Rumi: Kein Händeklatschen stammt allein von einer Hand


Derwisch

Niemals sucht in Wahrheit der Liebende,

ohne von dem Geliebten gesucht zu werden.
Wenn das Licht der Liebe
in dieses Herz gesenkt wurde,

muss man wissen,
dass es auch in jenes Herz gesenkt wurde.
Wenn die Liebe zu Gott in deinem Herzen wächst,
hat Gott auch zweifellos Liebe zu dir.
Kein Händeklatschen
stammt allein von einer Hand.

Dschelal ed-Din Rumi


.

Der Musiker links im Bild erzeugt mit der Shruti-Box den immerwährenden Grundton, gleichzeitig singt er die Obertöne, sein Partner rechts spielt die Shakuhachi. Der Grundton steht für die immerwährende Liebe, die tief in allem verborgen ist, ob sie sich nun dem Einzelnen offenbart oder nicht. Oder um bei dem Bild Rumis zu bleiben, der Grundton steht für den Geliebten und die Melodien für den Liebenden. Rumi geht von zweien aus, nicht von einem. Wie sehr diese zwei jedoch eins sind, versucht er an dem Beispiel aufzuzeigen, dass kein Händeklatschen allein von einer Hand stammen kann. Meinte Hakuin vielleicht genau das mit seinem koan „Lausche auf das Klatschen der einen Hand“?

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4 Antworten zu Rumi: Kein Händeklatschen stammt allein von einer Hand

  1. IamAllways schreibt:

    Danke Nitya, sehr berührend….. ja, Rumi wusste um den Tanz mit dem Geliebten, er tanzte ihn mit IHM!
    Ich glaube, die Musik benötigt keine Erklärung, denn nur das Herz versteht seine Sprache, danke trotzdem für die Erklärung!
    Es war genau diese Art der Musik, die mich, als ich sie das 1. Mal hörte, „nach Hause“ rief.

    Schade, das die heutige Satsangszene diese innewohnende Schönheit auf so etwas Banales reduziert hat, das hat mich in viele Krisen gestürzt.
    Aber diese Krisen waren wohl auch ein nötiger Teil dieses „Heimhol“-Prozesses und dienten einem weiteren Entleeren ;-))

    Danke auch für Deinen Link zum Enneagramm!

    Herzliche Grüße, Prashanta

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    • Nitya schreibt:

      Einen herzlichen Gruß auch dir, liebe Prashanta.

      Ich stimme dir, was die heutige Satsangszene betrifft, völlig zu. Ein bisschen, oder besser noch, ganz viel Rumi, würde ihr sicher gut tun. Dabei sagt der Rumi gar nichts anderes. Nur wie er es sagt … nicht Red Bull, aber Rumi verleiht Flügel.

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