René Magritte: ceci n’est pas une pipe


LUZMBpC
Das scheint eine der schwierigsten Erkenntnisse zu sein, was Jiddu Krishnamurti da vom Stapel gelassen hat: „Das Wort ist nicht das Ding.“ Das Wort Brot macht niemanden satt. Der Satz „Ich liebe dich“ bedeutet einfach, dass jemand sagt „Ich liebe dich“. „Heil Hitler“ heißt einfach „Heil Hitler“. Wenn mich jemand ein Arschloch nennt, bedeutet das nur Blablabla. Früher war das Wort „Feigling“ ein triftiger Grund, dass ich jemanden zum Duell herausfordern musste. Das geschriebene Wort „demokratisch“ bedeutet nur, dass jemand das Wort „demokratisch“ geschrieben hat. Das Wort Meinungsfreiheit bedeutet … das Wort „Medizin“ … das Wort „christlich“ … das Wort Gott … das Wort „Bio“ … alles nur heiße Luft oder Druckerschwärze oder Pixel und auch das sind nur Worte.

Die meisten Menschen haben den Kontakt zu den Dingen weitgehend verloren und leben in diesem Wahn, dass Symbole die Dinge, für die sie stehen, SIND. Die meisten Menschen denken bei Symbolen vielleicht an Kirchen oder Freimaurertempel. Aber weit gefehlt. Unser Alltag ist völlig überlagert von Dingen, die nur für etwas stehen, aber nicht dieses Etwas sind. Philosophen drehen die Worte hin und her, klein Lieschen guckt sich eine Schnulze an, der Literaturkritiker verhacktstückt den neuesten Roman von XY, meine Wenigkeit setzt hier jeden Tag Bilder und Texte rein, … Symbole, Symbole, Symbole. Symbole sind Hinweise, dass etwas sein soll, wie es angeblich ist. Heute hat es ganz heftig geschneit und ich habe Berge von Schnee geschippt. Das ist einfach eine Behauptung. Da es heute hier nicht geschneit hat, ist die Behauptung gelogen. Da ein Symbol für etwas steht, es aber nicht ist, bleibt dem Empfänger eines Symbols nichts anderes übrig, als jedes Symbol zu überprüfen. Stimmt die Behauptung mit der Wirklichkeit überein oder nicht? Das ist eigentlich so arschklar, dass ich mir richtig blöd vorkomme, es überhaupt zu erwähnen.

„Die Renten sind sicher.“ – Woher weißt du das denn?“ – „Na, hier steht’s doch in der Bild-Zeitung.“ – „Ja, wenn das so ist. Klasse. Dann kann ich mich ja auf meinen Lebensabend freuen.“

Der neueste Roman von XY ist wirklich vollkommen, ein Meisterwerk, wahre Kunst. Ja und? Das Wort ist nicht das Ding. Wo doch sogar die Existenz des Dings höchst zweifelhaft ist.

G
Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis.

 

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10 Antworten zu René Magritte: ceci n’est pas une pipe

  1. fredo0 schreibt:

    ohh … was für ein schönes Thema ….
    und ich hab keine Zeit …

    hatte ich je … diese Zeit ?
    oder hat sie mich ?
    was ist da Symbol ?
    Ich ?
    Zeit ?
    haben ?

    ach
    was weiß denn ich …

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  2. Chantal schreibt:


    Ceci est Rene Magritte

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  3. punitozen schreibt:

    Heute mal ganz schlicht – Haste ein Traumata – gehste damit um –
    wenn es der Sache dienlich ist , ist es gut , wenn nicht – ist es nicht der Sache dienlich .
    Ich bin nicht Charly noch habe ich je in meinem Leben eine französische Satirezeitschrift
    in den Händen gehalten . Pardon , Titanic und Wiener – diese Zeitschriften waren mir nicht nur
    ein Begriff – ich habe sie auch gelesen .
    Die Malerei des 20 . Jahrhundert betrachte ich von Zeit zu Zeit – ich habe in meinem Bücherschrank ein Buch mit Abbildungen , Bildbeschreibungen und Zitaten der Kunstschaffenen
    inhaltlich angereichert . Ist heute von Krisen-Europa die Rede , verweile ich bei George Grosz “ Leichenbegräbnis oder Widmung an Oskar Panizza “ . Vernehme ich die das Wort
    Kriegsangst betrachte ich mir Max Ernst “ Der Elefant Celebes “ . Mag manch einer über
    Stil und Pinselführung disputieren -bin ich “ Bild “ – ( Reflexion ) .
    Mit Magritte habe ich eine Gemeinsamkeit – er und ich haben in jungen Jahren nicht den Tod der
    Mutter , vielmehr das Erleben des Sterbeumstandes nicht verdauen können . Kurz : Sterbeumstände können bei den Hinterbliebenen Traumata auslösen – die Art und Weise wie mit ihnen umgegangen wird ist das Entscheidende – ob und welcher Sache der Traumatisierte sich verschrieben hat . Gewiss ist dieser Bundespräsident “ keine Pfeife “ – aber er schießt mit seinen Worten über das Amt hinaus : s. h. : http://www.spiegel.de/politik/deutschland/rede-von-bundespraesident-gauck-bei-sicherheitskonferenz-im-wortlaut-a-950464.html
    Was ich habe ? Ein grosses , grosses Unbehagen im Bauch – ich nenne es “ Bürgerkriegvorahnung “ . hoffentlich irre ich ich .
    L.G.
    PUNITO

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  4. punitozen schreibt:

    Nachtrag :

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    • Nitya schreibt:

      „Heute mal ganz schlicht“, lieber Punito, kriegst’n dicken Kuss vom ollen Nitya auf die Nasenspitze.

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      • punitozen schreibt:

        Den Schmatz hast du Dir verdient – oller Zausel .
        Manchmal regste mir uff – manchmal regste mir an .
        Aba – et rescht sich imma wat – von Allem – wat du von dir jibst .
        Danke für deine Mühe , die du dir machst – det weiterzujeben –
        wat die selba selbst-los jejeben wurde .
        Herzlichen Gruß
        PUNITO

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  5. punitozen schreibt:

    Gestern gesehen und gehört – heute im Netz – der Andreas :

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