Rabia: ohne dich kann ich die Welt nicht ertragen


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Oh mein Gott, die beste Deiner Gaben in meinem Herzen

ist die Hoffnung auf Dich;
Und das süßeste Wort auf meiner Zunge ist zu lobpreisen Dich;
Und die Stunden, die ich am meisten liebe, sind die,
in denen ich finden kann Dich.

Oh mein Gott, ohne das Gedenken an Dich
kann ich diese Welt nicht ertragen;
Und wie soll ich ohne die Vision von Dir
die nächste Welt ertragen?

Oh mein Herr, die Klage, die ich vorbringe Dir
Ist, dass ich ein Fremder bin in Deinem Lande hier,
und einsam unter Anbetern von Dir.

Rabia al-Adawiyya

Gestern bin ich mal wieder auf diesen Dr. Ryke Geerd Hamer mit seiner Germanischen Heilkunde gestoßen. Seit einiger Zeit bietet der demnächst Achtzigjährige auch das Lied „mein Studentenmädchen“ an, dessen heilende und harmonisierende Wirkung er bei ständigem Zuhören in Aussicht stellt. Wer es ausprobieren will, kann sich hier  drei Versionen (432, 400 und 440 Hz) anhören. Empfohlen wir die 432 Hz. Version. Ich selbst bin ja mit meinem Gehör noch mit 432 Hz aufgewachsen. Die anderen Versionen haben mein Gehör immer völlig irritiert. Ob es sich jetzt bei diesem Lied um so etwas wie Odins heilendes Runen-Lied handelt oder ob das lediglich Hamers blühender Phantasie entsprang, weiß ich nicht. Letztlich geht es ja immer um das Ergebnis: Wer heilt hat Recht. Und das kann nur jeder für sich überprüfen.

Auch Hamer wird sich wie ein Fremder in Seinem Land fühlen. Und mit seinem „Studentenmädchen“ scheint er sich sein Verbindung zum Göttlichen geschaffen zu haben. „Oh mein Gott, ohne das Gedenken an Dich kann ich diese Welt nicht ertragen.“ sagt die Mystikerin Rabia al-Adawiyya.
BGerade macht es „Bing“, ich habe eine neue E-Mail erhalten. Sie stammt von einer „gift rabia“: giftrabia02@hotmail.com

Hallo Schatz
wie geht es dir heute
mein Name ist Geschenk, um mir eine Freude zu kontaktieren Sie bitte ich werde wie Sie, um mich zurück in meine E-Mail zu schreiben, so dass ich Ihnen mehr über mich selbst erklären, für Sie zu wissen, wem ich bin, ich hoffe auf Ihre Antwort erhalten

Ich höre gerade das Studentenmädchen und schreibe meinen Rabia-Beitrag und kriege eine Mail von einer Rabia. Ich hoffe, dass mir das jetzt niemand zu erklären versucht. Ich habe längst aufgehört, solche Fragen zu stellen.
BWo war ich stehen geblieben? Ach ja. Diese Welt ist nicht zu ertragen. Also ich hab sie jedenfalls noch nie ertragen können. Und es scheint immer schlimmer zu werden. Die Welt wird scheinbar von kriminellen Irren regiert und die lieben Mitmenschen scheinen einfach dumme Schafe zu sein, die den Kopf einziehen und hoffen, dass es schon nicht so schlimm werden wird. Dabei ist es schon längst schlimm. Wie schlimm soll es denn noch werden, bis die Schäfchen aufwachen?

Ein bisschen kommt mir der Hamer mit seinem Lied so vor wie ein kleines unglückliches Kind, dass von seiner Mama in den Schlaf gesungen wird. Ich werde mich hüten, das Lied psychoanalytisch zu deuten. Hamer berichtet auch von seinen Erfolgen bei Pflanzen. Da würden die Psychoanalytiker vermutlich auch nicht weit kommen.

Ein wenig erinnert mich die Dauerbeschallung mit dem Hamerschen Lied an den Satz von Rabia: „Und die Stunden, die ich am meisten liebe, sind die,
in denen ich finden kann Dich.“

„Oh mein Herr, die Klage, die ich vorbringe Dir ist, dass ich ein Fremder bin in Deinem Lande hier, und einsam unter Anbetern von Dir.“ Sogar unter den Anbetern von Dir. Wer könnte ihre Klage nicht verstehen?

