Subhash: Die Leute dort abholen, wo sie stehen?

 

Subhash Ich bin keiner, der meint, man müsse die Leute dort abholen, wo sie stehen, denn egal, wo du bist, die Entfernung zur Erleuchtung ist immer Null. Null Kilometer, null Meter, null Zentimeter, null Millimeter. Deshalb ist es völlig gleichgültig, wo jemand steht: Es gibt keinen Weg zur Erleuchtung, zur absoluten Freiheit, und so führe ich nirgendwohin. Erleuchtung verdient man sich nicht, man muss dafür nichts leisten. Was du suchst, gibt es nicht; es ist nicht gegeben, es ist, was gibt.

aus: Subhash, „Was lehrt ein Leerer und warum möchte er dennoch kein Idiot sein?“

Tja, warum möchte ein Idiot kein Idiot sein? Na, weil er halt ein Idiot ist. Also ich zumindest bin einer.

Die Frage, die durch Subhash hier aufgeworfen wird, klingt interessant: Sollte man die Leute dort abholen, wo sie stehen, oder nicht? Ich erinnere mich dumpf an ein didaktisches Prinzip, das Prinzip der sog. „optimalen Passung“ oder der „Angemessenheit“. Früher hieß es mal das Prinzip der „Kindgemäßheit“. Keine Ahnung, wie das heute genannt wird, aber ich bin sicher, sowas in der Art wird es bis in alle Ewigkeit geben. Man könnte sagen, dass so eine Verhaltensweise einfach Voraussetzung einer intelligenten Kommunikation ist, aber man könnte genauso gut sagen, diese Verhaltensweise ist einfach ein Manipulationsversuch. Es gibt jede Menge Berichte über Zen-Meister, die sich einen Scheißdreck darum kümmerten, ob ihre „Schüler“ irgendwas von dem verstanden, was sie da so Geistreiches oder Geistloses absonderten. Gehört unser Subhash etwa auch zu dieser unmenschlichen Mischpoke?

Ganz offensichtlich nicht. Ihr könnt also beruhigt aufatmen. Subhash sagt:

„Egal, wo du bist, die Entfernung zur Erleuchtung ist immer Null. Null Kilometer, null Meter, null Zentimeter, null Millimeter. Deshalb ist es völlig gleichgültig, wo jemand steht: Es gibt keinen Weg zur Erleuchtung, zur absoluten Freiheit, und so führe ich nirgendwohin.“ Jede Frage nach dem richtigen Weg, ist damit ein für alle Mal beantwortet. Wo keine Entfernung, da kein Weg. Aber wenn das der andere nicht kapiert – müsste man ihn dann nicht doch da abholen, wo er steht? Vielleicht irgendwie mit Bildchen zum Beispiel?
weg Müsste man? Kann man? Warum nicht? Warum? Es wird geschehen oder auch nicht.

Subhash schreibt: „Erleuchtung verdient man sich nicht, man muss dafür nichts leisten. Was du suchst, gibt es nicht; es ist nicht gegeben, es ist, was gibt.“ Man verdient sie sich auch nicht, indem man das mit der Entfernung versteht. Diese Leistung beinhaltet nicht das allerkleinste Recht auf so was wie Erleuchtung. Falls es die überhaupt geben sollte. Sie ist auf jeden Fall nicht das, was sich der Sucher darunter vorstellt, nämlich etwas, was nicht da ist, was er aber gar zu gerne hätte. Hat das jetzt irgendjemandem weitergeholfen? Na bitte, alles ein müßiges Geschwätz.

 

 

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5 Antworten zu Subhash: Die Leute dort abholen, wo sie stehen?

  1. Hansi schreibt:

    Erleuchtung ist eine Idee, die sich der Sucher erschafft, weil er ein Ziel haben will. Nichts ist schlimmer für einen Suchenden, als ziellos umher zu rennen. Das gilt es dem Schüler immer wieder auf zu zeigen.
    Erleuchtung ist ein Zustand, den sich der Sucher in die Zukunft ausdenkt.
    Eine Zukunft gibt es nicht JETZT und ein Gedanke ist nur ein Gedanke.
    Mit diesen beiden Aspekten verhindert der Sucher diesen Zustand selber.
    Das sollte man ihm auch immer wieder aufzeigen, falls der Meister das Bedürfnis verspürt dem Sucher zu „helfen“.

