Bert Brecht: Denn für dieses Leben ist der Mensch nicht schlau genug

maus
Ich wohne in einem alten, mit Efeu überwachsenen Haus. Eine richtige Einladung für allerlei Getier, das über zahlreiche Öffnungen hereinkommen kann. Manchmal scheinen es richtige Invasionen zu sein wie z.B. die Steinmarder auf dem Dachboden, die Zitterspinnen im Keller und jetzt die Mäuse in den Wohnräumen. Ich würde ja gerne in friedlicher Koexistenz mit ihnen zusammenleben, aber diese Idee entpuppt sich immer wieder als für mich nicht umsetzbar. Gestern Nacht konnte ich wieder fast kein Auge zumachen, weil so ein Mäuslein einen Heidenradau gemacht hat. Als es dann in der Falle saß, wurde es noch lauter. Mit aller Kraft versuchte es, die Gitterstäbe der Falle durchzunagen. Mein Versuch, es mit Allahu Akbar zu beruhigen, war ein totaler Fehlschlag.

Unterscheide ich mich eigentlich irgendwie z.B. von dem, was man „die Festung Europa“ nennt? Am Morgen wurde das Mäuslein ausgesetzt. Möglichst weit weg, dass es den Weg (hoffentlich?) nicht mehr zurückfinden konnte. Draußen war es kalt und es ist höchst fraglich, ob das Mäuslein da draußen in der Fremde einen neuen Unterschlupf finden wird. Vielleicht wird es gejagt von Hund oder Katz, vielleicht wird es nichts zu fressen finden, vielleicht wird es erfrieren, … – Hauptsache, ich hab es warm, habe genügend zu essen und zu trinken und meine Ruhe. Jawoll! – Kaum war das Mäuslein aus dem Haus, hörte ich es in einer Zimmerecke rascheln. Da war wohl schon das nächste Mäuslein und wollte es warm haben und genügend zu essen und zu trinken und seine Ruhe – vor mir und meinen blöden Fallen.

mausiFressen oder gefressen werden und der Stärkere ist immer im Recht? Ist so die Welt? Keine Wahl auch für die sog. Gutmenschen, die es doch so gern ganz anders hätten? Oder doch? Ich bin ein Schwein. So ein niedliches, süßes Mäuslein in die Verbannung schicken! Und es geschieht mir Recht, dass da sofort ein anderes Mäuslein auftauchte.

So rennt der Verstand wie ein aufgeschrecktes Mäuslein hin und her und sucht nach einer Lösung, die beide Seiten glücklich machen kann – und findet keine. Dann sucht er wenigstens nach dem kleinsten Übel oder wenigstens dem kleineren Übel und ist und ist nicht zufrieden zu stellen. Was dieser Verstand überhaupt nicht leiden kann, ist akzeptieren zu müssen, dass er bis in alle Ewigkeit weiter suchen kann und nie zu einer idealen Lösung kommen wird.

So ist er – und nichts ist verkehrt daran und auch nichts zu ändern.


.

 Also, ich bin zu blöd für diese Welt. Eigentlich hätte ich’s schon längst aufgeben sollen mit dieser Sucherei. Aber selbst dafür ist mein Verstand zu blöd. Er sucht immer noch nach der idealen Lösung.

mm ideale Lösung

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5 Antworten zu Bert Brecht: Denn für dieses Leben ist der Mensch nicht schlau genug

  1. fredo0 schreibt:

    es ist … egentlich …. nur ein Bewegtwerden … und noch nicht mal das …. ist da doch kein Subjekt/Objekt das durch ein anderes bewegt würde …. es ist … letztlich die Bewegung selbst … die aber auch nur erscheinendes Resultat einer gespannten , also energiegeladenen Situation im Ganzen ist … und auch das stimmt … so nicht … denn es ist auch nix „geladen“ … müsste es dazu doch „vorhanden“ sein … herrje … was denn nun ? … keiner da … und auch keines da … nur diese …. Vibration … wie soll sich da ein Mensch zurechtfinden ….

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  2. punitozen schreibt:

    Lieber Nitya ,
    wenn Du die Maus im Freien ( Feld , Wald , Park ) aussetzt wird sie sich ruckizucki
    eine neue Behausung schaffen . Sie gräbt sich ein Loch . Die Maus , Gesellschaftstier ,
    wird sich einen neuen Partner suchen und finden .
    Wenn Du keine Mäuse im Haus haben willst , probiere es mal mit Pfefferminzöl .
    Einen mit Pfefferminzöl getränkten Wattebausch .an jene Stelle legen , wo die Maus gewohnheits gemäss den ollen Nitya besuchen will .
    Auch vor der Haustür einen Topf mit Pfefferminze bepflanzen hält die Nager ab .
    Was den Marder anbelangt , für ihn gilt das Jagdrecht . Da kann Dir nur der Fachmann helfen ,
    Siehe :http://www.mardermittel.de/rechtliches-zur-marderabwehr.php

