Robert Adams: dein Selbst ist diese Person

 

docRobert, wenn du siehst, wie jemand, den du sehr liebst, einen zerstörerischen Weg geht, wie distanzierst du dich davon?

Du erkennst, dass diese Person nicht zu dir gehört, sie gehört zu Gott. Wenn du die rechte Weisheit besitzt, wirst du etwas tun, um zu versuchen, dieser Person zu helfen. Karmisch gesehen, begegnest du dieser Person, damit du durch eine bestimmte Erfahrung gehen kannst. Es geht also hier darum, dich selbst zu erkennen. Wenn du dich selbst kennst, wird sich dieses Selbst um die Person kümmern. Denn dein Selbst ist diese Person. Je besser du dich selbst kennst, desto besser wird dieser Person geholfen werden. Denn es gibt nur das Eine, und du bist Das.

Aber wenn du dich von der Einheit trennst, indem du sagst, die Person tut dies oder das, und ich versuche, sie davon abzuhalten, wäre das Dualität. Und die Dinge werden fortlaufend schlechter.

Aber wenn du weißt, wer du bist, dann wird, was immer der Person geschieht, das sein, was zu geschehen hat. Ich weiß, das ist schwierig. Manchmal möchtest du die Person packen und schütteln, du möchtest eingreifen und etwas für sie tun. Doch wenn wir nur erinnern könnten, dass alles an seinem rechten Platz ist, und sehen, wer wir sind – das wäre genug.

Wir haben nie vorher solche Dinge getan. Wir haben immer gehandelt. Und manchmal scheint unser Handeln zu wirken. Denn wir haben eine bestimmte Situation, die schrecklich zu sein scheint, weil sie in falsche Richtungen zu gehen scheint, angehalten und gestoppt. Das ist nur temporär. Durch was auch immer diese Person zu gehen hat, sie wird auf die eine oder andere Weise da hindurchgehen. Die einzige Erleichterung ist, aufzuwachen. Folglich wirst du, wenn du aufwachst, Dinge anders sehen. Und so hilfst du der Person.

aus: Robert Adams, „Stille des Herzens“

Na, Robert Adams Wort in des Doktors Gehörgang. Er ist ja der berufsmäßige Helfer. Und natürlich nicht nur er, sondern auch die zahlreichen anderen Helfer und ihre Helfershelfer, die Psychotherapeuten, die Physiotherapeuten usw., aber auch die Pfarrer, die Pädagogen usw. usf. Damit aber nicht genug, auch die Hobbyhelfer, die Ehemänner und Frauen, die Väter und Mütter, die Freunde und Nachbarn … mein Gott, wo soll ich da nur aufhören? Die geradezu überwältigende Zahl der Helfer sollte einen vielleicht misstrauisch machen. So viele wohlmeinende Mitmenschen? Da stimmt doch was nicht.

Je länger man dieses Phänomen betrachtet, desto mehr kann man zu dem Schluss kommen, dass es sich häufig gar nicht in erster Linie um den Wunsch zu helfen dreht, sondern um den Wunsch, bei sich selbst nichts sehen zu wollen. Aber bei anderen – oh, da sind wir richtig gut. Was für einen Scharfblick wir doch da entwickeln können! Und was für ein reichhaltiges Repertoire von Ratschlägen wir doch zur Verfügung haben! Wir sind richtig gut, richtig groß – und der andere gar nicht so gut wie wir, gar nicht so groß wie wir, um nicht zu sagen, richtig klein. Und der andere scheint das irgendwie zu merken und fängt an sich zu wehren. Einen Ratschlag nach dem anderen ignoriert er oder vergisst ihn oder wehrt ihn auf die eine oder andere Weise ab. Und die hilflosen Helfer sind irgendwie verletzt und ärgerlich wegen der Undankbarkeit des anderen.

Adams bringt es so auf den Punkt: „Karmisch gesehen, begegnest du dieser Person, damit du durch eine bestimmte Erfahrung gehen kannst. Es geht also hier darum, dich selbst zu erkennen. Wenn du dich selbst kennst, wird sich dieses Selbst um die Person kümmern. Denn dein Selbst ist diese Person. Je besser du dich selbst kennst, desto besser wird dieser Person geholfen werden. Denn es gibt nur das Eine, und du bist Das.“ Hier noch einmal der Vortrag von Peter Orban zum Ego des Therapeuten.

Achtung – Nitya als Helfer spricht: Vielleicht hilft es dir ja, dich gelegentlich daran zu erinnern: Dein Selbst ist diese Person. (Muss ich mir auch mal auf einen Zettel schreiben und an die Wand pinnen:

MEIN SELBST IST DIESE PERSON !

 

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2 Antworten zu Robert Adams: dein Selbst ist diese Person

  1. Elwood schreibt:

    Liebster Nitya,
    auch ich habe ein liebevolles Helfersymdrom und so würde ich Dir gerne helfen, bei Deinem wiederholten Problem, dass Dein Peter Orban-Link nicht funktioniert. Vieleicht liegt es ja am doppelten rr im Wort Vortrag bei der Verlinkung? Probiers mal aus, ich wollte nicht darin rumfuschen. Wenns nicht sein soll – so hab ich nen anderen Link zum PDF:
    http://www.omkara.de/das_ego_des_therapeuten.pdf
    Ich finde diesen Vortrag auch zu schön, der muss auch immer wieder hier rein.
    Ansonsten hänge ich meinen liebsten zu gerne an Ihren Worten, auch wenn ich gar nüschts kapiere, es spiegelt sich so schön…
    Liieeebe Grüße Ellwoooood

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    • Nitya schreibt:

      Komisch, komisch …

      Liebster Elwood, ich habe keine Ahnung, warum der Link immer nicht will, wie er soll. Ich hab ihn bei Peter Orban rauskopiert, aber … ach, der soll mir mal den Buckel runterrutschen. Also es ist mir gelungen, den Schweinehund zu überlisten. Nu geht er, ob er will oder nicht.

      Herzlichen Dank deine für deine ausgestreckte Helferhand.

      Ja, wenn das nur alle mitkriegen würden: Spiegeln macht Spaß. Sa hat man immer was zu lachen: Mann, bin ich doof!

      huhu

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