Drei in Einem


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Trimurti, Triskele, drei Nornen, Parcen, … Wenn ich einen Blick auf die hinduistischen Götter Brahma, Vishnu, Shiva werfe, ist unschwer zu erkennen, dass es sich hier um einen einzigen Prozess handelt. Brahma als das erschaffende Prinzip, Vishnu als das erhaltende und Shiva als das auflösende, das dann wieder übergeht in das erschaffende Prinzip. Nichts Besonderes etwa für einen Landwirt, der sein Leben lang mit dem Ausbringen des Samens, dem Warten auf die Ernte, dem Abernten und Versorgen des Bodens für die neue Aussaat beschäftigt ist.

TKein Wunder also, wenn diese zeitliche Abfolge auf der ganzen Welt bekannt ist. Bei den ollen Germanen etwa sprach man von den drei Nornen Urd, Verdandi und Skuld, die für Vergangenes, Gegenwärtiges und dem, was daraus folgt oder folgen wird, standen. Ludwig Kirchner musste wohl an sie gedacht haben, als er diese drei alten Schwestern malte.

KBesonders erfreut sehen die drei Damen ja nicht gerade aus. Da hatten die alten Hindus schon mehr zu bieten. Die europäischen Schicksalsmächte, die Moiren, die Parzen, die Nornen oder wie sie in den verschiedenen Regionen noch genannt wurden, standen eben auch für das Schicksal. Und das Schicksal zeichnet sich vor allem durch seine Unberechenbarkeit aus. Ein Hagelschauer kann dem Landwirt die ganze Ernte zerhageln.

Moltke drückte das einmal so aus: „Über den Ruf eines Feldherrn freilich entscheidet vor allem der Erfolg. Wie viel daran sein wirkliches Verdienst ist, ist außerordentlich schwer zu bestimmen. An der unwiderstehlichen Gewalt der Verhältnisse scheitert selbst der beste Mann, und von ihr wird ebenso oft der mittelmäßige getragen. Aber Glück hat auf die Dauer doch zumeist wohl nur der Tüchtige.“ Das klingt für mich eher wie Moltkes Hoffnung. Wenn ich an eine Afrikanerin denke mit fünf Kindern von ich weiß nicht wie vielen Männern, die sich alle verdünnisiert haben, als es ums Zahlen ging, wenn ich also an diese Frau denke, die mit Putzen Geld zu verdienen versucht, die ihre Kinder groß zieht mit allem Drum und Dran. Dann soll mir einer sagen, dass die Frau nicht zu den Tüchtigen gehört. Trotzdem scheint mir Moltke sehr viel einsichtiger zu sein als unser Mr. 18 % mit seinem Spruch „Leistung muss sich wieder lohnen.“ Für jemand, der noch in der Zeit des 2. Weltkriegs auf die Welt gekommen ist, ist so ein Spruch einfach nur blöd und arrogant.

Die Alten schienen noch mehr ein Gespür für das Walten des Schicksals zu haben, das so gar nichts mit Gerechtigkeit oder Verdienst zu tun zu haben scheint. Das Einzige, was ihnen als Hoffnung oder Trost einfiel, war oft ein Opfer für die Götter, um sie gnädig zu stimmen. Aber letztlich stand auch dahinter das Gefühl völliger Ohnmacht. „Vor Gericht und auf hoher See bist du in Gottes Hand.“ wird gesagt. Aber natürlich nicht nur da. Wer weiß schon, wann die Wirtschaft kollabiert bei der desaströsen Finanzpolitik unserer Politiker. Wer weiß schon, ob wir demnächst den nächsten Krieg im eigenen Land haben werden? Wer weiß schon … wissen wir überhaupt irgendetwas?

