Lin-chi: ein Haufen glatzköpfiger Bhiksus


gJünger des WEGES, macht keinen Fehler! Alle Dharmas dieser Welt und der Welten jenseits sind ohne eigenes Wesen. Sie sind auch ohne irgendwie hergestelltes Wesen. Es gibt nur den Namen ‚leer‘, und der [Name] leer ist auch leer. Was ihr macht, ist, diesen bedeutungslosen Namen ernst zu nehmen. Das ist alles falsch! Obwohl sie existieren, sind sie nichts als Zustände bedingter Transformation, so wie die bedingten Transformationen von Bodhi, Nirvana, Befreiung, der dreifache Körper, die [objektive] Umgebung und der [subjektive] Geist, Bodhisattvaschaft und Buddhaschaft. Wonach sucht ihr im Land der bedingten Transformationen? All diese und die zwölf Lehrabschnitte der drei Fahrzeuge eingeschlossen, sind gerade die Menge Makulatur, um versteckten Schmutz wegzuwischen. Der Buddha ist nur ein Trugbild, die Pariarchen sind nur alte Bhiksus [Mönche].

Aber ihr, wurdet ihr nicht von einer Mutter geboren? Wenn ihr Buddha sucht, werdet ihr in den Klauen des Bhuddha-Mara gefangen sein. Wenn ihr die Patriarchen sucht, werdet ihr durch die Fesseln des Patriarchen-Mara gefangen sein. Wenn ihr euch mit irgendeinem Suchen befasst, wird das nur Schmerz bedeuten. Dann tut lieber nichts.

Es gibt einen Haufen glatzköpfiger Bhiksus, die zu Schülern sagen: ‚Buddha ist das Ultimative; er erlangte Buddhaschaft erst, nachdem er durch Übungen, die sich über drei große Asamkheya-Kalpas erstreckten, den ersehnten Erfolg errang.‘ Jünger des WEGES, wenn ihr sagt, Buddha ist das Ultimative, wie kommt es dann, dass Buddha sich nach 80 Lebensjahren zwischen den Zwillings-Sala-Bäumen in Kusinagara auf die Seite legte und starb? Wo ist Buddha jetzt? Wir wissen genau, dass seine Geburt und sein Tod sich nicht anders ereignen als bei uns.

aus dem Lin-chi Lu

Es macht mir natürlich einen Heiden-Spaß, die verehrten glatzköpfiger Bhiksus ein bisschen auf die Schippe zu nehmen. Als bekennender Heide darf ich das ja, Gott sei Dank! Aber – Spaß beiseite – um was geht’s dem alten Halunken Lin-chi? So wie ich das verstehe, will er diejenigen, die er aus meiner Sicht als „Jünger des WEGES“ veräppelt, darauf hinweisen, dass sie jeden „heiligen“ Quatsch ernst nehmen und glauben. Da gibt es die Legende von diesem Siddhartha Gautama, der schon gleich nach der Geburt aufrecht daher spazierte und die Menschheit belehrte. Lin-chi macht ganz diskret darauf aufmerksam, dass Siddhartha Gautamas Geburt und sein Tod sich nicht anders ereigneten als bei Kreti und Pleti.

Wieso ich glaube, dass Lin-chi die „Jünger des WEGES“ veräppelte? Nun jeder Weg hat ein Ziel. Man geht ihn in der Hoffnung, irgendwo anzukommen. Lin-chis Schüler waren auf der Suche nach dem sog. Dharma. Lin-chi sagt ihnen, dass sowohl der Dharma wie sein Name leer seien. Ich übersetze das mal für mich: Leer = Kein Ding. Nichts also, was je erreichbar wäre. Dieser ganze Kram ist völlig bedeutungslos: Bodhi, Nirvana, Befreiung, der dreifache Körper, die Umgebung und der Geist, Bodhisattvaschaft, Buddhaschaft, die zwölf Lehrabschnitte der drei Fahrzeuge eingeschlossen – alles so leer wie ihre Namen. Aber was für wunderbare Ziele für die Pilgerschaft auf DEM GROSSEN WEG ! Leider alles nur Vorstellungen, hinter denen diese dusseligen, von ihrer Ernsthaftigkeit geplagten Betonköpfe herrennen. Lin-chi nennt sie Eierköpfe, Blödköpfe, Esel, Schwachköpfe und was weiß ich noch wie. Hat ihm alles nichts geholfen. Deshalb jammert sein aus dem gleichen Holz geschnitzter Fan Ikkyû Sôjun noch Jahrhunderte später:

Diese Männer marschieren
in der Buddha-Halle rum.
Mit Händen in Gebetshaltung
bringen sie Weihrauch dar,
benutzen den Fliegenwedel, die Klöppel
und einen Holzstuhl.
Wo ist Rinzais*) wahre Überlieferung geblieben?
Ikkyû aus Japan schlitzt sich
in seiner Seelenqual den Bauch auf.

