Osho – eine stark narzistische Persönlichkeit

 

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Tja, „Wer war Osho?“ fragt Martin Frischknecht, Herausgeber der Zeitschrift „Spuren“ . Wenn ich mir dieses ernste Gesicht anschaue, kann ich nur sagen: „Dein Osho und mein Osho scheinen zwei völlig unterschiedliche Typen zu sein. Mein Gott, da wird ein indischer Psychoanalytiker bemüht, um dem Rätsel „Osho“ auf die Spur zu kommen! Also da kann ich nur kichern. Und damit bin ich schon bei „meinem Osho“. Mein Osho kichert nämlich. Die ganze Zeit. Mir fällt dabei sofort die Geschichte von Oshos „drei lachenden Heiligen“ aus dem Buch “ Yoga: The Alpha and the Omega“ ein.

Oder die wundervolle Geschichte von Hotei dem lachenden Buddha:
HAls er erleuchtet wurde, brach er in ein Gelächter aus, und jedes Mal, wenn jemand ihn fragte: „Warum lachst du?“, lachte er noch mehr.

Und er zog nur immer von Dorf zu Dorf und lachte. Dann strömte eine Menge zusammen, und er lachte. Und allmählich — sein Lachen war sehr ansteckend — fing jemand in der Menge zu lachen an, und dann jemand anders, und schließlich die ganze Menge, weil…

Ja, warum lachten sie eigentlich? Jeder wusste doch: „Es ist lächerlich; dieser Mann ist merkwürdig — aber warum lachen wir alle?“ Aber es lachte eben alles, und alle waren ein wenig besorgt: „Was werden die Leute sagen? Es gibt doch keinen Grund zum Lachen.“

Aber die Leute warteten geradezu auf Hotei, weil sie nie im Leben mit einer solchen Totalität gelacht hatten, mit einer solchen Intensität, und weil sie entdeckt hatten, dass nach dem Gelächter jeder einzelne ihrer Sinne klarer geworden war. Die Augen sahen besser, ihr ganzes Wesen war so leicht geworden, als wäre eine schwere Last von ihnen gewichen.

Dann baten die Leute Hotei: „Komm bitte wieder“, und so zog er lachend weiter ins nächste Dorf. Sein ganzes Leben nach seiner Erleuchtung, etwa fünfundvierzig Jahre lang, tat er nur eines, und das war Lachen. Das war seine Botschaft, sein Evangelium, seine heilige Schrift. Und es muss festgehalten werden, dass in Japan niemand mit solch einer Hochachtung bedacht wird wie Hotei.

In jedem Haus werdet ihr Statuen Hoteis finden. Dabei hatte er nichts weiter getan als gelacht. Aber das Lachen kam aus einer solchen Tiefe, dass es jedem in Erinnerung blieb, der es einmal gehört hatte – so sehr hatte es sein Innerstes getroffen, eine Synchronizität hergestellt.

Hotei ist einzigartig. Auf der ganzen Welt gibt es keine andere Menschenseele, die so viele Menschen zum Lachen gebracht hat — ohne jeden Grund. Und doch fühlte sich jeder durch das Lachen gereinigt, fühlte ein Wohlbefinden wie nie zuvor.

Etwas aus unergründlichen Tiefen brachte plötzlich bestimmte Erinnerungen in den Herzen der Menschen zum Klingen…

aus: Osho, „Leben – Lieben – Lachen

  Eigentlich habe ich von meinem Lehrer Heinz Butz schon alles Wesentliche beigepult bekommen mit seinem „Ja, gell. Das sind so Gschichten!“ seinem „Wir arbeiten hier nur für den Papierkorb.“ und seinem „Spüren S‘ die Spannung?“ Aber eins hat noch ein bisschen gefehlt. Vielleicht lag’s ja wirklich daran, dass Heinz Butz, Jhg. 1925, noch an die Front musste und dann in russische Kriegsgefangenschaft kam, dass ihm ein gewisser Ernst zurückgeblieben war. Ich bin aufgewachsen unter lauter ernsthaften Erwachsenen. Schrecklich. Ja, das war es, was mir gefehlt hatte: Das Lachen über den ganzen Scheiß. „Am Lachen erkennt man den Narren.“ Das war es, was ich vor allem anderen bei Osho gefunden habe. Es war für mich wie eine riesengroße Erlaubnis, endlich der Narr sein zu dürfen, der ich schon immer gewesen war.

Sei dir selbst ein Witz, der dich erheitert.

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4 Antworten zu Osho – eine stark narzistische Persönlichkeit

  1. Sunny T Oakwood schreibt:

    Osho ….❤

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  2. Brigitte schreibt:

    „Ja, das war es, was mir gefehlt hatte: Das Lachen über den ganzen Scheiß.“

    Ja, ja, ja! Besser spät als nie! Doch wer hat’s schon in der Hand?!

    Bei mir war es genau anders herum. Schon als Kind lag ich auf dem Boden, weil ich vor Lachen nicht mehr konnte, es einfach nicht mehr aufhören wollte zu lachen. In der Gosse unter katastrophalen Verhältnissen aufgewachsen, scheint mir das heute noch wie ein Wunder. Innere Heiterkeit, die über sich selbst und diese verrückte Welt auch von Herzen lachen kann, ist kostbar und wirklich ein Segen.

    Wenn ich mir Osho heute anschaue, sehe ich einen tiefen hintergründigen Humor, der mir schelmisch zuzwinkert und zu sagen scheint: „Baby, nimm dich nicht für ernst. Im besten Fall, und besonders wenn dein Ego in Mitleidenschaft gezogen wird, lach einfach drüber, and see it’s a joke!“

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  3. Eno Silla schreibt:

    „Ich bin total verrückt, vertraut mir nicht!“
    Ich auch, lieber Osho, ich auch!🙂

    Diese ARD Dokumentation hab ich gefunden auf Youtube (wir hatten sie bestimmt schon im Blog, ich kann mich nicht erinnern):

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  4. Mark David Vinzens schreibt:

    Und der Lachende lebt weiter in uns😉 „Der Verstand lacht nur über andere.
    Das Nicht-Denken lacht nur über die eigene Lächerlichkeit. Aber der Sinn für Humor erstreckt sich auf dein ganzes Wesen, vom Körper über den Verstand bis zur Seele.”

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