Ramesh S. Balsekar: nichts sensorisch Wahrnehmbares

 

RSBWie ist es möglich, dass ICH erkannt werde? Es ist unmöglich. Wie ist es möglich, dass ICH erfahren werde? Es ist unmöglich. Nur „Gott“, nur „Guru“ kann erfahren werden. Warum? Weil er mein Konzept, mein Objekt ist. Wenn aber das Erzeugen von Konzepten zur Ruhe kommt und der Mind still ist, wenn auch Zeit und Raum, zusammen mit allen Konzepten, zur Ruhe kommen, dann BIN ICH all das, was du bist, als MEIN SELBST; wie könnte ich irgendein anderes besitzen.

Wenn der Schatten des letzten Objektes verschwunden ist und nichts sensorisch Wahrnehmbares mehr vorzufinden ist, dann bleibt zurück, was ich bin (und was du bist). Wenn Raum-Zeit zur Ruhe kommt und das gesamte phänomenale Universum aufgehört hat zu erscheinen, dann verbleibt nur der Urgrund, die Ursubstanz, der Ursprung – DAS, was das verschwundene Universum wahrnahm, als Raum-Zeit noch konzeptuell anwesend war – das konzeptuelle Objekt der beharrlichen konzeptuellen Suche: das noumenale ICH, reine Subjektivität, GEWAHRSEIN, des Gewahrseins nicht gewahr.

aus: Ramesh S. Balsekar, „Die Lehre erleben“

Dieses Buch von Ramesh habe ich immer ein bisschen mit spitzen Fingern angefasst, so sehr ich ihn ansonsten auch schätze. Es war mir einfach zu theoretisch. „Wenn der Schatten des letzten Objektes verschwunden ist und nichts sensorisch Wahrnehmbares mehr vorzufinden ist …“ Das klingt wie die totale Super-Karotte. „Oh“, denkt sich der Verstand „jetzt muss ich also alles sensorisch Wahrnehmbare eliminieren, um auch als erleuchtet anerkannt zu werden!“ Und ihm fällt nix Blöderes ein, als einen Freund zu bitten, ihm mit einem dicken Prügel auf die Birne zu hauen, damit er für alle Zukunft nichts Sensorisches mehr wahrnehmen würde.

Sorry, ich muss bei solchen Sätzen einfach immer ein bisschen herumblödeln. Ja, Himmel Sakrament, spinnt der Typ?! Ich bin froh, dass ich hin und wieder überhaupt was wahrnehme. Hätte ich mir zum Beispiel, als der Einbrecher dabei war, mir die Terrassentür auszuhebeln, die Augen zuhalten sollen, um nichts Sensorisches wahrzunehmen?O

Also ich will ja nicht leugnen, dass es solche Momente gibt, in denen nichts Sensorisches wahrzunehmen ist, auch ohne dass man vorher einen Knüppel auf den Kopf gekriegt oder irgendwelche Pilze gefressen hat. Gibt’s, ja. Aber so, wie Ramesh das hier beschreibt, klingt das wie sein Normalzustand. Dabei gibt es Zeugenaussagen, wie er sich in einem Moment großer Bewunderung an die Titten einiger Devotees herangemacht hat, als diese ihn massierten. Na ja, halt so’n richtiger Kerl, dank Schappi, und war nix mit einem sensorischen Nicht-Wahrnehmen. Gott sei Dank, würde ich sagen. Ansonsten wäre er mir richtig verdächtig gewesen. So kann ich nur feststellen: Na ja, der redet halt auch manchmal viel, wenn der Tag lang ist.

Warum hat er es nicht einfach bei der Aussage, dass ICH weder erkannt noch erfahren werden kann, bleiben lassen? Hätte ich dem Einbrecher sagen sollen: „Hey Junge, dich gibt’s gar nicht wirklich. Dich gibt’s nur konzeptuell. Also mach ruhig weiter mit deiner konzeptuellen Arbeit! Ich lass mich von deiner Erscheinung nicht täuschen.“

So, und jetzt erwarte ich vom Fredo einen gehörigen Schlag mit dem Prügel auf meinen Kopf. Ich hoffe, er lässt sich nicht lumpen!

