Bankei: Ideen und Gedanken

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Ideen und Gedanken,

was gut ist, was schlecht –
sind alles nur Spuren
deines eigenen Ich.

Ein brennendes Feuer im Winter
verbreitet Wohlgefühl;
wenn der Sommer kommt –
nur lästige Hitze.

Und die liebliche
Sommerbrise –
noch vor dem Herbst
wird sie zur Plage.

Bankei Eitaku

Suche nicht nach dem Wahren,
hör’ nur auf, Meinungen zu hegen.

Seng-ts’an

Ein Zenmeister wurde einst gefragt:
Es ist so heiß! Wo sollen wir hin?
Der Meister fragte zurück:
Warum nicht dahin, wo es weder kalt noch heiß ist?
Und wo wäre das?
Da lachte der Meister und sagte:
Im Sommer schwitzen wir und im Winter zittern wir.

Osho

mPausengebot einer Schule:
Liebe Schülerinnen, liebe Schüler,
das Motto heißt: Bild dir deine Meinung!

 Also mal abgesehen von der Schleichwerbung, die da in dieser Schule betrieben wurde, wissen die Pauker eigentlich noch, wovon sie reden? Ja, natürlich, glauben sie zumindest sehr genau zu wissen, um was es in dieser Gesellschaft geht und was man braucht, um mitreden zu können. Und sie haben damit ja auch durchaus Recht. Genau darum geht es: Zu Allem und Jedem eine angeblich eigene Meinung zu haben. Und unsere Medien sind ja auch bestens geeignet dafür, sich eine eigene Meinung bilden zu können.

Die drei Meister zu Beginn sprechen alle vom Selben, von dem, was Bankei den Wurzelgeist nennt, die anderen beiden waren so schlau, es nicht zu benennen. „Wurzelgeist“ scheint schon wieder ein Objekt zu sein: Ich habe ihn oder ich habe ihn nicht. Seng-ts’an nähert sich diesem Nicht-Ding auf indirekte Weise. „Hör auf Meinungen zu hegen!“ Wenn das ‚gelingt‘, kann möglicherweise das erkannt werden, was jenseits jeglichen Erkennens ist. Und Osho? Keine Ahnung, ob er die Geschichte vom Zen-Meister nur wiedergegeben oder selbst erfunden hat. Jedenfalls beschreibt er einfach, was ist: „Im Sommer schwitzen wir und im Winter zittern wir.“ Ob uns das gefällt oder nicht. Unser Ge- oder Missfallen ändert nicht die Bohne daran. Also könnten wir es genauso gut bleiben lassen. Ob ich jammere und klage oder nicht, ob man mir alles Gute wünscht oder nicht: Zahnschmerzen schmerzen – Punkt. Eigentlich ist alles so was von einfach. Und wenn das Ego seine Klappe nicht halten kann und zu allem seinen Senf abgeben muss, dann kann das Ego seine Klappe nicht halten und muss zu allem seinen Senf abgeben.

Amen

Und hier ein animiertes Cartoon, das Alfred Hitchcock auf eine Idee brachte, die ihn zu einer Szene in dem Film „Der Mann, der zu viel wusste“ inspirierte.

Die entscheidende Szene ist hier zu finden: 56. – 59. Minute

Frage: Konntet ihr euch das angucken, ohne euern Senf dazuzugeben?

 

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4 Antworten zu Bankei: Ideen und Gedanken

  1. Nitya schreibt:

    Nicht urteilen!

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  2. Nitya schreibt:

    Vielleicht war das ja noch relativ leicht. Aber wie wäre es damit:

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  3. Nitya schreibt:

    Oder als weitere Übungsmöglichkeit:

    Gefällt mir

  4. fredo0 schreibt:

    ich liebe ja diese deutschen zitate : „the man who new too much“ ….
    too much new ? 😀

    Gefällt mir

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