Judith Malina forever


jm
Wenn wir nach ‚Paradise now‘ verhaftet wurden, haben wir zu den Polizisten gesagt: Du spielst den Officer und ich die Verhaftete. Die Polizisten antworteten immer dasselbe: ‚Look Lady, I’m not in your play‘. Aber sie ließen nicht nach, die Schauspieler des Living Theater, sondern lobten die Bullen auch dann noch, wenn sie wütend waren, für ihren guten Akt eines wütenden Bullen. Schauspiel und Leben interferieren und vermischen sich. Diese Interferenzen und Spiegelungen sind es ja auch, was ‘Die Kinder des Olymp‘ so großartig macht. Judith Malina ist sich bewusst, wie willkürlich und beliebig diese Grenzsetzungen sind, und wie komisch die Interferenzen sein können.
(Quelle: Süddeutsche Zeitung)

Der Schauspieler und Dokumentarfilmer Dirk Szuszies
über Judith Malina.

LTIch hatte den Text aus der Süddeutschen schon zweimal hier im Blog. Heute musste ich bei der Nachricht vom Tod der Malina wieder an den Text denken. Und da der Inhalt so bedeutsam ist, noch eine Aussage von Sri Nisargadatta Maharaj zu diesem Thema:

NWas Sie tatsächlich gesagt haben ist, dass Sie wissen, dass die Wesenheit als solche völlig fiktiv ist und keine unabhängige Existenz besitzt, dass sie nur eine Vorstellung, ein Konzept ist. Aber diese fiktive Wesenheit müsste sein normales Leben leben. Nun wo ist das Problem dabei? Ist es denn so schwierig, im Wissen, dass das Leben selbst ein Konzept ist, ein normales Leben zu leben? Sehen Sie den springenden Punkt? Wenn Sie einmal das Falsche als falsch erkannt haben, wenn Sie einmal die dualistische Natur dessen, was Sie ‚Leben‘ nennen, gesehen haben (tatsächlich müsste es heißen: Leben geht vor sich), dann ist der Rest einfach; so einfach wie für einen Schauspieler, der seine Rolle mit Freude spielt und dabei ganz genau weiß, dass er nur eine Rolle in einem Schauspiel oder Spielfilm verkörpert. Weiter nichts.

Alle Wahrheit ist, diese Tatsache mit Überzeugung zu erkennen und diese Position wahrzunehmen. Der Rest ist Schau-spielen.

aus: Ramesh S. Balsekar, „Pointers“

Um mich Fredos „Erbsenzähler“-Sprach-Versuchen anzuschließen, kann ich Nisargadattas Satz natürlich so nicht stehen lassen: Da ist niemand, der irgendeine Tatsache mit Überzeugung erkennen und irgendeine Position wahrnehmen könnte. Und auch der Rest ist nicht Schau-spielen. Vielleicht könnte es so ausgedrückt werden: Vielleicht erscheint ein Sehen (Sein) dessen, dass alle scheinbaren Wesenheiten fiktive Schauspieler sind.

 

 

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