Selbstsucht ist die Schranke zwischen dir und der Wahrheit


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Es kam einmal ein Mann zu Bayazid und erzählte ihm, dass er nun schon seit dreißig Jahren gefastet und gebetet habe, aber Gott noch immer nicht näher gekommen sei. Bayazid sagte ihm, dass selbst hundert Jahre nicht ausreichen würden. Der Mann fragte: „Warum?“

„Weil deine Selbstsucht die Schranke zwischen dir und der Wahrheit ist“, antwortete Bayazid.BayazidDie Wahrheit ist nicht verschleiert. Sie ist nicht verborgen. Sie steht dir immer direkt vor Augen. Wenn du sie nicht sehen kannst, dann liegt das nicht an der Wahrheit, sondern daran, dass du die Augen geschlossen hast. Der Schleier hängt nicht der Wahrheit vorm Gesicht, sondern dir. Und nicht nur einer – viele Schleier, tausende von Schleiern.

Wenn die Wahrheit verborgen wäre, dann hätte ein Buddha, ein Mohammed, ein Zarathustra genügt, sie zu enthüllen. Dann wäre sie – einmal offenbart – allen bekannt geworden. Dann wäre es wie bei einer wissenschaftlichen Entdeckung, die ja auch nicht jedes Mal von neuem gemacht werden muss. Wenn Albert Einstein etwas entdeckt, wird es Allgemeingut. Dann weiß es bald jedes Schulkind. Es muss nicht noch einmal entdeckt werden. Entdeckt ist entdeckt.

aus: Osho, „Nicht bevor du stirbst“

Eine der Entdeckungen, die Jesus gemacht hat, gipfelte in seinem Hinweis: „Liebet eure Feinde; tut denen wohl, die euch hassen.“ Wenn ich den Zustand der Welt betrachte, sieht es so aus, als wäre dieser Hinweis ungehört verhallt. Das ist er nicht. Von allen christlichen Kanzeln wird diese Botschaft wieder und wieder verkündet. Sie scheint allerdings besonders von denen gerne verbreitet zu werden, die selbst mit „tausenden von Schleiern“ vor dem Gesicht herumlaufen. Es wird auch ihnen nicht erspart bleiben, das, was Jesus für sich entdeckt hat, ganz neu auch für sich zu entdecken – am Sankt Nimmerleinstag? Wenn sie dies nicht können, sollten sie wenigstens aufhören, sich Christen zu nennen und weiter unter falscher Flagge zu segeln. Sollten sie … eine vergebliche Hoffnung. Wenn schon wieder unsere obersten christlichen Volksvertreter die Waffen segnen, was gibt’s da noch zu sagen? Ich würde euch allen ja gerne einen „Guten Rutsch“ oder so was wünschen. Aber bei dem Versuch, es zu tun, klemmen irgendwie die Tasten. Ich bin sicher, dass ihr auch ohne „Guten Rutsch!“ gut ins neue Jahr rutscht.


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Eine Antwort zu Selbstsucht ist die Schranke zwischen dir und der Wahrheit

  1. Ingeborg schreibt:

    Heute Morgen in,s Leben gerutscht.Tala Mathilda.Seit 5:45 sind sie zu Viert.

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