Jesus: Lügt nicht!

 

kSeine Schüler fragten und sagten zu ihm: Willst du, dass wir fasten und wie sollen wir beten und sollen wir Almosen geben? Welche Speiseregeln sollen wir befolgen?

Jesus sagte: Lügt nicht! Was ihr hasst, das tut nicht, denn alles ist offenbar vor dem Himmel. Es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar und nicht aufgedeckt würde.

Thomas-Evangelium, 6

Die Fragen konnten nur von pharisäischen Juden kommen. Die Schüler von Jesus waren offensichtlich völlig verunsichert. Was ist denn nun mit dem Glauben und den Vorschriften ihrer Väter? Warum sagt ihr Meister nichts dazu? Vielleicht hatten sie auch Angst, dass sie von den pharisäischen Priestern bestraft werden, wenn sie sich regelwidrig verhalten würden. Also fragten sie Jesus.

Der sagt: „Lügt nicht!“

Er geht gar nicht auf die Fragen der Schüler ein und gibt damit zu verstehen: Wenn ihr das tut, was ihr hasst, dann lügt ihr. Man könnte ergänzen: Wenn ihr das nicht tut, was ihr liebt, lügt ihr auch. Wenn ich meinen Eichhörnchen zuschaue, dann leben sie genau so. Wenn sie sich eine Walnuss holen wollen, tun sie dies. Wenn ihnen Nachbars Kater dazwischen kommt, dann hassen sie das und gehen ihm aus den Weg. Wenn die Zen-Leute sagen: Wenn ich hungrig bin, esse ich, wenn ich durstig bin, trinke ich, wenn ich müde bin, schlafe ich, dann ist das einfach Ausdruck ihrer Aufrichtigkeit. Warum sollten sie auch lügen?

Ist das jetzt ein neues Gebot? Du sollst nicht lügen! Und ich denke dann an die listigen Krähen, wie sie ihre Artgenossen am Schnabel herumführen, wenn sie versuchen ihre Beute so zu verstecken, dass diese sie nicht finden können. Sie lieben das. Sie lieben es zu lügen. Sollen sie nun tun, was sie lieben oder sollen sie nicht lügen? Arme Krähen, jetzt seid ihr in der Zwickmühle. Wie ihr es auch anstellt, macht ihr es verkehrt. Andererseits – wenn es die Natur der Krähen ist zu lügen und zu täuschen, dann sind sie doch wahrhaftig, wenn sie lügen und täuschen, oder verstehe ich da was falsch?

Jesus: „Es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar und nicht aufgedeckt würde.“ Gilt das jetzt auch für die Krähen? Ich würde mal ganz nüchtern sagen: Wenn sie geschickt genug waren, wird überhaupt nichts aufgedeckt. Das wird Jesus also vermutlich nicht gemeint haben. Preisfrage: Was also wird da aufgedeckt?

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19 Antworten zu Jesus: Lügt nicht!

  1. Hansi schreibt:

    9. Sage nie etwas Unwahres zu und über Deine Mitmenschen! Die Lüge – auch die
    unbewußte Selbstlüge – ist eine der größten Sünden überhaupt!

    Quelle:
    http://home.arcor.de/holofeeling/Die_10_Gebote.pdf

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  2. fredo0 schreibt:

    es gibt nur eine Sünde ( am Mitmenschen ) :
    Ihm die Idee der Sünde zu suggerieren

    egal ob das nun mit plumper ideologie, schwüler schuldindoktrination oder heutzutage mit albern modernistischem enterprise-holo-deck-vokabularium geschieht.

    kotz würg

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  3. fredo0 schreibt:

    es sündigt sich doch gar fein …
    muss denn sünde sünde sein ?
    oder ist zum guten schluss …
    sünde einfach nur genuss ?

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    • Hansi schreibt:

      Wenn Gott die Wahrheit ist, dann bedeutet Unwahrheit getrennt sein von Gott. Gibt es eine grössere Sünde ?