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  2. Thomas Faulhaber schreibt:

    Erleuchtung bist immer schon da. Man muss sie nur entdecken und freilegen.
    Und dann wieder vergessen.

    … Der Eichbaum im Vorgarten…

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  3. fredo0 schreibt:

    nun ja … es gibt so etwas wie Erwachen … und so etwas wie Erwachen gibt es nicht ….

    tja

    und nun ?

    einfach was persönliches … wenn nix mehr hilft im Verstehen der Worte eines Anderen , hilft manchmal dessen persönliches ( oder auch nicht😀 )
    ich behaupte schon immer , dass „die Suche“ keine Aktion ist, sondern eine (mehr oder weniger hilflose bis verzweifelte Reaktion) .
    und dass es bei „der Suche“ auch gar nicht um ein Finden geht, sondern um ein „endlich zu Ende“ .

    Es gibt gute Gründe diese Irritation , die zumeist der dann beginnenden Suche vorausgeht , als ein Art von Krankheit oder Schwächung des PersonaSystems zu sehen.
    Da ist ein im biologischen Sinne perfektes System aufgebaut . Ein Körper – seine Sinne – die daraus gespeiste Erinnerung – deren Funktionieren durch Bilder/Geschichten und einem „Ich“-Held ….. was sollte daran „falsch“ sein ? … gar eines Erwachens bedürfen ?
    Genau so … und nicht anderes … wird ja der HomoSapiens gewöhnlicherweise konstruiert …

    Manchmal nun … und wie gesagt … mit Fug und Recht kann es als ein Unfall des Systems oder als eine Art 2.Wahl der Ausführung des Systems betrachtet werden und keinesfalls als eine Auszeichnung oder gar „höher“Entwicklung fängt ein „Rumoren“ an … der „Ich“-Held wird obsolet … sein HypnoseKleber pappt nicht mehr so richtig … der Lack fängt an abzublättern …
    und genau dieser „Ich“-Held startet dann als eine Art letzte Rettungsaktion ( aber FÜR den „ich“Held ! ) das was man „spirituelle Suche“ nennt …

    Und der „Ich“-Held hofft natürlich auf „Hilfe“ , auf Unterstützung ( durch andere „ich“-Helden) ..
    Und bereits daraus zeigt sich die Absurdität dieser Hoffnung .
    Ein „Ich“-Held meint die eigene Entlarvung zu „suchen“. Und hofft , dass ein anderer „Ich“-Held ihn in seiner Heldenhaftigkeit „abholt“ , um ihm einen Ausweg aus der Heldenhaftigkeit zu weisen.

    Tja …
    und was geschieht nun …. manchmal … bei mancheinem … in dieser Hoffnung ?
    gar nix !

    währenddessen … ist manchmal … einfach … bei mancheinem … diese Irritation , dieses Abschütteln der „ich bin der Held“-Hypnose einfach ….. geschehen ……

    warum das „Erwachen“ genannt wird , keine Ahnung , denn wer sollte da erwacht sein ? … denn genau dieser „wer“ , dieser „ich-Held“ , wurde ja abgeschüttelt ( und jetzt frag nicht von wem , dann knirscht es noch mehr in meinem Sprachkonstrukt ) .
    😀

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  4. Eno Silla schreibt:

    „Die Leute dort abholen, wo sie stehen?“
    Ich bin da ganz einig mit Subhash. Ich kann ja noch nicht einmal mich selbst da abholen wo ich stehe. Wo stehe ich denn? Im Nirgendwo vielleicht?
    Alles was ich sehe, was sich mir zeigt, ist spontanes Entstehen und Vergehen.
    Alles Gerede, jedes Wort, jeder Gedanke scheint mir wie Nitya es heute so treffend zusammenfaßt:
    „müßiges Geschwätz“!
    Es ist so wunderbar zu sehen, dass es nicht anders sein muß, als es ist, dass alles sich fügt. Mich überrascht das Leben wieder und wieder mit dieser makellosen Weisheit, zur der „ich“ niemals fähig wäre…

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