Ikkyû Sôjun: schlitzt sich in seiner Seelenqual den Bauch auf.


monks
Diese Männer marschieren
in der Buddha-Halle rum.
Mit Händen in Gebetshaltung
bringen sie Weihrauch dar,
benutzen Fliegenwedel, die Klöppel
und einen Holzstuhl.
Wo ist Rinzais wahre Überlieferung geblieben?
Ikkyû aus Japan schlitzt sich
in seiner Seelenqual den Bauch auf.

Ikkyû Sôjun

Ich muss nochmal an gestern anknüpfen. Ein Meister ist für mich jemand, der bei mir die Wirkung auslöst, dass sich mein Geist öffnet. Ein Meister ist also nicht jemand, der sich Meister nennt oder mit einer Meisterurkunde herumwedeln kann, sondern jemand, der durch die Wirkung, die er bei mir erzeugt, zu meinem Meister wird. So kann ein Stein mein Meister sein oder eine Schneeflocke auf meiner Nasenspitze oder das Liedchen, das ich jemanden pfeifen höre. Ein Meister muss also nicht besonders raffinierte Methoden zur Verfügung haben, mit denen er mich von A nach B bringen kann, es genügt, dass er ist, wie er ist. Wichtig ist ausschließlich die Wirkung, die er auf mich hat.

Ikkyû Sôjun war ein astreiner 68er. Er machte sich lustig über das Getue seiner Klosterbrüder, aber in Wahrheit spricht nackte Verzweiflung aus ihm. „Wo ist Rinzais wahre Überlieferung geblieben?“ fragt er und beantwortet damit seine Frage gleich selbst. Rinzai alias Lin-chi war auch so’n 68er, während die von Ikkyû angesprochenen Klosterbrüder lauter falsche 50ger waren. „Ikkyû aus Japan schlitzt sich in seiner Seelenqual den Bauch auf.“ Sie müssen ihm ganz gehörig auf den Keks gegangen sein. Kein Wunder, dass er sich immer wieder vom Acker gemacht hat und mehr in den Schenken oder bei schönen Frauen zu finden war als im Kloster und dass er sich am wohlsten fühlte in der Einsamkeit und Unwirtlichkeit der Berge weit weg von all diesen frommen Betschwestern und –brüdern.

Wälder und Felder, Steine und Gräser
sind meine wahren Gefährten.
Die Ungezähmtheit der Verrückten Wolke
wird sich niemals ändern.
Dass die Menschen mich
für durchgeknallt halten,
ist mir egal.
Wenn ich schon hier auf Erden ein Dämon bin,
habe ich nach meinem Tod
ja nichts mehr zu befürchten.

Ikkyû Sôjun

da
Ich hatte ja schon erzählt, dass ich vor Jahren mal einen Gentest gemacht habe. Dabei kam heraus, dass ich sowohl mütterlicher- wie väterlicherseits von den Kelten abstamme. Als alter Asterix-, Obelix-, Mirakulix-Fan guckte ich mir damals nochmal an, was es denn mit den Druiden auf sich gehabt hatte. Das erste, was ich danach wusste, war, dass ich nichts wusste. Die Druiden haben keine schriftlichen Aufzeichnungen hinterlassen. Kein „heiliges Buch“. Und das, obwohl sie von namhaften Zeitgenossen mit den alten indischen Rishis verglichen wurden. Und Tempel hatten sie auch nicht, sondern stromerten anscheinend nur in ihren Wäldern rum. Also gibt es nichts, worauf sich heute jemand berufen könnte. Ist das nicht sehr befreiend?mmweißnicht

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6 Antworten zu Ikkyû Sôjun: schlitzt sich in seiner Seelenqual den Bauch auf.

  1. punitozen schreibt:

    Lieba Nitya ,
    da stimme ick Dir voll zu .
    Et war so und et is so . Spürituelles Rumjeeiere und Lametta machen aus Hinz und Kunz
    noch keenen Meesta . Aba icke , also mir , , sind ooch so
    mansche Meestas bejejnet – wo ick dachte : “ Donnawtta – die wissen awer wat ! “
    Pustekuchen – vonwejen . Aba . wie heeßt et so scheen ?
    Jeda Mensch bringt dir weita !“ :
    Det mit deenen Jen-Test , Mensch Männekin – da haste Dia awer wat zujemutet ,
    so`n schweret Erbe sich uffzuhalsen . Erst der Ascendent Steenbock ( hawe ick ooch ,
    astreen Steenbock im Steenbock ) , denn noch Druidenjene ! Hab ick nisch, dafüar
    Sorbenblut – det reischt ma für zwee Lewen , vermischt mit wat wees ick füa ne
    Muschpokenvitalflüssischkeit . Ick wees nur , det die Ur-Oma , die nischt-sorbische ,
    aus Pomman kommt und der Urgroßvater der nischt-sorbische aus der Pfalz abstammte .
    Die väterlische Linije – bei der is “ Zappen-dusta .
    Na – ja jetzt weeste et jenau : “ Punitos Jene, neulisch schriebste ja – erzählt ma von euch –
    sind jemischt , so bastardmässig , wie `ne olle Schiffa-Töle, awa achtsam-wachsam .
    Ick komme jerne treu-dof rüba – und knurre , wenn mia wat spanisch vorkommt .
    Det sorbische Erbe war mich ne Plaje , weil mich keena von die bucklige Verwandschaft
    die Wahrheit jesacht hat , woher ick komme – väterlichseits .
    Heute wees ick , alle mystisch-jestimmten Menschenseelen sind All-verbunden und
    und bewahren sich , ob alla Stigmata , ihr kindlich-magisch-achtsam Herz .
    Wat soll`s , Ikkyû Sôjun jeht mia janz nahe mitten-rin ,nischt von hinten durch die Brust in`s
    Ooje , nee direkt ins Herz . und nun mein Ikkyû -knorke- Lieblingsjedicht :