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8 Antworten zu Drei in Einem

  1. Chantal schreibt:

    Lieber Nitya,
    nach diesem Video, „Holger Strohm, ….. “ wäre es für mich besser, nichts zu wissen.
    Harte Kost heute morgen, liegt schwer auf dem Magen. Erlebt haben wir beide mal schon eine Kostprobe davon, als wir damals 2-4 Jahre waren.
    Ich muss mich ablenken…. sorry

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    • Nitya schreibt:

      Liebe Chantal,

      bei mir war’s ja nicht nur eine Kostprobe, sondern volles Grusel-Programm. Den brennenden, zerbomten Bunker mit all den Toten und Angstschreien bin jedenfalls bis heute nicht losgeworden. Aber – hmm, was soll ich sagen? War auch bloß ’ne Erfahrung. „Schwapp mas obi“, würde der Münchner sagen. Lassen wir uns überraschen!

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  2. Chantal schreibt:

    Lieber Nitya,
    „Lassen wir uns überraschen! “ Die beste Antwort darauf. Es geschieht, was geschieht. Es liegt nicht in unserer Macht. Geniessen wir das Jetzt. Darum gehe ich jetzt tanzen. Mit „Dead can dance.“
    Und ganz stimmig ist für mich, wie du oben im Text die 3 alten Götter Brahma, Vishnu, Shiva mit dem Rhythmus der Natur in Verbindung bringst. Das habe ich so noch nie gesehen. Shiva besetzte bei mir den Tantra-Bereich. Ein Osho-Erbe. Das Feld hat sich geweitet. Also doch immer wieder in deinem Blog weiter lesen.🙂

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    • Nitya schreibt:

      “ Also doch immer wieder in deinem Blog weiter lesen.🙂 “

      Liebe Chantal,

      dieses „Also“ setzt mich ja richtig unter Leistungsdruck. Damit bist du ja voll auf eine meiner Tretminen getreten. Ich und Leistung – i gitt!

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  3. Ingeborg schreibt:

    Zitat: Brahma als das erschaffende Prinzip, Vishnu als das erhaltende und Shiva als das auflösende…..

    Hallo Nitya, muss auch mal wieder etwas einwerfen, kann es mir nicht verkneifen ;-))

    Könnte es nicht sein, das damit auch so etwas wie die Dreieinigkeit gemeint ist ? > Gott>Seele>SchöpfungICH< handelt, die Unterscheidung liegt lediglich jeweils in der Qualität, welche sich aber rhetorisch nicht vermitteln lässt.
    Als Ramana Maharshi vom Selbst sprach, sprach er vom göttliche Selbst, weil er es realisiert hatte.
    Wenn ein Satsanglehrer vom realisierten Selbst spricht, glaubt er das göttliche Selbst realisiert zu haben. In Wahrheit hat er die Ebene der Seele realisiert, in dem er erkannt hat, das es so etwas wie eine Person nicht gibt und niemals gegeben hat.

    In mir tauchte zu dieser Erkenntnis in letzter Zeit immer wieder der Satz auf "Das große Missverständnis!"

    Liebe Grüße in den hoffentlich auch sonnigen Norden😉 Ingeborg

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    • Nitya schreibt:

      Könnte es sein … Mein Gott, was könnte nicht alles sein?

      Gott>Seele>SchöpfungICH ist ein anderes Konzept als das Brahma- Vishnu-Shiva-Konzept. Dreieinig sind sie alle Male.

      Zu deinen Vermutungen darüber, was Ramana meinte und was irgendwelche Satsanglehrer meinen, wenn sie vom göttlichen bzw. realisierten Selbst sprechen, kann ich nichts sagen. Das Wort ist in jedem Fall nicht das, wofür es steht.

      Zum „großen Missverständnis!“ kann ich nur sagen: Es gibt nur „Das große Missverständnis!“ Alles, was du glaubst verstanden zu haben, ist ein Missverständnis.

      Liebe Grüße in den ebenso sonnigen Westen

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  4. Ingeborg schreibt:

    PS> kleine Korrektur>> Gott>Seele>Schöpfung< (ohne ICH)…. obwohl letzten Endes wahr, jedoch nicht im Sinne einer Persona :-)))!

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  5. Ingeborg schreibt:

    ….noch ein kleiner Nachtrag, da es hier ja schon eine Ingeborg gibt, IamAllways…obwohl….. die andere Ingeborg das mit Recht ja auch sagen kann, da es auch Ihre Wahrheit ist :-)))

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