Vimalakīrti: … das ist Entsagung

KMein lieber Rāhula [Sohn Buddhas], du solltest nicht zu diesen Jünglingen über die Vorteile einer Entsagung sprechen! Und warum nicht? Weder Vorteile noch Verdienste zu haben, das ist Entsagung. Nur bei einem erschaffenen Ding kann man von Vorteilen oder Verdiensten reden. Entsagung aber ist kein erschaffenes Ding, und bei einem nicht erschaffenen Ding kann man weder von Vorteilen noch von Verdiensten reden. O Rāhula, bei Entsagung ist es weder das eine noch das andere noch das, was dazwischen ist. Fern von den 62 Irrlehren befindet sich die Entsagung im Nirvāna, und der Weise ist es, der sie aufnimmt, und der Heilige ist es, der aufgrund dieser Entsagung handelt. …

aus: „Das Vimalakīrti Sūtra“

„Das ist Entsagung.“ Das WORT „Entsagung“ ist nicht das Ding. Entsagung ist nur ein WORT.

Johannes beginnt sein Evangelium mit diesen WORTEN: Im Anfang war das WORT, und das WORT war bei Gott, und Gott war das WORT. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht begriffen.

Gestern bin ich ja, keine Ahnung wie, beim Schächten gelandet. Und wenn ich schon irgendwo gelandet bin, dann lande ich oft noch ein bisschen gründlicher. Da landete ich u.a. beim korrekten islamischen Schächten. Ein islamischer Schächter, Schlächter, Schlachter, Fleischer, Metzger, Fleischhauer, Fleischhacker, Knochenhauer oder wie auch immer zeigt uns, wie man auf humane Weise ein Tier schlachtet. Das Ganze scheint sehr tierfreundlich und fast liebevoll abzulaufen. Wer Filme aus einem westlichen Schlachthaus gesehen hat, wird geradezu entzückt sein – es sei denn, er ist Veganer oder Vegetarier. Der Schächter zeigt uns im folgenden Film, wie er Schafe und Ziegen dazu bringt, sich freiwillig ganz dem Schächter, besser Allah, zu ergeben. Und das alles mit der Kraft des WORTES. „Bismillah Allahu Akbar„. Guckt euch das an, ihr werdet aus dem Staunen nicht herauskommen. (Keine Angst, lieber Eno, in diesem Teil, sind alle nur lieb zueinander. Das Messer kommt erst im Folge-Video zum Einsatz.) Abrakadabra:


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Na, wollt ihr euch jetzt nicht alle zum Islam bekehren, wenn allein die paar WORTE solche Wirkungen haben? „Im Anfang war das WORT, und das WORT war bei Gott, und Gott war das WORT.“ Das ist der letztgültige Beweis. Und ihr könnt sehen, wie die Schafe jederzeit bereit sind, Allah freudig ihr Leben hinzugeben.


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Ihr erinnert euch: „Allahu Akbar“ haben sie auch geschrien, als sie die armen Schweine geschächtet haben, die angeblich Ungläubigen oder weiß der Geier wen. „Gott (Allah oder wie auch immer) war das WORT.“ Jiddu Krishnamurti: Das WORT ist nicht das Ding, für das es steht. Alle Worte sind eine Lüge. Sie täuschen etwas vor, was sie nicht sind. Windige Taschenspielertricks der Politiker, der Pfaffen, der Werbefuzzis, der billigen Jakobs, Heiratsschwindler, … „Ich liebe dich.“ Hach, wie ist das schön. Ich bin so glücklich. Ich werde geliebt! – Pustekuchen. Du hast dich einfach mit ein paar WORTEN abspeisen lassen und fühlst dich nun rundum gesättigt und total besoffen.

Aber nicht, dass jetzt jemand glaubt, dass unsere Drohnen-Mörder, die immer mit dem Finger auf die Menschenrechtsverletzungen der anderen zeigen, einen Deut besser wären!