(*)Lin-chi = jap. Rinzai)

Ikkyû

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7 Antworten zu Lin-chi: ein Haufen glatzköpfiger Bhiksus

  1. punitozen schreibt:

    Lieber Nitya ,
    Fahre nach Hannover – stop – denke unterwegs über diesen herrlich erfrischenden Text nach .
    Eine schöne Woche für Alle , ob mit oder ohne Glatze .
    Morgen wieder zurück – stop – drücke mir bitte mal die Daumen , das ich endlich mit der
    neuen Medikamentenbehandlung an der Reihe bin , damit dem hartnäckigen C-Virus
    der Garaus gemacht werden kann .
    Es gibt zwar nichts zu erlangen , jedoch würde mich eine Teilhabe an der neuen Medizin
    erfreuen , weil ich schon wieder Hep – C- Virusmillionär geworden bin ,
    Diese Viehcher sind genauso hartnäckig wie die Afterwundernachreden über Herrn Buddha ,
    Jesus u.s.w.
    Liebe Grüße
    PUNITO

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    • nitmoeglich schreibt:

      Lieber Punito,

      ich drück dir alle 4 Daumen, dass du diesen Hep-C Übeltätern den Garaus machen kannst. Von Herzen das Allerbeste für dich und das Allerschlechtetste für die Viren in Hannover!

      Einen herzlichen Gruß
      Nitya

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      • punitozen schreibt:

        Lieber Nitya ,
        dein 4 Daumendrücken für mich hat „geschnackelt “ . Danke !
        So , jetzt bekomme ich das neueste Medikament zur Eliminierung des Hep-C-Virus .
        Der Apotheker kann es nur über einen speziellen Großhändler beziehen .
        Die Folgerezepte dürfen nur von mir persönlich in der Transplantationsambulanz
        abgeholt werden . Die Berufsgenossenschaft gab auch “ Grünes Licht “ bezüglich der
        Therapiekosten für das neue Medikament ( 24 Wochenbehandlung = 168 Tabletten plus
        Untersuchungskosten = 50.000 EURO ) . Da ich unter den anderen Med. Therapien als
        Non-Responser erfasst bin , gab es keine Kostenablehnung .
        Die bildgebene Leber- Untersuchung zeigte keine Auffälligkeiten am Transplantationsorgan auf .
        Alles gut .
        PUNITO

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      • Brigitte schreibt:

        war doch sonnenklar, dass du die medi kriegst …
        das leben ist eine

        und da ist immer alles drin.
        brauchst nicht mal so tun als ob … hihihi
        freu mich für dich.

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      • Marianne schreibt:

        Ich freu‘ mich auch für dich.🙂

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      • nitmoeglich schreibt:

        Lieber Punito,

        herzlichen Glückwunsch!
        „Keine Auffälligkeiten am Transplantationsorgan“ – toll!
        Dann ist ja alles nach Wunsch gelaufen und du kannst diesen Hep-C Übeltätern bis an die Zähne bewaffnet gegenübertreten.

        Herzlichst
        Nitya

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  2. fredo0 schreibt:

    Man sagt, einer unter tausend … und bei den Bhiksus womöglich einer unter zehntausend … sucht die Wahrheit …
    ( keine Ahnung ob die Zahl stimmt, aber an der Aussauge per se ist was dran )
    Und was suchen die anderen ?
    Ich denke sie suchen die Suche … denn genau dies gibt ja so intensiv das Gefühl der Beherrscher des eigenen Lebens zu sein , so wie ein Kapitän auf der Brücke den Kurs zu bestimmen .
    Und das wahre Motiv dieser Suche ist die Angst , die Angst diesem Leben ausgeliefert zu sein …
    Eine merkwürdige Angst , denn wer (er)lebt dieses Leben ?
    Letztlich das Leben selbst, dass sich nur zur eigenen Dekoration die zusätzliche Deko-Figur eines Erlebenden gönnt.
    Arme Figur, warum hast du Angst vor Onmacht ? Wo du doch noch nie das geringste Quantum an Macht hattest …

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