Ramesh S. Balsekar: real und irreal


au„….. ich identifiziere mich, und ich kann mich nicht nicht identifizieren. Ich muss mich mit diesem Körper identifizieren, und daher ist der Schmerz, den ich fühle, real.“ Sie sagen, dass all dies illusorisch ist. Meine Antwort darauf ist, dass die Manifestation und deren gesamter Ablauf beides sind, real und irreal, genauso wie der Schatten in der Sonne real ist, aber nicht existiert, wenn man ins Haus geht. Die Gesamtheit der Manifestation im Wachzustand ist real. Wenn die Sonne im Wachzustand scheint, ist die Manifestation real. Doch wenn man zu Hause ist, im Tiefschlaf, existiert die Manifestation nicht.

 Die berechtigte Frage, die ich an Sie richten möchte, lautet: Wie können Sie den Wachzustand vermeiden? Die Antwort lautet: Sie können den Wachzustand nicht vermeiden. Daher können Sie weder die Manifestation noch den Schmerz vermeiden.

aus einem der Schmöker des sehr geschätzten Ramesh S. Balsekar

Ich finde, Ramesh hat das in aller Kürze sehr schön klar gestellt. Manche werden seine Aussage, dass man den Wachzustand nicht vermeiden könne, als ausgesprochen hilfreich empfinden, beinhaltet er doch gewissermaßen die „Erlaubnis“, dass du sein darfst, wie du bist. Du hast Migräne? Du „darfst“ Migräne haben. Das ist ja wirklich völlig verrückt, wie sich manche damit abquälen, ein Niemand zu sein, der natürlich auch keine Migräne haben kann oder keinen Sex oder keine verblödeten Gedanken oder keine Rachegelüste und dergleichen mehr.

Es soll ja Leute geben, die zum Zahnarzt gehen und sich einer Wurzelspitzenresektion unterziehen lassen und dabei nur milde lächeln. Schmerzen? Ich doch nicht. Schmerzen sind reine Einbildung. Oder wenigstens: Schmerzen erscheinen, aber sie erscheinen niemandem. Na Klasse, Wem denn dann? Dem Zahnarzt? Aber den gibt’s ja auch nicht. Wem also jetzt?

Was ist eigentlich so schrecklich daran, wenn jemand sagt: „Scheiße, mein Zahn tut grauenvoll weh!“

„Die Gesamtheit der Manifestation im Wachzustand ist real. … Sie können den Wachzustand nicht vermeiden.“ Ja, aber es tut doch weh! „Wenn ich erst mal erleuchtet bin, dann tut mir nichts mehr weh.“ Wirklich? Ramesh sagt: „wenn man zu Hause ist, im Tiefschlaf, existiert die Manifestation nicht.“ Wer kommt denn mit schrecklichen Zahnschmerzen in den Tiefschlaf? Oder ist das gar nicht gemeint? Ist da so eine Gleichzeitigkeit gemeint? Kein: Zuerst wach und dann im Tiefschlaf? Sondern: Das, was Ramesh als Tiefschlaf kennzeichnet, ist allgegenwärtig, genauso allgegenwärtig wie der ununterbrochene Fluss der Manifestationen?

Ist Shakti ohne Shiva möglich? Ist Shiva ohne Shakti möglich? Oder gibt es sie nur als Gesamtpaket?

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5 Antworten zu Ramesh S. Balsekar: real und irreal

    • punitozen schreibt:

      Lieber Eno ,
      ein schönes Neues Jahr wünscht Dir
      PUNITO

      Alles was wir uns einfallen lassen , ist schon da , siehe Video .

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      • Eno Silla schreibt:

        Lieber Punito,
        ein schönes Neues Jahr wäre schön! Vielen Dank!
        Wünsche dir auch, dass es für dich schön wird und gleichzeitig für alle anderen Wesen auf dieser verrückten Welt (wenn schon denn schon, ganz nach dem Motto von G. I. G. „Schmausen wir, so schmausen wir das Porto inbegriffen.“)
        So ein frommer Wunsch schadet ja nicht! Und es wird wahrscheinlich wie immer schrecklichschön sein!
        Herzliche Grüsse an Dich von
        Eno

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  1. fredo0 schreibt:

    Es ist ja , genauer betrachtet , mit der Identifaktion so eine Sache …
    erscheint ein Ereigniss , und wird es als Ereigniss wahrgenommen,
    ist es ja bereits als Ereigniss definiert , begrenzt worden , hat also
    einen willkürlichen Anfang und Ende „verpasst“ bekommen.
    Das ist nix anderes wie Identifikation .
    Es findet eine Selektion statt , die wohl der besseren Verwertbarkeit
    der Wahrnehmung dient.
    Das Medium dieser Selektion und momentanen Identifikation ist die
    Fokussierung. Oft sogar die rein sensorische optische Fokussierung.

    Das kann also mit der kritisierten Identifikation gar nicht gemeint sein,
    handelt es sich doch um eine biologisch höchst sinnvolle „Masche“.
    Den Zahnschmerz z.B. derart zu fokussieren ist höchst sinnvoll,
    da der Körper durch Schmerz strapaziert wird, und dessen Vermeidung
    oder Abwendung mehr als sinnvoll fürs biologische Überleben ist.

    Es gibt jedoch häufig noch eine Art psychologisches Identifizieren.
    Als ein „noch oben drauf“ . Da identifiziert sich ein jemand mit der
    biologischen Identifikation des Körpers.
    Die macht dann aus dem simplen heftigen Zahnschmerz ein „ach so
    armes Opfer , dass aber auch immer diese üblen Schmerzen hat“
    Ich denke , dass genau diese Identifikation mit Identifikation mit der
    problematischen Identifikation gemeint ist, und nicht bereits die
    simple biologische Fokussierung, die ja eher nützt ..

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    • Nitya schreibt:

      Das gefällt mir sehr, dass du das auseinander dividiert hast: Identifizierung als rein sensorische, optische Fokussierung und psychologische Identifizierung mit dem sensorisch optischen fokussierten Gegenstand.

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