird gesagt: „Ja, du musst handeln, und durch dein Handeln werden Dinge möglich gemacht. Wenn du hart arbeitest, wirst du belohnt werden, wirst du ausgezeichnet werden; falls du nicht hart arbeitest, wirst du alles versäumen. Es ist dein Wille, und wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“ …

Osho

Wahrscheinlich kennt hier jeder diese Sufi-Geschichte von dem Meister und seinem Schüler, die nachts an einer Oase haltmachten, um dort den Rest der Nacht zu verbringen. Am nächsten Morgen waren ihre Kamele verschwunden. Der Meister fragte den Schüler, ob er die Kamele nicht festgebunden hätte. Der Schüler sagte: „Meister, du sagtest mir doch, dass alles, was geschieht, Allahs Wille sei.“ Der Meister antwortete: „Ja, das ist richtig. Aber Allah braucht deine Hände. Deshalb sagte ich zu dir, binde die Kamele fest.“ Es gibt viele solche Geschichten. In allen geht es um denselben scheinbaren Widerspruch.

OVerwarf nicht auch Osho den Weg des Handelns um zum gewünschten Ergebnis zu kommen, als Fiktion? Darüber kann man wunderbar herumphilosophieren, im konkreten Einzelfall wird es dann doch meist die Person sein, die glaubt handeln zu müssen und die handelt. „Von wegen Gottes Wille! Ich verlasse mich da lieber ganz auf mich. Ja, ist ja alles schön und gut, nette Theorie, aber im realen Leben völlig unbrauchbar.“ Ich wollte mir schon ewig die Jiaogulan-Pflanze im Freien anbauen. Leider haben mir immer die Schnecken alles weggefressen. Hätte ich jetzt sagen sollen: „Na ja, das ist halt Gottes Wille?“ Nö, das muss ich schon selber machen. Ich hab mir einen elektrischen Schneckenzaun zugelegt und sehe, dass er tatsächlich für die Schnecken unüberwindlich ist. Wozu brauche ich dann überhaupt noch Gott? Der eignet sich doch höchstens als Thema zum Herumpalavern.

Dabei geht’s gar nicht darum. Da gibt es schließlich noch die Behauptung, dass es weder mich noch Gott gäbe. Entweder ist das Quatsch, dann kann man die nächste Diskussionsrunde zum Thema einläuten. Oder es wird überprüft und für wahr befunden. Wird es für wahr befunden, fällt das ganze Thema sowieso in sich zusammen. Dann ist da dieser Augenblick, in dem scheinbar geschieht, was auch immer zu geschehen scheint, und alle Fragen sind verschwunden. Aber ob so oder so, da kann Menschlein sich drehen und wenden und herumzappeln, wie er scheinbar will, … auch das ist angeblich Gottes Wille. Oder vielleicht doch nicht nur angeblich?

kkkkkkkkkk

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9 Antworten zu Osho: das Anbinden der Kamele

  1. chantaltalia schreibt:

    Lieber Nitya,
    Deine tägliche Morgenpost fresse ich auch wie eine Schnecke das Salatblatt. Und manchmal habe ich das Gefühl, dass da auch so ein elektrischer Draht drum herum gebaut ist… so ein kleiner Zenschlag. Lasse mich aber gerne ankicken. Macht wach.
    Mal die Anwesenheit, mal die Abwesenheit.🙂

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    • Nitya schreibt:

      Liebe Chantal,

      da bin ich aber froh, dass er dir nicht so geht, wie den ganz kleinen Schnecken. Die bleiben nämlich zwischen den Drähten hängen und verbrutzelen. Nur die großen Schnecken können wier die Flucht ergreifen. Ich hoffe also, dass du eine riesengroße Schnecke bist und nur ganz sanft eine gewischt kriegst von so einem kleinen Zen-Schlag.😉

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      • chantaltalia schreibt:

        Lieber Nitya,
        wie du weisst, gehöre ich zum älteren Schneckenjahrgang. Hunger habe ich trotzdem, obwohl die Suche eigentlich zu Ende ist. Du schreibst ja auch weiter.
        Dir einen wunderschönen Maientag im Garten.
        Chantal

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      • Nitya schreibt:

        Na ,na, na, liebe Chantal!

        Benütze mich nicht als Ausrede. Mein tägliches Geschreibsel muss Ausdruck einer ausgeprägten Zwangsneurose sein. Wer würde denn sonst schon auf so’ne blöde Idee kommen?

        Also für deinen Hunger kann ich rein gar nix. Trotzdem: Guten Appetit! Aber vielleicht ist es ja auch Durst und gar kein Hunger? Maibock wäre jetzt sehr zu empfehlen – und viielleicht ein Tänzchen um den Maibaum herum?

        Ich wünsch dir jedenfalls viel Vergnügen!

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  2. fredo0 schreibt:

    aaaahhhh … das vierte kamel von links erkenne ich wieder … auf dem bin ich mit viel zu enger jeans von kairo zur pyramide von sakara geritten … nun ja … geritten konnte man es weniger nennen … es hat jedenfalls einen lang anhaltenden eindruck in meinen backstage-bereichen hinterlassen … ob ich das viech … sorry … edle tier nochmal anbinden würde ?… hmmm … das bezweifle ich dann doch … soll es doch laufen … so lang und so weit es nur will … und wehe der herr allah kommt auf die idee es zu mir zurückzuschicken … da is es aber aus mit gelassenheit … und zwar gründlich !

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    • Nitya schreibt:

      Ha, das kann ich verstehen, dass du das nicht vergisst. Du reitest es ja immmer noch!🙂
      Wieso musstest du dir auch unbedingt das größte raussuchen? Das spinnt doch, das Kamel.

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  3. fredo0 schreibt:

    hey … ein echtes an-denken jetzt deine heutige kamel-truppe für den allerwertesten des fredo ..
    😀

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  4. Georg Alois schreibt:

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