Ludwig Senfl: Ich freu mich dein ganz um und um!

pum
Im Maien, im Maien
Hört man die Hahnen kraien.
Freu‘ dich, du schöne Bauernmaid,
Wir wolln den Haber saien.
Du bist mir lieber denn der Knecht,
Du tuest mir meine alten Recht.

Pum Maidlein, pum,
ich freu mich dein ganz um und um,
wo ich freundlich zu dir kumm
hinterm Ofen um und um,
freu dich du schöne Bauernmaid,
ich kumm, ich kumm, ich kumm, ich kumm.

Es seien zwölf Monat,
im ganzen langen Jahre,
das sagen uns die Weisen,
ja ganz und gar fürwahre,
ein jeder hat sein eigen‘ Art,
der eine prasst, der andre spart.

Pum Maidlein, pum,
ich freu mich dein ganz um und um,
wo ich freundlich zu dir kumm
hinterm Ofen um und um,
freu dich du schöne Bauernmaid,
ich kumm, ich kumm, ich kumm, ich kumm.

Ludwig Senfl

hier vorgetragen von „Die Spielleut SPECTACULATIUS“

Das Krächzen der Krähe war schon in Ordnung
Doch eine Nacht mit einem lieben Maidlein
schenkte mir tiefere Weisheit
als die Worte des Vogels

Ikkyû Sôjun

Pum

 Es ist Mai, ihr Lieben. Die Vögelein vögeln, kriegen Eier, hacken sich die Eier gegenseitig wieder kaputt, … das Leben tobt. Wenn irgendein Erleuchtungskonzept daran irgendetwas zu ändern versucht, dann ist es wirklich nur für den Müll gut. Die „Religioten“ (Michael Schmidt-Salomon) leiden offensichtlich an der Tendenz, alles Leben ersticken zu wollen mit Gequatsche, Moral und angeblich spirituellen Regeln. Ähnlich wie die „Normalbürger“ (Kodo Sawaki) den Tieren lieber im Zoo in Käfigen „begegnen“, begegnet „der kleine Mann“ (Wilhelm Reich) lieber seiner selbst gestrickten Symbolik für das Leben als dem Leben selbst. Sein zwanghafter Kontrollwahn trampelt auf allem Lebendigen herum, solange er noch atmen kann. Kaum jemand hat das präziser beschrieben als Wilhelm Reich in seinem „Christusmord“. Christus, das Lebendige, wird immer wieder im Namen irgendeiner obskuren sog. Religion ans Kreuz geschlagen. Ich muss gerade an den Aufklärungsunterricht meines Vaters für seine drei Söhne denken. Er kraulte meiner Mutter mit spitzen Fingern den Nacken und sagte: „Seht ihr: Hier verlaufen bei den Frauen die Sexualnerven. Die Frauen mögen es, wenn sie hier gekrault werden.“ Ob meine Brüder und ich wohl von ihm waren? Aber für einen Juristen war er ganz schön animalisch.

Nicht zu vergessen: Auch Michael Schmidt-Salomon, Kodo Sawaki, Wilhelm Reich und sogar mein Vater sind nur Manifestationen dessen, was wir nicht kraulen … ähh … fassen können.

„Ich freu mich dein ganz um und um!“ Was könnte spiritueller sein als das? „Eine Nacht mit einem lieben Maidlein schenkte mir tiefere Weisheit als die Worte des Vogels.“ Wen er wohl mit der krächzenden Krähe gemeint haben könnte, der Herr Ikkyû? Jedenfalls hat er das mit den lieben Maildlein voll kapiert. Find ich so. „Pum, Maidlein, pum!“

Mai

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4 Antworten zu Ludwig Senfl: Ich freu mich dein ganz um und um!

  1. fredo0 schreibt:

    o man , wie soll ich bei so viel pum jetzt noch ruhig durch den tag kommen ?

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  2. fredo0 schreibt:

    ich würde es ja so formulieren :

    ich bin … endlich … im besten Mannesalter , so dass mich „pum“ nicht mehr aus der Ruhe bringt.
    aber bei der Dosis heute morgen … hui hui …

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  3. Ingeborg schreibt:

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