Eine Erzählung über Subhuti

 

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Subhuti war einer von Buddhas Schülern. Er war fähig, das Potenzial der Leere zu verstehen. Er erkannte, dass alles nur eine Beziehung von Subjekt und Objekt ist. Eines Tages saß Subhuti in einer Stimmung seliger Leere unter einem Baum, als es um ihn her Blüten regnete.

„Wir preisen dich ob deiner Predigt über die Leere“, flüsterten ihm die Götter zu.

„Aber ich habe doch gar nichts über die Leere gesagt!“, sagte Subhuti.

„Du hast nichts von Leere gesagt und wir haben nichts von Leere gehört“, erwiderten die Götter. „Dies ist die wahre Leere.“

Und Subhuti wurde von einem Blütenregen überschüttet.

aus: Osho, „Zen und die Freudsche Couch“

BeziehungIn den letzten Tagen habe ich ja immer wieder mal diese Zickzacklinie als Spannungssymbol benützt. Spannung zwischen zwei Polen, hier als Beispiel zwischen Männchen und Weibchen. Und natürlich fällt mir auch hier wieder „mein Butz“ ein mit seinem „Spüren’S die Spannung?“ Er steht vor einem Blümelein, das aus einem Mauerriss herauswächst und stellt diese Frage: „Spüren’S die Spannung?“ Also hätte das ein anderer gesagt, hätte ich wahrscheinlich geantwortet: „Hää?“So aber war alles still. Ich war still, Heinz Butz war still, Blümelein war still – da war nur noch das, was er „Spannung“ nannte. Alles andere schien verschwunden zu sein.
SpannungIch brauche bloß für einen Moment an diesen Butz zu denken und schon ist diese Spannung, diese vollkommene Stille da. Shiva fällt mir ein, wie er zu Devi sagt: “ Schon die Erinnerung an die Vereinigung, ohne die Umarmung, bringt Transformation.“ Umarmung, dazu gehören zwei. Vereinigung ohne Umarmung bedeutet „EINFACH NUR SEIN !“

„Subhuti saß in einer Stimmung seliger Leere unter einem Baum, als es um ihn her Blüten regnete.“ Soviel ich weiß, ist das die einzige Geschichte über Subhuti. Und wieso ist diese Geschichte zweieinhalb Jahrtausende lebendig geblieben? Da ist von einer Stimmung seliger Leere die Rede. Nicht von dieser öden Leere, nicht von absolutem Nichts. Selige Leere. Und sofort wispern die Götter in meinen Ohren: „Spürst du die Spannung?“ Die Götter duzen mich übrigens.

Interessant, dass die Götter zweimal Blüten regnen ließen. Das erste Mal sagen sie: „Wir preisen dich ob deiner Predigt über die Leere.“ Subhuti muss sich gefragt haben: „Wieso preisen? Ich hab doch gar nichts gemacht!“ Kennt vermutlich jeder, wie man reagiert, wenn man gelobt oder getadelt wird für etwas, was man gar nicht gemacht hat. „Aber ich habe doch gar nichts über die Leere gesagt!“, sagte Subhuti und zieht sich den Schuh nicht an. Fühlt sich fast an wie ein Test der Götter. Ein anderer hätte sich vielleicht in die Brust geworfen und die „Heldentat“ für sich und den Titel eines Gurus beansprucht. Subhuti ist völlig unschuldig und bleibt einfach bei der Wahrheit: Da gibt es weit und breit kein Verdienst. Die Götter sind begeistert und betätigen den Hebel für die Blütenfalltür, sodass Subhuti seine zweite Ladung abbekommt. Aber Quatsch bei Seite: Leere im Sinn der seligen Leere des Subhuti oder von Heinz Butz IST Seligkeit. Da müssen keine Götter irgendwelche Hebel betätigen. regnen

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Eine Antwort zu Eine Erzählung über Subhuti

  1. Nitya schreibt:

    Fischadler

    „Tut uns leid, wir haben noch nicht aufgeräumt.“

    Mein Gott, bei denen sieht’s ja aus wie bei mir.
    Aber auch so kann man, wie man sieht, zwei Eier zustande bringen.
    Schöpferisches Chaos nennt das der Messie.

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