    …….Fressen oder gefressen werden und der Stärkere ist immer im Recht? Ist so die Welt? …..
    Geht es in der Natur um Recht oder Unrecht ?
    Alle Wesen haben die gleichen Grundbedürfnisse : Sich nähren und erhalten .
    der Tannenhäher beispielsweise nährt sich von den Baumfrüchten . Er piekt mit seinem
    scharfen Schnabel die Zapfen auf – d.h. er verletzt die Tannenfrucht , käme jedoch niemals
    auf die Idee den einzelnen Tannenzapfen gänzlichst zu zerstören , somit kann die Tanne
    mit ihrem klebrigen Harz die Wunde verschließen , nachdem der Wind ein paar Tannensamen
    durch die Lüfte entführt .
    Die Katze fängt die Maus – vor dem Töten „spielt “ sie mit dem Beuteobjekt .
    Dieses Spiel ist kein Spiel – es ist die zweckgerichtete Übung die Jagdreflexe zu erhalten .
    Sie , die Katze , käme jedoch nicht auf die Idee , mehr Mäuse zu töten , als sie für ihren
    täglichen Kalorienbedarf zum Lebenserhalt benötigt .
    Das Eichhörnchen vergräbt die gesammelten Früchten – vergißt jedoch in kurzer Zeit
    70 % der Futterdepots . Somit leistet dieses kleine Säugetier einen Beitrag zur Arterhaltung von Eichen und Haselnusssträuchern .
    Und der Mensch – entwickelt sich zum Untier . Raffen und gieren zu Lasten der Schwachen .
    Aus reiner Profitgier werden ohne Rücksicht auf Verluste die Umwelt Jahr um Jahr in einem
    erschreckenden Ausmaß zerstört .Im Jahre 2050 , so die Klimaforschung wird der Point
    of no Return überschritten sein .
    “ Erst kommt das Fressen – und dann die Moral .! “
    PUNITO
    P.S. Hoffnung erzeugt eine Binnenrationalität der Hoffenden ,
    die man auch Blödheit nennen könnte .
    ( Arnold Retzer ) .

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    • nitmoeglich schreibt:

      Lieber Punito,
      ganz kurz was zur Marderabwehr.
      Marder sind ganz wundervolle Tierchen – allerdings nicht so recht kompatibel mit den menschlichen Tieren. Wenn du mal eine Reihe von schlaflosen Nächten hinter dich gebracht hast, wenn dir die Marder alles auf dem Dachboden vollgeschissen haben, dir das Isoliermaterial heruntergerissen habe oder die Bremsschläuch von deinem Auto durchgebissen haben, dann interessiert dich ganz bstimmt kein Jagdschein mehr. Und was die Schonzeit betrifft – wieso haben menschliche Tiere eigentlich keine Schonzeit? Gott sei Dank haben sich in diesem Zusammenhang bis jetzt noch keine edlen Advaitins gemeldet, um darüber aufzuklären wollten, dass es weder Subjekt noch Objekt gibt. Also mich haben diese Biester zur Genüge gepeinigt und so habe ich ihnen erfolgreich den Kampf angesagt. Vielleicht sollte ich daraus einen neiuen Beruf machen: Marder-Vergrämer.

      Ich habe auf dem Dachboden ein altes Radio gestellt mit zwei guten Lautsprechern. Ferner habe ich da oben mehrere Leuchtkörper installiert. Dann habe ich eine Leitung in den ersten Stock runter in den ersten Stock gelegt. Wenn ich nun höre, dass ich mal wieder Besuch von Mardern bekomme, brauche ich bloß den Stecker in die Steckdose stecken. Das plötzliche Licht und der Radau aus dem Radio hat bis jetzt jeden Marder „vergrämt“. Das funktioniert jetzt schon ein paar Jahre sehr gut.

      Also, ich brauche keine Jagdscheinihaber und keine Kammerjäger. Bis jetzt schaffe ich das noch alleine: Wer mich vergrämt, den vergräme ich. Ich muss bloß aufpassen, dass ich dabei nicht völlig grämlich werde.

      Danke für den Tipp mit dem Pfefferminzöl!

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    • nitmoeglich schreibt:

      Übrigens:

      „Sie, die Katze , käme jedoch nicht auf die Idee, mehr Mäuse zu töten, als sie für ihren
      täglichen Kalorienbedarf zum Lebenserhalt benötigt.“

      Das halte ich für ein Gerücht, lieber Punito. Das mag vielleicht für wild lebende Katzentiere gelten. Wir haben es ja meist mit vollgefressenen Hauskatzen zu tun. Und was tun sie: Sie töten Mäuse, Maulwürfe, Vögel und lassen sie dann liegen.

      So ist das halt.

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      • punitozen schreibt:

        Was die Katzen anbelangt , ist es mit den vollgefressenen Hauskatzen , wie Du beschreibst . Bei mir sind zwei Hausbesetzer : Katze Mauz und Kater Paul .
        Paul ist aktiver Terrassenbesetzer , ein Streuner – ziemlich schlau .
        Mauz ist Freigängerin . Sie frisst die Eingeweide von Wühlmäusen und den restlichen
        Kadaver fressen die Krähen oder Elstern . Spitzmäuse stehen nicht auf ihren “ Speiseplan . Ansonsten bin ich ihr Dosenöffner .
        Übrigens , Mäuseblut ist mineralreich – stärkt das Immunsystem von Katzen .
        Was ich draussen wahrnehme – es wird nichts verschwendet in der gelebten Natur .
        L.G.
        PUNITO

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