Bhagwan: Wenn Spaß und Heiligkeit sich treffen


osho004
Wenn du mit Menschen arbeitest, kannst du es aus Pflichterfüllung tun, oder du arbeitest mit ihnen aus Liebe. Zwischen beiden bestehen große Unterschiede. Pflicht ist lauwarm. Liebe ist leidenschaftlich. Pflicht kann helfen, aber Liebe kann verwandeln. Die Pflicht kann nur die Oberfläche des anderen Menschen berühren, denn sie kommt aus deinem Kopf. Liebe kann verwandeln, denn sie kommt aus deinem Herzen. … Wann immer du also hilfst, hilf aus Liebe. Ströme einfach und vergiss das helfen. Fang an, die Menschen gern zu haben – das ist der Unterschied. Wenn du hilfst, wirst du höchstens eine Krankenschwester sein. Wenn du sie gern hast, wirst du eine Mutter. Hilfe ist eine quantitative Sache, Liebe ist qualitativ und hat Intensität. Sie ist eine Flamme. Sei also zutiefst leidenschaftlich. Jeder einzelne Mensch repräsentiert das Göttliche. Liebe ihn, verehre ihn, respektiere ihn, und was immer du tust, tu es in tiefer Demut. Dann wird dir mehr geholfen, als du selber hilfst. Dann wirst du mehr wachsen als derjenige, der durch deine Hilfe wächst.

Und es gibt auf der ganzen Welt keinen anderen Weg, etwas zu lernen, als ein Lehrer dafür zu werden. Doch sieh es als eine sehr, sehr heilige Sache an. Sei wirklich aufrichtig und authentisch. Ich sage nicht, du sollst ernst sein. Ich sage, sei aufrichtig, denn wenn du ernst bist, kannst du nicht helfen. Sei aufrichtig, aber nicht ernst, sei spielerisch. Nimm es als ein Vergnügen – aber vergiss nicht, dass es heilig ist. Wenn Spaß und Heiligkeit sich treffen, entsteht ein Zustand in dir, der helfen kann. Das ist die Alchemie der Hilfe: Spaß und Heiligkeit, die sich begegnen.

aus: Bhagwan Shree Rajneesh, „Sprengt den Fels der Unbewusstheit!“

Bodhidharma: „Offene Weite – nichts von heilig.“ Bhagwan: „Vergnügen und heilig.“ – „Widerspruch, Widerspruch!“ Der eine sagt „nichts von heilig“, der andere „heilig“. Oder vielleicht doch kein Widerspruch – oder nur ganz an der Oberfläche? Eine sehr, sehr heilige Sache setzen die meisten Menschen gleich mit einer sehr, sehr ernsten Sache. In einer Kirche darf nicht gelacht werden. Und das Wort „Vergnügen“ hat darin schon gar keinen Platz. Pfarrer sind eigentlich so etwas wie Bibelbürokraten und die Theologen so was wie wissenschaftliche Bescheidwisser. Da ist weit und breit keine Offenheit und schon gar keine Unernsthaftigkeit. An Albernheit gar nicht zu denken – und das, wo ich mit zunehmendem Alter immer alberner werde. Heilige Ernsthaftigkeit – ich muss mich nur daran erinnern – und schon schnurrt alles in mir zusammen.