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10 Antworten zu Rabia: ohne dich kann ich die Welt nicht ertragen

  1. Savitri schreibt:

    Nur so kurz am Rande:
    Der Sohn des Sultans von Brunei hat geheiratet, so las ich es gestern und seine Frau heißt Raabi’atul ‚Adawiyyah.🙂

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    • Nitya schreibt:

      Liebe Savitri,

      meinst du, es war die Frau des Sohnes des Sultans von Brunei, die mir die E-Mail geschickt hat? Hmm, ob ich mich jetzt auf meinen weißen Araber-Hengst werfen und die Lady retten soll?😉

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  2. chantaltalia schreibt:

    Kurzer Nachtrag: Auch mir ist in der Nacht eine Rabia begegnet, als ich im Buch von Tiziano Terzani: „Noch eine Runde auf dem Karussell, vom Leben und Sterben“ las.
    Ich zitiere:
    *Rabia bedeutet „die Vierte“, denn der Vater hattte bereits drei Töchter, als sie im Jahr 717 in Bassora, im heutigen Irak, zur Welt kam.
    Rabia verbrachte die meiste Zeit des Tages, in sich versunken, zurückgezogen im Haus. Eines Tages kam ein Freund des Weges und rief, unter ihrem Fenster stehend: „Rabia, komm heraus und betrachte dir die Schönheit der Schöpfung.“ Und hinter den verschlossenen Läden kam die Antwort hervor: „Komm herein und betrachte dir die Schönheit des Schöpfers. “

    Zwischen diesen beiden Welten bewege ich mich gerade. Meist ist es still. Die Worte wollen nicht mehr so fliessen. Die Fragen hören auf. Das macht etwas in mir. Grosse Verunsicherung. Die Stille trägt ein Geheimnis. Nur ich selbst kann es lüften. Rabia hat es gelüftet. Ich bin noch dran. Es braucht Mut.
    Wie schön, dass es diesen Nitya Blog gibt. Da spüre ich Weggefährten. Liebe Grüsse in den Tag.

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    • Nitya schreibt:

      Liebe Chantaltalia,

      die große Verunsicherung ist ein großes Geschenk. Sie bedeutet nur, dass alle deine alten Meinungen keine gesicherten Wahrheiten mehr sind, aber die Suche nach einer gesicherten Wahrheit noch nicht aufgehört hat.

      „Beide Welten“ sind nur scheinbar zwei Welten, ganz wie Yoka Daishi heute schrieb: „Der Widerschein der Millionen Erscheinungen offenbart sich in diesem Spiegel. Dieser kostbare Juwel hat weder Innen noch Außen.“

      Übrigens: Wenn du deinen Namen änderst, musst du erneut frei geschaltet werden.

      Herzlichen Gruß
      Nitya

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  3. Jens Gantzel schreibt:

    „Wer heilt hat Recht“ schreibst du. Diesen Satz trage ich in einer abgewandelten Form sehr gut mit: „Hauptsache, es hilft. Was hilft, ist letzten Endes egal…. sofern…“
    Zu dem „sofern“ komme ich weiter unten wieder.

    Vor einigen Jahren gab mir ein guter Bekannter eine Schrift von Hamer. Nun mag mensch über dessen Theorien denken, was mensch will… mir waren die deutlichen antisemitischen Töne, die Verschwörungstheorien und eine spürbare Feindseligkeit Grund genug, das höchst unangenehm zu finden.
    Mein Bekannter wusste zukünftig auch davon zu berichten, dass es weder AIDS noch Klimawandel gäbe… von wem diese Ideen stammen, ist nicht überliefert…

    Langer Rede kurzer Sinn:
    „Hauptsache, es hilft. Was hilft, ist letzten Endes egal… sofern niemand sonst darunter verletzt, entwürdigt, diffamiert wird.“
    Mir ist bewusst, dass das auch bei Pharmazie leider gar nicht ausgeschlossen ist. Und vermutlich bei der ein oder anderen esoterischen Heilidee ebenfalls nicht.

    Tja, mir wird bei völkischen Heilideen, die andere Kulturen angreifen, immer ziemlich übel.

