Huang-po: Der Ewig-Seiende-Buddha ist kein Buddha der Stufen.


st
Hab ich dem Ronny geklaut. Psst, nicht weitersagen!

Da du im Grunde in jeder Hinsicht vollkommen bist, solltest du nicht versuchen, diese Vollkommenheit noch durch das Üben der sechs Paramitas [1. Großzügigkeit, 2. sinnvolles Verhalten, 3. Geduld, 4. freudige Anstrengung, 5. Meditation, 6. Weisheit] und von unzähligen ähnlichen Übungen sowie das Sammeln von Verdiensten unzählig wie die Sandkörner des Ganges zu ergänzen. Wenn Gelegenheit für Übungen vorhanden ist, führe diese aus; wenn die Gelegenheit vorüber ist, gib Ruhe. Wenn du nicht vollkommen überzeugt bist, dass der Geist Buddha ist, sondern noch an Formen, Übungen und verdienstvollen Taten hängst, ist deine Art zu denken falsch und völlig unvereinbar mit dem Weg.

Der Geist ist Buddha. Es gibt keine anderen Buddhas oder irgendeinen anderen Geist. Er ist strahlend und fleckenlos wie die Leere und hat überhaupt keine Form noch Erscheinung. Den Geist für begriffliches Denken zu benutzen, bedeutet die Substanz lassen und sich an Formen binden. Der Ewig-Seiende-Buddha hat keine Gestalt und ist kein Gegenstand der Bindung. Die Übung der sechs Paramitas und Myriaden ähnlicher Übungen, die dazu führen sollen, ein Buddha zu werden, bedeutet ein stufenweises Voranschreiten. Der Ewig-Seiende-Buddha aber ist kein Buddha der Stufen. Erwachst du bloß zum Einen Geist, so gibt es nichts anderes mehr zu verwirklichen. Dies ist der wirkliche Buddha. Der Buddha und alle lebenden Wesen sind der Eine Geist und nichts anderes.

aus den Aufzeichnungen des P’ei-hsiu der Äußerungen vom Huang-po

bGestern habe ich bei Gerd den Beitrage „Nur Wanderjahre führen zur Meisterschaft“ gelesen. Das führt natürlich schon ein ganzes Stück über den Gedanken „Übung macht den Meister“ hinaus, ist aber auch ein Prozess, der Zeit benötigt. Lehrling, Geselle, Meister sind Stufen, die jeder durchlaufen muss, der irgendetwas lernt. Als Kind musste ich jeden Tag eine Stunde Klavier spielen, im Windsbacher Knabenchor hatten wir tgl. eine Chorprobe – aber auch ganz ohne jedes Müssen: Als ich mir etwa eine Trompete zulegte oder eine Klarinette, blieb es mir nicht erspart zu üben, zu üben, zu üben. Also, nichts um Gottes willen gegen das Üben. Und dass Wandern den Blick weitet, indem es nicht nur unterschiedliche, sondern auch auch höchst gegensätzliche Aspekte ins Bewusstsein bringt, liegt auf der Hand, wird jedoch leider oft genug vergessen.

Etwas ganz anderes ist es, wenn es darum geht, zum Einen Geist zu erwachen. Huang-po sagt: „Der Ewig-Seiende-Buddha ist kein Buddha der Stufen.“ In diesem Punkt ist Huang-po sehr klar und eindeutig. Mit Üben ist da gar nichts zu machen. Ganz im Gegenteil. Mit Üben kann ich irgendwelche „Gegenstände“ erreichen. „Der Ewig-Seiende-Buddha hat aber keine Gestalt und ist kein Gegenstand der Bindung.“ Und genau das wird beim Üben erreicht: Die Bindung an einen Gegenstand. Deshalb ist Üben in Bezug auf das Erwachen zum Einen Geist geradezu „kontraindiziert“, bindet es doch sehr schnell an die Vorstellung von Erwachen, Erleuchtung, an die Vorstellung von Buddha oder von was weiß ich.