    all die vogelscheiße auf dem steinbuddha
    recht so
    ich schwenke meine arme wie blumen im wind

    Sei herzlichst gegrüßt
    PUNITO

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    • Nitya schreibt:

      „Det mit deenen Jen-Test , Mensch Männekin – da haste Dia awer wat zujemutet ,
      so`n schweret Erbe sich uffzuhalsen . Erst der Ascendent Steenbock ( hawe ick ooch ,
      astreen Steenbock im Steenbock ) , denn noch Druidenjene !“

      Lieber Punito,

      nee, is nich mit schweres Erbe. Erstens: Denk ich an die ganze Asterix-Mischpoke, scheint das ein sehr lebenslustiges Völkchen gewesen zu sein. Da meine väterliche Linie in Irland wurzelt, stell ich mir so trinkfreudige und rauflustige Typen vor, die immer wieder gegen die britische Bevormundung revoltierten. Hat doch was. Und das mit dem Steinbock-Aszendenten – hab ich das wirklich mal geschrieben? – wenn ja, dann hat die Demenz mal wieder voll zugeschlagen – also is auch nicht. Der Steinbockaszendent ist ein Zwillingsazendent. Das ist so’n Ding, was zwischen allen Stühlen tanzt und sich nicht festlegen lassen will. Also du siehst, die Steinbocksonne hat Unterstützung gekriegt.

      Was übrigens deine bastardmäßige Mischpokenvitalflüssigkeit betrifft, glaub nicht, dass ich die nicht genauso hätte. Ich klinge zwar so keltenmäßig reinrassig, aber was meinst du, was da alles im Laufe der Jahrhunderte dazwischen geraten ist. Ein Vetter von mir mit demselben Urgroßvater sollte eigentlich auch irisch-keltisches Blut haben. Hat er aber nicht. Also ist eine der Damen fremdgegangen. So was aber auch!

      Das freut mich sehr, dass dir das auch passiert ist:

      „kkyû Sôjun jeht mia janz nahe mitten-rin ,nischt von hinten durch die Brust in`s
      Ooje , nee direkt ins Herz .“

      Herzlichen Gruß von Herz zu Herz mit dem ollen Ikkyû drin
      Nitya

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      • punitozen schreibt:

        Haste wieda jut fülosoviert , det :…Denk ich an die ganze Asterix-Mischpoke, scheint das ein sehr lebenslustiges Völkchen gewesen zu sein….
        Stümmt so , wa ? “ Lieba GÄLISCH -kELTISCH als Gallig-kältlich !🙂
        un nu noch een jälischer Wunsch von mich zu dich :
        “ Gum biodh Eòin Gràidh nan Gàidheal fillte ri dealbh fo bheatha. „

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      • Nitya schreibt:

        Na, dann will ich das mal für die ollen Schrumpfgermanen übersetzen:

        Mögen die „Vögel der Freundschaft der Gälen“
        für immer im Muster deines Lebens eingewebt sein.

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  2. fredo0 schreibt:

    ich lebe ja hier in der Region der Chatten.
    des kleinsten germanischen Stammes.
    einmal angekommen in der Region Fritzlar-Kassel.
    und noch heute da ansässig.
    man nennt sie deshalb auch die Fusslahmen der Völkerwanderung.

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    • Nitya schreibt:

      Lieber Fredo,

      in der Region der Chatten zu leben macht aus dir ja noch keinen „Fußlahmen“, wie man vielleicht aus deiner Freude, das Tanzbein zu schwingen, schließen kann. Würdest du allerdings ein leibhaftige Nachkomme der Chatten sein, müsste ich dir ja ziemlich grollen, schließlich habt ihr Chatten ja dazu beigetragen, dass wir Kelten wieder von der Bildfläche verschwanden.
      harr harr

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