Weiß-Nicht-Geist


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Eines Abends, nach dem Dharma-Vortrag deutete ein Schüler auf Katz, die Katze des Zen-Zentrums in Cambridge, und sagte zu Dae Soen Sa Nim: „Du hast vorhin gesagt, diese Katze sagt nicht, dass sie eine Katze ist, sie hat den Weiß-Nicht-Geist. Ist diese Katze erleuchtet? Ist sie es, wieso lehrt dann der Buddhismus, dass nur Menschen Erleuchtung erlangen können?“

Dae Soen Sa Nim antwortete: „Was ist Erleuchtung?“

„Ich weiß nicht.“

„Erleuchtung ist keine Erleuchtung. Sagt jemand, ich habe Erleuchtung erreicht, dann unterliegt er einem Irrtum. Viele Schüler denken, ich möchte Erleuchtung! Ich möchte Erleuchtung! Solange sie so denken, erreichen sie niemals Erleuchtung.“

Der Schüler sagte: „Die Katze denkt aber nicht über Erleuchtung oder keine Erleuchtung nach.“

„Die Katze ist einfach die Katze. Ich frage dich: Hat die Katze Buddha-Natur? Hat sie Buddha-Natur, so kann sie Erleuchtung erlangen, hat sie keine Buddha-Natur, dann auch keine Erleuchtung.“

„Hmmm…..ich weiß nicht.“

Dae Soen Sa Nim lachte: „Wunderbar, „weiß nicht“ ist gut. Sehr gut.“

aus: Seung Sahn, „Buddha steht kopf“

k
Diese Katze sagt nicht,
dass sie eine Katze ist, sie hat den Weiß-Nicht-Geist.
Ist diese Katze erleuchtet?

Was ist Erleuchtung?

Erleuchtung ist keine Erleuchtung.

Die Katze ist einfach eine Katze.

Hat die Katze Buddha-Natur?

k
Wunderbar, „weiß nicht“ ist gut. Sehr gut.

tetra-kleinWen kümmerts?

 

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6 Antworten zu Weiß-Nicht-Geist

  1. Jens Gantzel schreibt:

    Wunderbar!
    Humor gepaart mit Entspannung… prima!🙂

    Zur Bereitschaft zum weiß-nicht-Geist reicht es selten bei mir… nun, kommt Zeit, kommt Rat… nö, eher bleibt der Rat auch mal fort.😉
    https://wuenschenwollentun.wordpress.com/2014/08/15/ratlosigkeit-zulassen/

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  2. Nitya schreibt:

    Rotwild

    Und es gibt sie doch! Endlich gesehen.

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  3. Hansi schreibt:

    Holofeeling zum Nicht-Wissen:

    Du bist derjenige, der die „harmonische Einheit“ meiner Wirklichkeit verlassen hat! Du bist
    derjenige, der „Alles“ „[be]ur-teilt“ und einige „Teile“ davon in Zeit und Raum „verstreut“.
    Auf diese Emanation Deiner wahrgenommenen Welt, weist Dich auch die Be-deutung des
    Verbalpräfix „be“ im Wort „Be-urteilung“ und dessen Präposition „bei“ (= um – herum) hin.
    Es beschreibt zuerst einen räumlichen [Her]Vorgang „aus Deinem geistigen Zentrum“ und
    danach Deine [zeitlich begrenzte] Einwirkung auf alle Sachen und Dinge Deines persönlichen
    Wahrnehmungsbereichs.
    Die Tatsache Deines „ge-wußten Nichtwissens“ ist der ausschlaggebende Faktor „Deiner
    Einheit“ mit dem Ganzen.
    Diese Aussage beinhaltet die „elementarste Weisheit“, die je in Deinem bisherigen „bewußten
    Sein“ in „Erscheinung“ getreten ist, darum solltest Du sie länger auf Dich wirken lassen, denn
    sie beschreibt die wirkliche Ursache Deines „[Da]Seins“. Deinem egoistischen
    Wissen/Glauben (= Deine dogmatisch „geglaubten“ Wahrheiten) geht immer Dein „ur-teilen“
    und damit eine „Trennung“ voraus.
    „Nichtwissen“ ist nur ein anderes Wort für „Mysterium“ und „wirklicher Glaube“.
    Das Wort „Nichtwissen“ bezieht sich immer auf ein (ebenfalls) „logisch funktionierendes“,
    aber Dir übergeordnetes System, dessen Logik (= Struktur) Du (noch) nicht „ge-wissen-haft“,
    d.h. als Ganzes erfassen kannst. Es verhält sich dabei wie mit einem Sprichwort, das Du nur
    „auf den Zeilen liest“, aber dessen Metapher du nicht erfassen kannst. Du machst dadurch
    Dein Dasein zu einem einzigen Witz, dessen Pointe Du bisher nicht verstanden hast. Die
    Pointe eines Witzes ist nun aber in der Regel ein irrationaler Gedanke. Was sagt Dir das? Du
    solltest bestrebt sein, Deine bisherige „verkehr[en]te Logik“ zu verlassen und versuchen, auch
    „unlogisch“ zu denken. Nur so wirst Du „den Sinn Deines Daseins“ und wirkliche
    „Lebensfreude“ erfahren. Erst wenn in Deinem „Zentrum“ Dein egoistisches Selbst-
    Bewußtsein verschwunden ist, wird Dir Dein wirkliches Selbst – Deine Kollektivität – zur
    „Ge-wißheit“ werden. Erst dann hast Du erkannt, „wer Du wirklich bist“. Erst dann „er-lebst“
    Du den „heilige Zustand“ des „reinen Verstehens“. In einer wirklichen Einheit (dem
    Verstehen) findet keine Kommunikation mehr statt, „Du bist“ dann nur noch Alles und damit
    auch Eins. Erst dann „lebst Du“ auch in der ganzen Wirklichkeit. Diese Einheit ist
    apodiktisches Verschmelzen – zeitlose Kommunion.

    Quelle: Band II S. 315

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