Huang-po sagt: „Wenn du nicht vollkommen überzeugt bist, dass der Geist Buddha ist, sondern noch an Formen, Übungen und verdienstvollen Taten hängst, ist deine Art zu denken falsch und völlig unvereinbar mit dem Weg.“ Eindeutiger kann man es kaum formulieren. Hätte Huang-po mitgekriegt, was spätere Erben seiner „Lehre“ aus dem sog. Buddhismus gemacht haben, würde er sich vermutlich noch im Grab umdrehen. Mahayana, Hinayana, Soto, Rinzai, an die Wand starren, in die Mitte des Raumes starren, … alles Kinkerlitzchen. Überall Misthaufen, auf denen irgendein Gockel die letzte Wahrheit hinauskrähen muss. Mich wundert nicht, dass Meister wie Hung-po immer wieder zum Stock griffen, um die Leute aus dem Verstand zu prügeln. Da sieh: „Der Geist ist Buddha. Es gibt keine anderen Buddhas oder irgendeinen anderen Geist. Er ist strahlend und fleckenlos wie die Leere und hat überhaupt keine Form noch Erscheinung.“ – „Der Ewig-Seiende-Buddha hat keine Gestalt und ist kein Gegenstand der Bindung.“

niemalsFriss oder stirb!

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

14 Antworten zu Huang-po: Der Ewig-Seiende-Buddha ist kein Buddha der Stufen.

  1. punitozen schreibt:

    Vorstellungsfreiheit –
    der gewöhnliche Alltag genügt mir .
    ich weiß nicht was morgen ist , gestern brauch ich nicht , heute überblicke ich nicht .
    Bleibt nur der Augenblick – Dir und allen anderen Blogteilnehmern ein sich
    selbst-erfüllendes Wochenende zu wünschen .
    Herzliche Grüsse
    PUNITO
    P.S. Unterwegs ist immer wieder anders .

    Gefällt mir

    • nitmoeglich schreibt:

      Liegt das sich selbst-erfüllende Wochenende nicht in der Zukunft?

      Der Wunsch wird zwar in der Gegenwart ausgesprochen, aber er ist verbunden mit einem Zukunfts-Gummiband.
      Gelle?

      „Unterwegs ist immer wieder anders.“
      Du sagst es.

      Frage: Was machen deine süßen Viren in der Gegenwart?

      Grüß sie und den Rest von diesem Punito ganz herzlich!

      Gefällt mir

      • Ronny schreibt:

        „Hab ich dem Ronny geklaut. Psst, nicht weitersagen!“ Lieber nitmoeglich, ich habś vom Nitya, aber net weitersagen *Pssst;-)

        Gefällt mir

      • Brigitte schreibt:

        Gefällt mir

      • punitozen schreibt:

        …..Was machen deine süßen Viren in der Gegenwart?….
        Lieber Nitya ,
        ich sehe sie nicht , ich spüre sie nicht – aber die letzte Blutuntersuchung ergab einen rückläufigen
        Entzündungswert in der fast 2 jährigen Leber .
        Was sich bemerkbar macht sind die Nebenwirkungen eines der beiden antiviralen
        Mittel . Das neue Medikament namens HARVONI löst nach der Einnahme innerekeine Hitzewellen aus .
        Das andere medikament ,RIBAVIRIN , führt mehr Nebenwirkungen mit sich .
        Diffuse Übelkeit , Konzentrationsstörungen gepaart mit innerer leichten Gereizheit ,
        Blutdruckschwankungen und last not least greifen die Wirkstoffe nicht nur die Viren an ,
        sondern haben auch einen Einfluß auf die Erytrozythen-Bildung .
        Am 16.12. fahre ich wieder in die MHH . Dort wird mr wieder Blut venös entnommen werden und im Labor die bestehende Viruslast bestimmt .
        Mir wurde vor der Therapie in Aussicht gestellt , das der C-Virus nach 12 Wochen Viren erfolgreich eliminiert sein sollte ,
        Ich verhalte mich in dieser Sache wie jeden Tag .
        PUNITO ist mehr als Leber , mehr als Virus und die Alltäglichkeit bietet viele interessante
        Augenblicke , wie heute beim Morgenspaziergang . Leichter Nieselregen der das
        Gesicht erfrischt , ein kühler Wind der an den Baumkronen zerrt , Auf dem Strassenflaster das vom Wind gestaltete Muster aus dünnen Buchenreisig .
        Vor der Haustür die Katze die mir um die Beine streift , Katzengeist in Futtereinforderungserwartung ! Meine Daseinsfreude kann mir kein Doc noch irgendein
        Virus nehmen . Die Intervalle einer Erkrankung nutzen , ist wie Wellenreiten in der
        Brandung . Gänzlichst Welle – wenn man surft .🙂
        So jetzt gucke ich mir Hertha gegen Dortmund an .
        Sollte einer sagen : “ Bäh , Fussball ! „, sage ich :“ Fußball – Yeah – insbesondere
        wenn man von Kindesbeinen mit der ollen Tante Hertha verbandelt ist .
        Vielen Dank für Deine Nachfrage
        PUNITO

        Gefällt mir

      • nitmoeglich schreibt:

        Ich danke dir für deine Antwort..