DEin richtiges Trauma hinterließ bei mir jene Krankenschwester, die ihre ernsthaft-heilige Pflicht erfüllte, indem sie mir die nach einem durch einen Treppensturz zugezogene Calcaneusmehrfachfraktur dadurch versüßte, dass sie mich allmorgendlich aus dem Bett scheuchte, um dasselbe für den Tag herzurichten. Sie tat dies, indem sie mir das Kopfkissen einmal kurz aufschüttelte, um sich dann über die Bettdecke herzumachen. Diese faltete sie, wie hier zu sehen ist, jedes Mal kunstvoll zu einem Dreieck. Anstatt jedoch ihr Kunstwerk zu loben, erhielt sie von mir die verdrießliche Frage, wozu dieser unnütze Aufwand gut sei. Sie hätte mehr Arbeit und ich mehr Schmerzen. Sie wischte alle meine Argumente kurzerhand vom Tisch und meinte, so habe sie es gelernt und so gehöre es sich und Schluss und Ende der Debatte. Ich weiß noch, wie ich mein Gesicht gequält verzog und dachte: Es ist wie ein Sinnbild für mein Leben. Immer wieder bin ich seit Kindertagen umgeben gewesen von solchen aufrechten Bürgern. Ich hätte schreien können vor seelischem Schmerz, fürchtete aber die Reaktion der hilfreichen Schwester.

Pflicht kann helfen, sagt Bhagwan. Ja, sie kann aber auch töten. Ich brauche nur daran zu denken, was im Namen des Befehlsnotstands schon alles geschehen ist. „Liebe den Menschen, verehre ihn, respektiere ihn, und was immer du tust, tu es in tiefer Demut. Dann wir dir mehr geholfen, als du selber hilfst. Dann wirst du mehr wachsen als derjenige, der durch deine Hilfe wächst. Und es gibt auf der ganzen Welt keinen anderen Weg, etwas zu lernen, als ein Lehrer dafür zu werden.“ Davon wusste die Krankenschwester nichts. Und hätte ich es ihr erzählt, hätte sie vermutlich nur Bahnhof verstanden. Manchmal ist das wirklich zum Verzweifeln mit den lieben Mitmenschen. Dabei könnte das Leben so einfach sein, so voller Freude und Lachen. Johannes Zebedäus, der Lieblingsjünger Jesu, sprach in seiner letzten Predigt vor seinem Tod über das Thema „Kindlein, liebet einander“. Was könnte wichtiger sein als das, was vergnüglicher, was spielerischer, was heiliger?
winkewinke

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3 Antworten zu Bhagwan: Wenn Spaß und Heiligkeit sich treffen

  1. punitozen schreibt:

    Lieber Nitya ,
    zum Krankenaus -system und den Arbeitsumständen habe ich an dieser Stelle bereits vor Monaten meinen Senf dazu gegeben .

    Also hör´n se mal Herr Nitya ,
    wat woll`n se denn ? Wir sind hier nich in der “ Schwarzwald-Klinik „.
    Und ausserdem – reden se mal Deutsch . Is doch janz normal – das se Schmerzen ha`m beim Fersenbeinbruch – und denn noch bei Ihrem . Meinen se Sie sind der einzige Patient auf unserer
    Station ? Sie liegen hier im Bette , und seh`n nicht wat sonst noch so los is auf der gesamten Station . Und überhaupt – wenn ich mit alle Patienten lange Diskussionen führen würde , wegen der Bettenmacherei , wird es nix heute Mittach mit der Esserei für Sie . Übrigens –
    keine Diskussonen nachher wegen der Konsistenz des Möhreneintopf , der Ihnen von mir heute
    höchstpersönlich angereicht wird . So – und nu reißen se sich mal `nen bißchen zusammen .
    Es jibt Schlimmeres . Sie hätten sich ja ooch das Jenicke brechen könn – dann hätten sie zwar keine Schmerzen , wären aber tot – Stimmt`s ? Stimmt !
    Eins noch – merken sie sich meinen Namen : “ Rabiata – Schwester Rabiata ! “
    Ganz schön eingefaltet – die Schwester !🙂

    Krankenpflege ist kein Job ! Dieser Beruf braucht Menschen mit Empathie , Herz und Verstand .
    Hingabe und Achtsamkeit .
    Mehr sag ich Heute nicht !
    Herzlichst
    PUNITO

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  2. Jens Gantzel schreibt:

    Yes! Humor und Spaß und Albernheit sind super Ressourcen! Ohne die wäre auch Coaching oft genug frustrierend.

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