 

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4 Antworten zu Ramesh S. Balsekar: nichts sensorisch Wahrnehmbares

  1. fredo0 schreibt:

    ok ok … aber heute erst mit etwas anlauf … muss noch einkaufen, damit mein einbrecher dann auch was zu schnabulieren im kühli findet …

    obwohl …..

    eigentlich ist genau damit bereits alles gesagt …😀
    denn ich muss mich soweit outen, dass ich herrn balsekar zwar als meinen bedeutsamsten impuls im persönlichen kontakt bezeichnen muss ( und gerne will ) , dass mir aber seine bücher erstaunlicherweise eher beiläufig mal zum lesesessel kamen.
    ich mochte es jedoch ganz besonders, wie er aufgeregt und irgendwie über sich selbst erstaunt, wie ein kleiner junge, seiner besucherschar immer wieder mal im lauf der jahre ein neues buch-werk zeigte … oft hat er uns im voraus kopien der ersten manuskripte geschenkt …
    ich vermute, dass er einfach auch mal ganz gerne ein wenig schwatzophierte, und mit seinen wort- und konzeptkonstrukten den leser auch für sein buchgeld ein wenig inspirierend unterhalten wollte.

    ich bin ja im theoretischen ein bekennender wei-wu-wei-fan. und habe dessen zwei deutsche bücher geradezu kultisch verschlungen.
    vor einiger zeit nun, bin ich durch einen zufall an sein gesamtwerk gekommen, allerdings in englisch. und ich erhoffte natürlich eine steigerung meiner intellektuellen freude an seinen worten. jedoch …. was soll ich sagen , nach dem mitlerweilen 4 buch seiner texte …
    auch der mann füllt mit recht ähnlichen konzepten, immer wieder ein wenig neu arrangiert, die seiten einander folgender bücher … mal mehr oder weniger (inspirierend) gelungen ( für mich ).

    und auch dies trifft auf herrn balsekar zu … mal mehr , mal weniger inspirierend …
    jedoch gerade sein hier zitierter letzter satz , ist mir zum beispiel ( ich erinnerte ihn nicht ) jetzt eine große inspiration , da er den so oft benutzten begriff „gewahrsein“ ( in meinem sinne, gemäß meiner er-innerung des OFFENEN MOMENTES ) sehr zutreffend als eine inharänte „qualität“ des ABSOLUT definiert, und nicht als eine „erhöhtere“ fähigkeit des individuums.

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    • fredo0 schreibt:

      Ach ja … und was zu der busengrapschszene … ich war in jenem jahr nicht in kovalam , kenne jedoch vom lotuscafe und vom gelegentlichen mit-ihr-tanzen eine „erwachte“, die damals dabei anwesend war … und vor allem die besagte „masseurin“ kennenlernen konnte
      nur zwei bemerkungen dazu ( durch ihre kommentare inspiriert ) … man kann eine spontane und wahrscheinlich zufällige bewegung eines armes eines auf der massageliege liegenden mannes sicherlich so oder so interpretieren …. und der etwas hysterische charakter einer masseurin dürfte da auch sein mittun der interpretation haben😉 … zumal sie sich recht eindeutig von dieser „intimen“ situation mit einem guru einen persönlichen „gewinn“ aus seiner „präsens“ versprochen hatte, der dann wohl aus einem recht schlichten „danke schön“ bestand …
      am besten hat mir der kommentar rameshs gefallen, als man ihm dann von den (mitlerweile) „vergewaltigungsvorwürfen“ im netz erzählte …
      sein (lächelnder) kommentar :“ ich fühle mich geschmeichelt “ ( er war zu dem Zeitpunkt über 80 )

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      • nitmoeglich schreibt:

        „Ich fühle mich geschmeichelt.“ Klasse! Wenn ich da an die Schudeingeständnisse und die Bitten um Vergebung von Eli Jaxon Bear denke, dann liegen da Welten dazwischen.

        Vergewaltigungsinterpretation – bei so etwas muss ich oft an frühere Zeiten denken: „Mein Herr, Sie haben mich eben fixiert! Ich werde Ihnen meinen Sekundanten schicken.“ Und dann gab’s ein Duell im frühen Morgengrauen vor den Toren der Stadt.

        Morgen ein bisschen mehr zu Wei Wu Wei, Balsekar und Konsorten.

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    • nitmoeglich schreibt:

      “ eigentlich ist genau damit bereits alles gesagt …😀 “

      wie Recht du doch hast!

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