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    • Nitya schreibt:

      Lieber Jens,

      Wilhelm Reich haben sie sein Leben lang verfolgt, diffamiert, ins Gefängnis gesteckt, wo er zu guter Letzt elendiglich verreckt ist. Am Schluss soll er auf seinem Grundstück hinter jedem Baum ein Gewehr versteckt haben. Man sagt, er sei zuletzt völlig paranoid geworden. Falls das stimmen sollte, wen könnte es wundern? Ich weiß nicht, ob du die Lebensgeschichte von Hamer kennst. Ihm ist es nicht viel anders gegangen wie Reich. Auch da wundert es mich nicht, wenn er Zähne zeigt.

      Was die „völkischen Heilsideen“ betrifft, wir leben im Zeitalter der Globaliserung und der Genderisierung. Der Begriff „Heimat“ ist zu einem Unwort geworden. Aber pupt es sich im eigenen Bett nicht immer noch am griabigstn? Also ich hab mal einen Gentest machen lassen. Ich soll sowohl väterlicherseits wie mütterlicherseits ein Kelte sein. Könnte sogar was dran sein, jedenfalls liebe ich Asterix und seine Kumpels. Und wenn sie die Amis – ähh, die Römer dank Zaubertrank mal wieder vermöbeln, lacht mein schadenfrohes Herzilein jedemal freudig mit.

      Du darfst das alles nicht so ernst sehen.

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  4. Jens Gantzel schreibt:

    Lieber Nitya,
    Danke für deine Antwort. Sicher ist es immer wieder hilfreich, Dinge nicht so ernst zu sehen und gut, mal drauf hingewiesen zu werden. Ich halte das ohnehin für einen Balanceakt: einerseits nicht anzunehmen, dass auf politischer, gesellschaftskritischer Basis alles erklärbar, geschweige denn heilbar, sei und andererseits nicht zu vergessen, dass Spiritualität, Psychologie ohne Gesellschaftskritik eine Menge an Orientierung fehlt, die notwendig sein kann, damit Menschen überall gut leben können.

    Ja, ich weiß, von einem bestimmten spirituellen Standpunkt aus sind das Scheingefechte, aber so weit erlebe ich weder mich selbst noch die Welt drumherum.

    Ich hab über Hamers Lebensgeschichte nur das gelesen, was ich in Wikipedia finde.
    Und ich kann mir gut vorstellen, dass jemand, der einem solchen Druck ausgesetzt ist, nervös und feindselig wird. Bei Wilhelm Reich war die Verfolgung durch FBI und Konsorten ja massiv.
    Allerdings besteht immer noch kein Grund, darunter eine andere Gruppe Menschen (nicht etwa „nur“ ein System) herabzusetzen, zu diffamieren und dagegen zu hetzen.
    Was nutzt es der Wirksamkeit einer Idee, wenn ich erstmal andere diffamieren muss?
    Jemand, der die Wirksamkeit und Wahrheit der eigenen Idee dadurch aufwerten will, tut das gezielt, nehme ich an, bewusst.
    Hat sich also dafür entschieden, anderen Menschen oder Völkern zu drohen, sie zu beleidigen… im schlimmsten Fall wird Verfolgung und Vernichtung draus.

    Klar ist Heimat nicht nur ein Schmarrn. Aber mensch kann doch Heimat gut finden und auch Zugehörigkeit gut finden, ohne andere Völker herabzusetzen oder gar zu bedrohen.

    Ja, es mag sein, dass ich hier die Dinge sehr genau nehme, sehr eng sehe und mir das auch ein Stück weit den Blick darauf verengt… das kann ich nicht ausschließen.
    Ich denke allerdings, dass es angesichts eines zur Zeit wieder intensiver deutlich werdenden Rassismus Gründe für höchste Wachsamkeit gibt.

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    • Nitya schreibt:

      Mein lieber Jens,

      mir scheint, du leidest arg unter Political correctness. Sogar „mensch“ schreibst du und nicht dieses sexistische „man“. Das ist alles so moralisch und vor allem vernünftig Nur scheint mir, hast du die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Ich meine ohne den Menschen. Der Mensch ist weder moralisch noch vernünftig. Ich weiß nicht, was er ist. Ist er denn überhaupt?