      Ich bin ein Sünder, ich bin getrennt von Gott.

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    • Hansi schreibt:

      Werter Fredoo,
      die Sünde bzw. der Sündenfall hat im Holofeeling übrigens eine gänzlich andere Bedeutung, als die christl. Religionen uns glauben machen wollen.

      Und der
      „Sündenfall“ ist nichts weiter als das Zeichen Deiner eigenen Individualität, denn „Sünde“
      (= „Die raumzeitliche[S] Verbindung[U] einer Existenz[N] öffnet[D] deren selbst geschaffene Sichtweise[E]“) bedeutet „Wahr-nehmen“, was ich auch in der gesamten Etymologie dieses Wortes in allen Sprachen Deiner Welt zum Ausdruck bringe (diverse Beispiele habe ich mehr
      als genug gegeben). Der „F-all“ bedeutet dabei, daß die zeitlichen, sprich die „ver-balen
      Gedankengänge“ (= F) Deines Bewußtseins für Dich „all[es]“ sind, was Du „kleines
      Selbstbewußtsein“ von mir zu sehen bekommen wirst. Erkenne so den „Sündenfall“ als die „Identifikation“ der Persönlichkeit eines unwissenden Geistwesens, das noch „mit beiden Beinen“ in seiner geistigen Entwicklung steht und daher auch nichts für seine eigenen Dummheiten kann. Alle Egoisten und Besserwisser, gleich welcher Colour, sind nichts weiter als unwissende geistige Kleinkinder und damit auch geistige Hosenscheißer. Und wie das nun einmal bei kleinen Kindern ist, bringen sie Dein Dasein ganz schön durcheinander, denn
      Kinder wollen zwar beachtet, umsorgt und geliebt werden, sie sind aber aufgrund ihrer
      geistigen Unreife nicht in der Lage selbst schon „völlig selbst-bewußt“ jemanden anderen zu lieben. Auch haben sie noch keine Ahnung vom „wirklichen Leben“, wie sollten sie auch,
      wenn sie nicht wissen, was „wirkliches Leben“ bedeutet. Lasse diese Metapher auf Dich
      wirken und Du wirst erkennen, daß die von Dir vermutete körperliche Entwicklung in ihrem ursprünglichen Charakter nur den materiellen Ausdruck Deiner geistigen Entwicklung darstellt. Beachte aber dabei, daß das körperliche Alter nicht das Geringste mit der geistigen Reife zu tun hat (darauf habe ich Dich aber schon in ICHBINDU hingewiesen). Mein Menschensohn
      sagt: „Wer die materielle Welt mehr liebt als mich (= er ist das ewige Heilige in
      Dir), der ist meiner nicht wert!“ Schon dieses Gleichnis lehrt Dich die nur relative
      Wirklichkeit der Welt und all dessen, was Du Dir sonst noch aufgrund Deiner „Sünden“ (=
      persönlichen Wahrnehmungen) für Dich selbst erschaffen hast. Vollendung und wirkliche
      Seligkeit wirst Du daher in Deiner rein materiell geglaubten Daseinssphäre auch nicht finden, denn alle wirklichen Glückseligkeiten befinden sich jenseits des schillernden Schleiers Deiner bisherigen Illusionen und damit auch jenseits des von Dir bisher nur einseitig betrachteten
      Schattenspiels von Gut und Böse. Die geistige Überwindung der materiellen Welt, der
      Dualität und damit auch der Täuschung, erreichst Du durch die demütige Anerkennung
      Deiner Welt als große Illusion – dies ist die Verheißung des von mir prophezeiten Weges. Es steht geschrieben: „Wenn der Menschensohn (in Deinem Geiste) wiedergeboren wird, werden
      (raumzeitlicher) Himmel und Erde vergehen!“ – und das ganz ohne einen materiellen
      Weltuntergang – dieses Phänomen geschieht ganz unspektakulär jeden Abend wenn Du
      einschläfst, dies ist Dir tiefgläubigen Materialisten nur noch nie bewußt aufgefallen !