        Gefällt mir

  2. Eno Silla schreibt:

    sprachlos und ausgelaugt
    von all den worten und gedankenkrämpfen
    sehne ich mich nach einem
    waldspaziergang
    angelehnt an den festen
    stamm einer buche
    fühle ich neue kraft
    gedankenleer
    tiefes ein- und ausatmen
    mit freude im herzen
    folgt mein blick
    dem blendend weißen bussard
    der zwischen den bäumen
    davonsegelt

    Gefällt mir

    • punitozen schreibt:

      Du alter Buchenbaum
      mit blitzgeschälter Rinde
      Holzeule guckt masernd
      schu-hu

      Lieber Eno ,
      In dieser Jahreszeit haben Waldspaziergänge einen besonderen Reiz .
      So vielerlei unterschiedliche Melodien
      Das Windspiel im Laubwerk an Baumgeäst .
      Das knacken dürren Reisigs
      Unter den Schuhen .
      Kleine Laubfverwirbelungen .
      im Gehen .
      Jäh – der Häherschrei .

      Aufgeschreckte Haselmaus
      zum Mahle des Bussard bestimmt –
      Nicht-Wissen in Verwandlung
      Geheim und offenbar
      Waldvorwintermelodie .

      Herzliche Grüsse
      PUNITO

      Gefällt mir

      • Eno Silla schreibt:

        Lieber Punito,
        „Du alter Eichbaum“ ist wohl korrekter (verzeih mir den Klugscheißer ;-)!
        Die Buche sah so aus:

        Ansonsten stimme ich dir voll zu!
        Was für schöne Waldvorwintermelodien…
        Liebe Grüsse
        Eno

        Gefällt mir

  3. fredo0 schreibt:

    winterstürme … es scheint eine zeit der durchrüttelungen zu sein, jetzt in dieser zeit , …
    auch hier stürmt es, fegt vieles hinfort, dreht das unten nach oben und das oben nach unten …

    es ist mir seltsam … erzeugt es doch keine furcht, sondern füttert erfolgreich diese neugier/curiosity …

    Gefällt mir

    • punitozen schreibt:

      Hallo Fredoo ,
      Ja- Grimmland lebt es sich besonders mystisch .
      Auch ich lieb den Habichtswald und den Knüll .
      Als ich noch fitter war bin ich den Studenpfad gewandert .
      Von Kassel Immenhausen bis nach Göttingen .
      Oder einfach mal im Bergpark Wilhelmshöhe oder in der Karls-Aue
      spazieren gegangen . Nordhessen hat mich seßhaft werden lassen .
      Ich habe Kassel nach 15 Jahren verlassen , lebte danach in Köln ,
      doch ein nie vorher gespürtes Heimwehgefühl hat mich wieder zurückgeführt .
      Heute lebe ich in der Kleinstadt , bei den Bartenwetzern , rund 22 Jahre .
      Das mit dem Durchrütteln ohne Furcht – ein wundersames Erleben .
      Liebe Grüsse an Dich
      PUNITO

      Gefällt mir

      • fredo0 schreibt:

        🙂
        ja der olle cattengau hat was …
        da wo die fußlahmen der völkerwanderung leben, hat es auch mich „gegründet“ . nachdem ich den globus mehrfach umrundet hatte .
        liebe grüße nach melsungen und immer scharfe beile für den holzeinschlag😀
        fredoo

        Gefällt mir

  4. fredo0 schreibt:

    „“Der Ewig-Seiende-Buddha ist kein Buddha der Stufen““.

    den Gedanke der Erringung von etwas ( wie spirituellem Fortschritt ) durch Stufen der Entwicklung hat Ramesh Balsekar so kommentiert :
    „egal wo du auf einer Leiter stehst, du schaust immer auf die selbe Mauer“ .

    hat mir gefallen …😀

    Gefällt mir

  5. Elwood schreibt:

    Gefällt mir

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s