      Vorhin habe ich getankt und wollte mir die Vogelscheiße in der Waschanlage abwaschen lassen. Leider stand da schon ein Wagen vor der Einfahrt, sodass ich warten musste. Nach einiger Zeit kommt der Besitzer des Wagens gemütlich angeschlendert und fährt in die Waschanlage. Hat doch dieses Arschloch die Waschanlage blockiert, obwohl diese völlig leer war. Ich weiß nicht, was er in der Zwischenzeit getrieben hat. Vielleicht gepinkelt, die Freundin angerufen, Im Aldi neben an eingekauft – keine Ahnung. Jedenfalls hat er sich den Platz reserviert, wie das viele Leute mit ihren Handtüchern auf einem Liegstuhl in der Sauna machen. Ich will hier nicht alle Flüche und Verwünschungen wieder geben. Am liebsten wäre ich ausgestiegen und hätte diesem blöden Schnösel eine geknallt. Leider war er ziemlich breit in den Schultern, sodass ich ihn lieber telepathisch fertig gemacht habe. Guck mal, wie ich diesen Typen diffamiert habe, dabei war er nicht einmal ein Ausländer, was die Sache eher noch schlimmer macht.

      Guck, ich mag die Leute vom IS nicht. Ich könnte sie auf den Mond schießen. Darf ich, erlaube ich mir. Das ist weder besonders moralisch noch vernünftig und schon gar nicht weise. Aber menschlich. Menschen machen einen Fehler nach dem anderen. Menschen, die keine Fehler machen, sind möglicherweise gar keine Menschen?

      Also wenn ich der Hamer wäre, frag mich nicht, was ich meinen skrupellosen Widersachern alles an den Hals gewünscht hätte. Die Pest wäre das Mindeste.

      https://satyamnitya.wordpress.com/2013/11/06/ich-bin-ein-nazi/

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      • Jens Gantzel schreibt:

        Lieber Nitya,

        ja, das ist wohl so mit der political correctness. Wobei ich manchmal drunter leide, manchmal nicht, manchmal andere😉
        Ob das moralisch ist oder vernünftig…? Ach, wer weiß, ich weiß es nicht. Oft genug bin ich unvernünftig (z.B. da, wo ich mich mit politischen Aussagen aus dem Fenster lehne und… huch!… möglicherweise Kunden verschrecke…) oder gar nicht moralisch (hör mich beim Sport oder beim Sesselsport fluchen und du hättest deine Freude daran🙂 …
        Lustig ist die Einschätzung von dir, da ich dort, wo ich lebe, sicher nicht als Inbegriff der political correctness gelte…😀
        So ist es immer die Richtung, aus der wir schauen, die eine Einschätzung ermöglicht.

        Tja, was oder wie ist der Mensch…? Weiß ich auch nicht. Aber wenn du es auch nicht weißt… woher weißt du dann, dass er weder moralisch noch vernünftig ist?😉

        Ganz d’accord bin ich mit dir, dass Menschen Fehler machen, auch Fehler über Fehler. Gut so. Und ich find’s gut, dass wir anerkennen, dass wir das tun und dürfen.

        Du bist allerdings nicht aus deinem Auto gestiegen und hast allen Umstehenden erzählt, dass der Typ die Waschanlage blockiert hat und ihm deswegen sowieso nicht zu trauen sei und er bestimmt auch noch andere Waschanlagen blockieren würde und er damit bewusst dafür sorgen würde, dass andere, mindestens die vom Stamme Nitya, mit schmutzigen Autos rumfahren müssten und auch dessen Vorfahren ihre Kutschen eh immer im Weg parken würden und dessen Nachfahren ja auch so seien… weil das Im-Weg-Parken halt eine verwerfliche Art dieser Leute sei…

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      • Nitya schreibt:

        “ Tja, was oder wie ist der Mensch…? Weiß ich auch nicht. Aber wenn du es auch nicht weißt… woher weißt du dann, dass er weder moralisch noch vernünftig ist?😉 “

        Wenn ich den Zustand der Welt anschaue, komm ich nicht auf die Idee, dass sie ein Ort ist, der von moralischen und vernünftigen Wesen bewohnt wird, dafür aber von Wesen, die so tun, als seien sie moralisch und vernünftig. Aber ich bestehe nicht drauf. Morgen fällt mir wieder was ganz anderes ein.

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