Vimalakīrti: „Entsagung befindet sich im Nirvāna, und der Weise ist es, der sie aufnimmt, und der Heilige ist es, der aufgrund dieser Entsagung handelt.“ Da ist niemand, der entsagt. Aber es kann geschehen, dass sich da etwas öffnet und Handlung geschieht – ganz ohne Vorteil, ganz ohne Verdienst. Ent-Sagung, Ent-WORTUNG und so ganz ohne, das etwas davor gestellt wird, so ganz ohne Vor-Stellung also. Und dann sind die ganzen Taschenspielertricks nichts mehr, was ernst genommen werden könnte.

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4 Antworten zu Vimalakīrti: … das ist Entsagung

  1. punitozen schreibt:

    …….Aber nicht, dass jetzt jemand glaubt, dass unsere Drohnen-Mörder, die immer mit dem Finger auf die Menschenrechtsverletzungen der anderen zeigen, einen Deut besser wären!……

    Jetzt haben wir noch einen wichtigen Gegenstand zu
    betrachten,nämlich inwie weit es der Kritik gestattet oder
    selbst zur Pflicht gemacht ist, bei der Beurteilung eines
    einzelnen Falles von ihrer besseren Übersicht der Dinge

    und also auch von dem, was der Erfolg bewiesen hat,
    Gebrauch zu machen; oder wann und wo sie genötigt ist,
    von diesen Dingen zu abstrahieren, um sich ganz genau
    in die Lage des Handelnden zu versetzen.
    Wenn die Kritik Lob und Tadel über den Handeln-
    den aussprechen will, so muß sie allerdings suchen, sich
    genau in seinen Standpunkt zu versetzen, d.h. alles zu-
    sammenstellen, was er gewußt und was sein Handeln mo-
    tiviert hat, dagegen von allem absehen, was der Handeln-
    de nicht wissen konnte oder nicht wußte, also vor allen
    Dingen auch vom Erfolg. Allein das ist nur ein Ziel, nach
    dem man streben, was man aber nie ganz erreichen kann,
    denn niemals liegt der Stand der Dinge, von welchem eine
    Begebenheit ausgeht, genau so vor dem Auge der Kritik,
    wie er vor dem Auge des Handelnden lag. Eine Menge
    kleiner Umstände, die auf den Entschluß Einfluß haben
    konnten, sind verlorengegangen, und manches subjektive
    Motiv ist nie zur Sprache gekommen. Die letzteren lernt
    man nur aus den Memoiren der Handelnden oder ihnen
    sehr vertrauter Personen kennen, und in solchen Memoi-
    ren werden die Dinge oft in einer sehr breiten Manier
    behandelt, auch wohl absichtlich nicht aufrichtig erzählt.
    Es muß also der Kritik immer vieles abgehen, was dem
    Handelnden gegenwärtig war.

    Von der anderen Seite ist es noch schwerer, daß sie
    von dem absehe, was sie zuviel weiß. Leicht ist dies nur

    in Beziehung auf alle zufälligen,d.h.in denVerhältnissen
    selbst nicht begründeten Umstände, die sich eingemischt
    haben, sehr schwer aber und nie vollkommen zu erreichen
    von allen wesentlichen Dingen .

    ( Clausewitz )

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    • nitmoeglich schreibt:

      Lieber Punito, ich bin wohl zu blöd, um den Zusammenhang von meinem Geschreibsel und dem Geschreibsel von Clausewitz zu kapieren. Bitte erhelle meinen Sinn!

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      • punitozen schreibt:

        Nee – nicht zu blöd ,
        betrachtet Clausewitz Soldaten als Mörder – vermutlich nicht .
        In seinem Werk “ Vom Kriege “ kritisiert er u.a. Dich und mich –
        weil wir nicht gedient noch im Kampf gewesen waren .
        Kritik seht den “ Insidern .“ des Kampfes zu .
        Wußtest Du Die Militärakademe West Point lehrt Taktik und Kriegaführung nach
        Clausewitz .
        Brecht sagt : “ Soldaten sind Mörder !“ sehe ich zwar auch so – gegen den Betonköppen
        in Uniform – prallt alles ab – weil sie auf die Politik verweisen .
        Ohne Uschi geht nix .🙂

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      • nitmoeglich schreibt:

        „Der Krieg ist also ein Akt der Gewalt, um den Gegner zur Erfüllung unseres Willens zu zwingen.“ Kein Witz von Clausewitz, sindern todernst gemeint.

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