Bhagwan: Wenn also ein Problem auftaucht …


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Sei einfach nur Zeuge. Tue nichts daran, denn alles was du tun kannst, kann niemals wirklich tief sein. Es kann höchstens zu einer vorübergehenden Regelung kommen. Alles, was der Mensch tun kann, muss an der Oberfläche bleiben. Wenn also ein Problem auftaucht, und du tust etwas, ist es vorübergehend gelöst.

Aber das gleiche Problem wird auf einem anderen Wege wieder auftauchen. Wenn du dich einer Sache gegenüber unentschieden fühlst, kannst du diese Unentschiedenheit flicken, indem du etwas tust; aber irgendwo anders macht sich der Zwiespalt wieder bemerkbar. Und das nimmt und nimmt kein Ende. Die Probleme wandeln sich, aber das Problem besteht fort.

Die Hauptsache besteht darin, dass das Problem sich auflösen sollte, und das geschieht dann, wenn du einfach gar nichts tust. Indem du es einfach beobachtest, schaffst du einen Abstand; und dieser Abstand wächst und wächst und wächst. Eines Tages ist der Zwischenraum so groß, dass du plötzlich merkst, dass das Problem gar nicht zu dir gehört; es ist, als hätte es niemals zu dir gehört. Nur Abstand ist nötig, und der entsteht allein dadurch, dass du Zeuge wirst.

aus: Bhagwan Shree Rajneesh: „Sprengt den Feld der Unbewusstheit“

Ich weiß ja nicht, was ein Coach dazu sagen würde, schließlich könnte ihn so eine Idee ja glatt arbeitslos machen. Da kommt ein neuer Klient mit einem Problem und, bevor dieser auch nur angefangen hat, sein Problem darzustellen, winkt der Coach schon ab und sagt: „Tu einfach gar nichts!“ Und dabei war der arme Kerl doch extra deswegen gekommen, um von diesem Coach möglichst konkrete Handlungsanweisungen zu bekommen, die sein Problem lösen können.

Stattdessen sagt der Coach: „Indem du es [dein Problem] einfach beobachtest, schaffst du einen Abstand; und dieser Abstand wächst und wächst und wächst. Eines Tages ist der Zwischenraum so groß, dass du plötzlich merkst, dass das Problem gar nicht zu dir gehört; es ist, als hätte es niemals zu dir gehört. Nur Abstand ist nötig, und der entsteht allein dadurch, dass du Zeuge wirst.“ Oder er sagt: Nu beruhige dich mal; dein Problem ist gar nicht dein Problem! Wahrscheinlich wird der neue Klient den Coach erwürgen, weil er sich von diesem völlig verarscht fühlt.

Der Klient geht in aller Regel von einer Person aus, die frei entscheiden und handeln kann. Auf der anderen Seite steht jedoch jemand, der sagt. „Never born, never died.“ Logisch, dass der sagt: Das Problem hat niemals zu mir gehört. Wie denn auch? Wer nicht geboren wurde und nicht gestorben ist, existiert ja gar nicht, also kann er auch kein Problem haben.

Es gibt natürlich auch andere Möglichkeiten, kein Problem zu haben: Gestern schrieb der liebe Punito: „Lauf ich den Berg hoch, gibt es Momente, wo die Waden schmerzen, kurzer Halt, dann weiter wie ein oller Lastesel. Dann die Innere Stimme: ‚Weiter, immer weiter – überwinde den Schmerz!‘ Und es klappt – zwar nicht jeden Tag –aber es ist gemütlicher als neulich ratzeplatt im Intensivstations-Pflegebett!“ Aber so’n Weichei wie ich hat so eine Innere Stimme nie in seinem Reich geduldet. Ich halt’s da lieber mit Hans Moser:


.
Aber wie ist das denn nun: Löst ein Problem sich auf, wenn ich gar nichts tue und nur beobachte? Ist das wahr oder nicht? Ihr wisst ja schon, was jetzt kommt. Ich sag’s trotzdem: Ja, es ist wahr. Nein, es ist nicht wahr. Es ist sowohl wahr, wie es nicht wahr ist. Weder ist es wahr noch nicht wahr. Na prima! Und was wissen wir jetzt? Gar nix.

BJa, aber, ja aber, ich hab da ein Problem: Ich will nicht, dass mir der Herr Friedensnobelpreisträger und seine Räuberbande den Arm umdrehen, wenn ich nicht tu, was sie sagen. Bömmel: „Bah, wat habt ihr für ne fiese Charakter.“.

 

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6 Antworten zu Bhagwan: Wenn also ein Problem auftaucht …

  1. punitozen schreibt:

    Prima Einladung diesen Dialog HIER-JETZT einzufügen !
    :Der Schüler ging zum Meister und fragte ihn: „Wie kann ich mich von dem, was mich an die Vergangenheit heftet, lösen?“ Da stand der Meister auf, ging zu einem Baumstumpf und umklammerte ihn und jammerte: „Was kann ich tun, damit dieser Baum mich losläßt?“

    Nur nicht döspaddeln – dann wird das schon mit den sich selbst erfüllenden Vorzeichen ( Probleme ) .
    PUNITO

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  2. Eno Silla schreibt:

    du fragst mich
    nach gut und böse
    nach irgendetwas
    ich weiß nichts
    mal ist etwas gut
    mal scheinbar böse
    ich fühle alles
    jetzt
    krieg erscheint mir böse
    tut nicht gut
    liebe erscheint mir gut
    macht soviel spaß
    und doch
    weiß ich
    so tief in mir
    beides ist
    was
    ich
    bin

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    • punitozen schreibt:

      Guantanamera, guajira guantanamera
      Guantanamera, guajira guantanamera

      Ich bin ein aufrichtiger Mann
      Von dort, wo die Palme wächst,
      Ich bin ein aufrichtiger Mann
      Von dort, wo die Palme wächst,
      Und bevor ich sterbe, möchte ich
      Meine Reime von der Seele abwerfen.

      Guantanamera, guajira guantanamera
      Guantanamera, guajira guantanamera

      Mein Reim ist aus einem hellen Grün
      Und aus einem feurigen Karmesinrot
      Mein Reim ist aus einem hellen Grün
      Und aus einem feurigen Karmesinrot
      Mein Vers ist ein verwundeter Hirsch
      Der Zuflucht sucht im Hain.

      Guantanamera, guajira guantanamera
      Guantanamera, guajira guantanamera

      Mit den Armen der Erde,
      Möchte ich mein Schicksal teilen
      Mit den Armen der Erde,
      Möchte ich mein Schicksal teilen
      Der Gebirgsbach
      Erfreut mich mehr als das Meer.

      Guantanamera, guajira guantanamera
      Guantanamera, guajira guantanamera

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