Dattatreya: Wahrlich, ich bin all das

ZEUGE
Wahrlich, ich bin all das,
strahlend, ungeteilt und
wie ein Raum
von Natur aus rein und fehlerlos.
Das bin ich.
Es gibt keinen Zweifel.

Ich allein bin das,
was unzerstörbar ist
und ohne Grenzen.
Meine Form ist reines Bewusstsein.
Ich kenne weder Schmerz
noch Vergnügen jedweder Art,
wie andere Wesen.

Für mich ist geistige Aktivität
weder erhaben noch niedrig,
und körperliche Aktivität
weder schön noch hässlich,
und die Art zu reden
weder angenehm noch unangenehm.
Ich bin der Nektar des Wissens
der alles überschreitet.

aus: Dattatreya, „Avadhuta Gita“, 1, 6-8

Hier gibt es weit und breit keinen WEG. Und ich frage mich gerade, ob Linch-chi, wenn er seine Zuhörer als „Jünger des WEGES“ anspricht, sich über sie mit dieser Formulierung nicht lustig macht. Dattatreya sagt: Für mich ist geistige Aktivität weder erhaben noch niedrig, und körperliche Aktivität weder schön noch hässlich, und die Art zu reden weder angenehm noch unangenehm.“ Wenn diese Aktivitäten erscheinen, erscheinen sie einfach und jede Bewertung ist einfach absurd. Und er stellt klar, dass er all dies ohne jede Ausnahme ist: „Wahrlich, ich bin all das, strahlend, ungeteilt und wie ein Raum von Natur aus rein und fehlerlos. Das bin ich. Es gibt keinen Zweifel.“

Es gibt nicht den allerkleinsten Unterschied zwischen denjenigen, die den WEG suchen, und dem, der die Sinnlosigkeit jeder Suche erkannt hat und dem Raum, in dem all dies erscheint. „Ich bin all das.“ Ich bin auch dieser George Friedman, der hier gestern seine atemberaubenden Denkspiele bei „The Chicago Council on Global Affairs“ ausgebreitet hat. Es gibt absolut nichts, was ich nicht wäre. Und wenn Dattatreya sagt, dass er all das sei, strahlend, ungeteilt und wie ein Raum von Natur aus rein und fehlerlos, dann will er damit sagen, dass es nichts gibt, was nicht strahlend, ungeteilt und wie ein Raum von Natur aus rein und fehlerlos sei. Eben auch George Friedman oder wer auch immer. Da greift der ganze Dualismus der abrahamitischen Religionen einfach nicht, denn auch dieser Dualismus ist Ausdruck des „Nektars des Wissens, der alles überschreitet.“

Vielleicht fragt sich jetzt der eine oder andere: Wenn ich auch George Friedman bin, kann ich dann nicht einmal mehr „mir selbst“ widersprechen? Oder ich könnte fragen: Wie kann ich als Vergewaltiger mich selbst vergewaltigen oder mich als Bomberpilot über Hiroshima oder Nagasaki zigtausendmal umbringen? Wie kann ich jemals dieses idiotische Täter-Opferspiel spielen? Und doch tu ich es und tu ich es immer wieder. Nit möööglich! Ja gell, Sachen gibt’s! Aber vielleicht, wer weiß, mein Name ist Hase …

h1

 

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4 Antworten zu Dattatreya: Wahrlich, ich bin all das

  1. Bugs Bunny schreibt:

    Dein Name ist Hase?? Sorry, das ist schon meiner!!
    Toller Beitrag.

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  2. Eno Silla schreibt:

    Wahrlich, ich bin all das!
    Wahrlich, ich bin all das nicht!
    Wahrlich, ich bin all das und bin es nicht!
    Wahrlich, weder bin ich all das noch bin ich all das nicht!
    Wahrlich, auch diese vier Möglichkeiten sind nicht die Wahrheit!
    Und sind sie doch, sind sie und sind sie nicht, weder sind sie sie noch sind sie sie nicht und auch diese vier Möglichkeiten sind nicht die Wahrheit……….
    Und nun?
    Wasser holen und Holz hacken!
    Oder Teetrinken und dumm aus der Wäsche schauen, oder was auch immer…
    Was sonst?

    Gefällt mir

  3. Ingeborg schreibt:

    Die Seeadler brüten

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