      Quelle: http://home.arcor.de/holofeeling/Buch_6_-_VERBINDUNG_S-EIN.pdf (S.1028)

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  4. Brigitte schreibt:

    Komm, wer du auch seiest!
    Wanderer, Anbeter, Liebhaber des Loslassens, komm.
    Dies ist keine Karawane der Verzweiflung.
    Auch wenn du deinen Eid tausendmal gebrochen hast,
    komm nur,
    und noch einmal: komm!

    Rumi

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  5. fredo0 schreibt:

    zu hansi …
    ich wills versuchen ….
    gott ist gar nix …. schon gar nicht die wahrheit …
    jegliches etwas kann niemals =gott sein..
    ich bin auch nicht getrennt von gott … wie ginge das ?

    wenn gott alles wäre … und ebenfalls wahrheit wäre und es dann nach deiner rede eine unwahrheit gäbe , was wäre dann diese unwahrheit ? nicht-gott ?

    das , was sich da getrennt erachtet , und dies melodramatisch als sünde bezeichnet , ist nur das selbstmitleidige „ich bin als ICH tatsächlich“ gedenke in (d)einem organismus.
    und was die eigene überhöhung dann auch noch als gott bezeichnet , der dann zwar wahrheit sein soll, aber doch nicht die pöse unwahrheit …

    merkst du deinen knoten ?

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    • Eno Silla schreibt:

      Sehr trefflich argumentiert, lieber Fredo, gefällt mir!
      Herzliche Grüße
      Eno

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    • Hansi schreibt:

      Wahrheit bedeutet SO IST ES und das ist nur eine andere Bezeichnung für Gott.
      Unwahrheit ist in diesem Sinne dem zu folge gar nicht möglich.

      Selbstverständlich ist Trennung möglich. Du hast deine Trennung selber erschaffen, indem du dir ein Aussen, unabhängig von Dir, erschaffen hast.
      Diese Trennung ist von Gott gewollt, weil sie notwendig ist für unseren Wachstumsprozess.
      Gott hat uns in Form erschaffen, damit wir uns selbst gewahr werden. Aber das soll nicht das Ende unseres Wachstums sein. Es liegt an uns die Form „abzuwerfen“ und in die Einheit zurück zu kehren. Das ist das Himmelreich, welches JETZT HIER ist.

      Die Radikalität von Jesu Worten: „Suchet zuerst das Himmelreich ……..“
      ist absolut wörtlich gemeint.

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      • fredo0 schreibt:

        zu hansi …
        ich bin etwas müde … da diese woche einfach zuviel und zu schnell auf den autobahnen …

        nur so viel zuerst …
        deinem ersten satz kann ich so weit zustimmen … nur hast du mit deinem ersten posting ganz anders formuliert …
        und auch jetzt behauptest du eine trennung , die >>> selbst erschaffen ist …
        wer ist das … dieses selbst , dass da >>>etwas erschafft ? gar eine trennung ?
        wie könnte ich ein außen erschaffen ?

        wie könnte gott ( = absolut ) >>>etwas wollen ?
        ein wollender gott wäre nicht mehr absolut sondern götze …

        und die vorstellung von notwendigkeit und von erfolgsprientiertem wachstum ist einfach nur …. eine vorstellung , und hat mit dem was da IST nix , aber auch gar nix zu tun …
        und „damit , um zu“ ist auch nur wieder vorstellung …

        es gibt keine aufgabe des menschen “ um zu “ … genau dieses „um zu“ ist die ermächtigung des aufblas-egos , dass sich selber „göttlicher aufmerksamkeit und dienstbarkeit“ unterstellt …

        nix mit „um zu“ … einfach nur „so halt ! „

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  6. Nitya schreibt:

    Für Hansi noch einmal den 10. Gebote Erfinder: 4. Mose – Kapitel 31

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